[Si] - An einer Medienkonferenz in Luzern gab der deprimierte Strassenweltmeister von 1998 seinen sofortigen Rücktritt vom Wettkampfsport bekannt. Nachdem er am 22. Juli positiv auf Epo gestestet wurde, was das Out von den Olympischen Spielen zur Folge hatte, gab in seiner persönlichen Stellungnahme zu, "die dümmste aller Methoden gewählt zu haben, um auf gute Resultate zu kommen". Seine Handlung sei im Prinzip unentschuldbar, erklärte Camenzind weiter.
In den weiteren Zeilen war Folgendes zu lesen: "Als ich nach dem Drüsenfieber in der Saison 2002 mit gleichem Aufwand wieder trainierte, merkte ich, dass ich nicht mehr an das frühere Leistungspotenzial anknüpfen konnte. Weitere Tiefs, vor allem der Sturz in der Flandern-Rundfahrt, warfen mich erneut zurück. Ich kam ins Grübeln, manchmal dachte ich damals ans Aufhören. Ich rappelte mich trotzdem wieder auf, ich wollte mir, den Fans und auch dem Team beweisen, dass ich immer noch zu herausragenden Leistungen fähig bin."
Die erste Hälfte der Saison 2004 fiel dann allerdings wieder zu Ungunsten Camenzinds aus. Die Angst, auch an den Olympischen Spielen in Athen zu scheitern, trieb die frühere Nummer 1 des nationalen Rad-Sports letztlich zum fatalen Tritt in den Dopingsumpf. Das Ende der Karriere des 32-jährigen Gersauers stand praktisch fest, als er von seinem Arbeitgeber Phonak sofort entlassen worden war. |