Amstel Gold Race 2001

 

28.04. - 36.Amstel Gold Race (Ned) WC

Bericht aus Sonntagsblick 

Nach dem Amstel Gold Race hatte Camenzind 38,5 Grad Fieber

Ösi: Zu wenig Luft zum Siegen
 
MAASTRICHT – Für Oscar Camenzind wurde das Amstel Gold Race zur Hölle: keine Luft! Dazu kam immer wieder Regen – pures Gift für Ösis Bronchien. Doch der Gersauer kämpfte sich durch – sein 14. Platz ist mehr als eine Ehrenmeldung.

An ein Aufgeben dachte der strahlende Sieger von Lüttich–Bastogne–Lüttich nie. Der zähe Innerschwyzer biss sich durch. «Obwohl ich mehr leiden musste als bei meinem Sieg. Es war wirklich die Hölle», sagte Oscar mit kratzender Stimme. Am Donnerstag hatte sich die Erkältung bei ihm eingeschlichen. Und es ging ihm von Tag zu Tag schlechter.

Mit dem ersten Meter begann deshalb die Leidensfahrt. Und schon nach 30 Kilometern wurde Camenzind vom Feld abgehängt. Ösi, eine Woche vorher nicht zu bremsen, hielt im steifen Wind nicht mehr mit. Nur dank der vereinten Kräfte seiner Teamkollegen fand er wieder ins Feld zurück.

Aber er gondelte stets in den hinteren Regionen herum. Nicht die Position eines gesunden Camenzind. Dabei waren seine Beine anfänglich noch gut gewesen. Aber mit zunehmender Renndauer schnürte es ihm die Atemwege immer mehr zu. «Und dann machen auch die Beine irgendwann nicht mehr mit», sagte Oscar. «In jedem anderen Rennen wäre ich unter diesen Umständen ausgestiegen.» Warum nicht hier? «Ich biss halt auf die Zähne, denn ich war immer noch dabei. Zudem sollten meine Teamkollegen ihre Arbeit nicht für die Katz gemacht haben. Der letzte Tropfen Hoffnung fuhr bis zum 200. Kilometer mit. Dann war ich k. o.»

Das ist Oscar. Einmal auf dem Velo, kennt er auch für sich selbst keine Gnade. Und auf seiner WM-Strecke wollte der Weltmeister von 1998 nicht einfach untergehen.

Auch spielte der Weltcup nach dem Triumph bei Lüttich–Bastogne–Lüttich eine Rolle. Als Gesamtvierter gestartet, ist jedes Pünktchen Gold wert. Immerhin schauten noch 12 Zähler für den 14. Platz heraus. «In Sachen Weltcup gehe ich jetzt über die Bücher.»

Zum Glück folgt das nächste Weltcuprennen in San Sebastian erst am 12. August. Gestern Abend hatte Ösi nämlich 38,5 Grad Fieber…

Resultate

Gold Race (256,4 km, 5. Weltcuprennen der Saison):
1. Erik Dekker (Ho) 6:47:00 (38,020 km/h).
2. Lance Armstrong (USA), gleiche Zeit.
3. Serge Baguet (Be) 0:17.
4. Markus Zberg (Sz).
5. Johan Museeuw (Be), beide gl. Zt.
6. Peter van Petegem (Be) 0:20.
7. Michele Bartoli (It).
8. Davide Rebellin (It).
9. Michael Boogerd (Ho).
10. Chris Peers (Be), alle gl. Zt. ferner:
14. Oscar Camenzind (Sz) 2:41.
26. Niki Aebersold (Sz) 3:33.
28. Armin Meier (Sz) 5:42.
190 gestartet, 37 klassiert.
Aufgegeben u.a. Erik Zabel (De/Vorjahressieger) Romans Vainsteins (Lett) und die Schweizer Beat Zberg, Mauro Gianetti, Rolf Huser und Alex Zülle.

  • Weltcup-Zwischenstand 29.04.01

Plazierung Fahrer Mannsch. Gesamt
1 DEKKER Erik RAB 199
2 BORTOLAMI Gianluca TAC 121
3 MUSEEUW Johan DFF 116
4 VAINSTEINS Romans DFF 116
5 CAMENZIND Oscar LAM 112
6 KNAVEN Servais DFF 101
7 ZABEL Erik TEL 100
8 REBELLIN Davide LIQ 94
9 ZBERG Marcus RAB 88
10 HINCAPIE George USP 73
11 SORENSEN Rolf CSW 72
12 ARMSTRONG Lance USP 70
13 CIPOLLINI Mario SAE 70
14 PEERS Chris COF 68
15 VAN PETEGEM Peter MCY 60
16 ZANETTE Denis LIQ 58
17 BOOGERD Michael RAB 56
18 DIERCKXSENS Ludo LAM 56
19 BAGUET Serge LOT 54
20 BARTOLI Michele MAP 54
21 TCHMIL Andrei LOT 53
22 ETXEBARRIA ALKORTA David EUS 50
23 BETTINI Paolo MAP 50
24 PEETERS Wilfried DFF 49
25 CASAGRANDE Francesco FAS 43
26 SCIANDRI Maximilian LAM 43
27 WESEMANN Steffen TEL 42
28 CONTE Biagio SAE 40
29 BALDUCCI Gabriele TAC 40
30 NARDELLO Daniele MAP 36
31 RUMSAS Raimondas FAS 32
32 COLOMBO Gabriele CTA 32
33 SERRANO R. Marcos A. ONC 28
34 MATTAN Nico COF 28
35 ASTARLOA Igor MER 26
36 PIERI Dario SAE 24
37 MAZZOLENI Eddy TAC 21
38 TRENTI Guido CTA 20
39 VANDEVELDE Christian USP 19
40 BLAUDZUN Michael CSW 16
41 ZBERG Beat RAB 16

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