Etappe2

 

 

 

Tour de Suisse 1997

2. Etappe, Romanshorn - Basel am 18. Juni 1997, 193 km:

Berichte von dieser Etappe

1. Erik Zabel (Deutschland) Telekom4.53.38
2. Robbie McEwen (Australien) Rabobank
3. Fabio Baldato (Italien) MG
4. Tom Steeles (Belgien) Mapei
5. Lauri Aus (Estland) Casino
6. Rolf Järmann (Schweiz) Casino
7. Maurizio Fondriest (Italien) Cofidis
8. Markus Zberg (Schweiz) Mercatone
9. Gianmatteo Fagnini (Italien) Saeco
10. Emmanuel Magnien (Frankreich) Festina
11. Fabio Sacchi (Italien) Polti
12. Denis Zanette (Italien) Aki
13. Niki Aebersold (Schweiz) Post Swiss
14. Nicola Minali (Italien) Batik
15. Cristiano Colleoni (Italien) Polti alle gleiche Zeit

Gesamtwertung:

1. Oscar Camenzind (Schweiz) Mapei 5.02.35
2. Leon Van Bon (Niederlande) Rabobank + 0.01
3. Roberto Petito (Italien) Saeco + 0.05
4. Danny Nelissen (Niederlande) Rabobank + 0.07
5. Udo Bölts (Deutschland) Telekom + 0.14
6. Jürgen Werner (Deutschland) Telekom + 0.19
7. Fabio Baldato (Italien) MG + 0.20
8. Daniele Nardello (Italien) Mapei + 0.21
9. Frederic Guesdon (Frankreich) FDJ
10. Christophe Agnolutto (Frankreich) Casino
11. Max Van Heeswijk (Niederlande) Rabobank alle gleiche Zeit
12. Franck Bouyer (Frankreich) FDJ + 0.22
13. Mirko Celestino (Italien) Polti
14. Emmanuel Magnien (Frankreich) Festina gleiche Zeit
15. Philipp Buschor (Schweiz) Saeco + 0.23


 

Dokumentation. Jürg Casanova schreibt für den Schweizer Tages-Anzeiger:

Ein Poker ums Goldtrikot

Erik Zabel Spurtsieger in Basel, Oscar Camenzind weiterhin Leader

Die zweite Etappe der Tour de Suisse wurde in Basel nach einer 178-km-Vorausfahrt Fabrizio Guidis im Massensprint von Erik Zabel gewonnen. Oscar Camenzind pokerte mit seinem Team fast fünf Stunden lang um sein Leadertrikot und behielt es mit einer Sekunde Vorsprung auf Leon van Bon.

Die 156 Fahrer, die sich in Romanshorn auf die Sättel geschwungen hatten, wiesen noch keine Schweissperlen auf der Stirn auf, als Fabrizio Guidi und Alessandro Romio sich aus dem Feld verabschiedeten. Erst 4 der insgesamt 193 km vom Bodensee ans Rheinknie waren da zurückgelegt. Der Vorsprung der beiden Italiener stieg sprunghaft an, nach 28 km betrug er bereits 14:04 Minuten.

Ungute Erinnerungen stiegen auf

Hat die Tour de Suisse nicht das (schlechte) Image, oft schon in den ersten Etappen vorentschieden zu werden, weil die sogenannten Favoriten fahrlässig Aussenseiter Gruppe, sondern nur um ein Duo, und es hatte erst noch das Pech, dass ihm ein böiger Wind entgegenblies.

"Wir haben gepokert", bekannte Prologsieger Camenzind in Basel. "Mapei ist ja schliesslich nicht das einzige Team, das die Tour de Suisse gewinnen will. Darum warteten wir ab, wie sich die andern verhalten würden", sagte der Leader. Als der Rückstand so schnell derartige Ausmasse angenommen habe, hätten sie jedoch handeln müssen. Nervös geworden oder in Panik geraten sei er jedoch nie.

Trio als Tempomacher

"Es hat auch nie die ganze Mannschaft gearbeitet, sondern nur Wilfried Peeters, Valentin Fois und Gianni Bugno. Die andern haben sich an ihren Hinterrädern geschont", sagte Camenzind. Und zum Glück hätten sie schliesslich auch noch Unterstützung durch die Teams Rabobank (für den Gesamtzweiten Leon van Bon) und von Telekom (für seine Sprinter Erik Zabel und Giovanni Lombardi) bekommen.

Steels Sekundenhilfe

Camenzind lobte seine Teamkollegen, die ihm geholfen hatten. Insbesondere betraf dies Tom Steels, der auf Van Bon aufpasste. Van Bon, der im Zeitfahren nur drei Sekunden auf Camenzind verloren hatte, holte sich im ersten Bonifikationssprint eine Sekunde zurück und hätte sich mit einem zweiten Rang und den damit verbundenen zwei Sekunden Gutschrift in der zweiten Wertung, 27 km vor dem Ziel, das gelbe Trikot sichern können. Aber Steels verwies Van Bon da
auf den dritten Platz.

Am Ende im Alleingang

11 km vor dem Ziel wurde Guidi, der 60 km zuvor seinen Gefährten stehengelassen hatte, eingeholt, und damit begannen für Camenzind die heissesten Minuten des Tages. "Ich war plötzlich allein, weil meine Teamkollegen sich etwas erholen mussten, und auf den engen Strässchen der Innenstadt war das Rennen kaum mehr zu kontrollieren", sagte Camenzind. Aber er hatte das Glück des Tüchtigen und startet auch zur dritten Etappe "mit dem Stöffchen, das mich beflügelt".


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