1. Davide Extebarria (Spanien) Once 3.55.56 (37,511
km/h)
2. Leonardo Piepoli (Italien) Refin 0.11
3. Francesco Casagrande (Italien) Saeco 0.21 4. Oscar Camenzind (Schweiz) Mapei 0.43 5. Felix Garcia Casas (Spanien) Festina 1.02
6. Stefano Garzelli (Italien)Mercatone Uno 1.06
7. Peter Luttenberger (Oestereich) Rabobank 1.09
8. Philipp Buschor (Schweiz) Saeco 1.12
9. Roland Meier (Schweiz) Post Swiss Team 1.55
10. Felice Puttini (Schweiz) Refin 1.55
13. Jan Ullrich (Deutschland) Telekom 2.46
14. Jens Heppner (Deutschland) Telekom 2.58
15. Christophe Agnolutto (Frankreich) Casino 2.58
20. Rolf Aldag (Deutschland) Telekom 5.51
Gesamtwertung:
1. Christophe Agnolutto (Frankreich) Casino 18.43.18 2. Oscar Camenzind (Schweiz) Mapei 5.12 3. Jan Ullrich (Deutschland) Telekom 6.15
4. David Extebarria (Spanien) Once 6.20
5. Roland Meier (Schweiz) PostSwiss Team 7.06
6. Felix Garcia Casas (Spanien) Festina 8.02
7. Stefano Garzelli (Italien) Mercatone Uno 8.05
8. Peter Luttenberger (Oestereich) Rabobank 8.12
9. Philipp Buschor (Schweiz) Saeco 8.14
10. Daniele Nardello (Italien) Mapei 8.32
Dokumentation. Jürg
Casanova schreibt für den Schweizer Tages-Anzeiger:
Gesamtsieg in Griffnähe
Leader Agnolutto hat noch immer mehr als
fünf MinutenVorsprung
Sergei Gontschar gewann am Samstag das Zeitfahren
von Spiez, David Etxebarria gestern Sonntag die Bergankunft in Bosco
Gurin, doch zu den Gewinnern des Weekends gehörte auch Leader Christophe
Agnolutto, der den Schaden in engen Grenzen hielt. Zum gefährlichsten
Rivalen des Franzosen ist Oscar Camenzind aufgerückt, aber er ist
noch immer 5:14 Minuten zurück.
Mehr Spektakel und mehr Emotionen hätte auch die ursprünglich geplante
Königsetappe von Spiez über Grimsel und Nufenen nach Bosco Gurin
hinauf kaum bieten können. Der Entscheid, angesichts der schlechten
Wetterprognosen umzudisponieren, erwies sich im nachhinein als richtig.
Und die nur noch 147 km lange Ersatzvariante von Biasca, wohin die
Fahrer in einem dreistündigen Transfer chauffiert worden waren,
über den Monte Ceneri ins Sottoceneri und zurück auf den Originalparcours
animierte nicht nur die Fahrer zu einem kampfreichen Rennen, sondern
sorgte auch für ein Wechselbad der Gefühle: Start im Bindfadenregen
und Finale bei trockenem Wetter, ja, sogar ein paar Sonnenstrahlen
schafften den Weg durch die dicken Wolken. Der Sturz und das
Ausscheiden von Alex Zülle, der Rückschlag von Beat Zberg, der vom
siebten auf den 16. Gesamtrang zurückrutschte, auf der andern Seite
Oscar Camenzind, der gegen die Uhr und am Berg hervorragend fuhr
und endgültig zum Schweizer Hoffnungsträger aufgerückt ist, sowie
der Vorstoss des noch fast unbekannten Philipp Buschor vom 18. auf
den neunten Gesamtrang. Dem jungen Ostschweizer aus der Mannschaft
von Giro-Sieger Ivan Gotti scheint in der zweiten
Profisaison endlich der Knopf aufgegangen zu sein.
Selektion in rüder Steigung
Der Monte Ceneri und vor allem die rüde, 4 km lange
Steigung nach Arosio hinauf, sorgten für eine deutliche Selektion
nach hinten. An der Spitze blieben 35 Fahrer übrig. In der entscheidenden
Phase versuchten die Mannschaften Rabobank und Telekom das Rennen
in den Griff zu kriegen. In der Magadino-Ebene waren es Breukink
und Sörensen vom holländischen Team, welche den Rückstand auf eine
Spitzengruppe mit Scinto, Aldag und Odriozola bis zum Beginn der
Schlusssteigung so gering wie möglich zu halten versuchten. Aber
Luttenberger vermochte später die Vorarbeit seiner Kollegen nicht
auszunützen. Mit seinem Antritt konnte er sich nicht lösen, für
einen zweiten Versuch fehlte dem letztjährigen Tour-de-Suisse-Sieger
(noch) der Schnauf.
Ullrichs schlechte Beine
Noch mehr Aufwand auf den letzten 16 terrassenartig
eine Höhendifferenz von 1100 m überwindenden Kilometern betrieben
die Telekom-Fahrer. Erst Heppner und dann Riis sorgten für ein Tempo,
das die Zahl ihrer Begleiter immer geringer werden liess, und Leader
Agnolutto musste verzweifelt um den Anschluss kämpfen. Doch plötzlich
scherte Ullrich aus. "Der morgendliche Transfer und der kalte
Regen hatten mir zugesetzt, ich verfügte über keine guten Beine
und wollte nicht zu sehr forcieren", erklärte der Deutsche
am Ziel, der am Samstag im Zeitfahren nach 31,5 km um 27 Hundertstel
von Sergei Gontschar geschlagen worden war. Riis und Heppner unterbrachen
ihren Effort und spielten ab diesem Moment in einem moderateren
Tempo Lokomotive für Ullrich.
Profiteur dieser Situation war Agnolutto, der sich über mehrere
Kilometer an den Telekom-Zug anhängte. Erst ganz zuletzt war er
auf sich allein angewiesen, hielt aber seine Einbusse wie schon
im Zeitfahren in engen Grenzen. Der Franzose hat den Tour-de-Suisse-Sieg
mehr als je in Griffnähe.
Dokumentation. sid schreibt:
Etappensieg für Etxebarria
Mit unerwarteten Außenseiter-Erfolgen endete das
"Halbzeit"-Wochenende bei der 61. Tour de Suisse. Sergej
Gontschar und der Spanier David Etxebarria sicherten sich die Tagessiege
auf den Etappen fünf und sechs, die dennoch auch im Zeichen der
Stars des Bonner Radteams Deutsche Telekom standen.
Überschattet wurde das Rennen am Sonntag von einem schweren Sturz
des Schweizers Alex Zülle, der dabei einen Schlüsselbeinbruch erlitt
und wohl auch für die Tour de France ab 5. Juli ausfällt. In den
Sturz bei Kilometer 88 verwickelt waren insgesamt sechs Fahrer,
darunter auch Dirk Baldinger aus Merdingen.
Eine Bravour-Leistung zeigte Etxebarria bei der schweren Bergetappe
am Sonntag. Der 24jährige sprintete auf den letzten Metern dem zu
diesem Zeitpunkt scheinbar sicheren Sieger Leonardo Piepoli davon
und ließ den entkräfteten und verdutzten Italiener im Ziel um elf
Sekunden hinter sich. Auch der Italiener Francesco Casagrande und
Lokalfavorit Oscar Camenzind hatten vergeblich auf einen Einbruch
des Tagessiegers gehofft und kamen mit 21 bzw. 43 Sekunden Rückstand
auf den nächsten Plätzen ins Ziel.
Im Kampf um das Gelbe Trikot konnte Jan Ullrich (Merdingen) nicht
soviel Zeit wie erhofft auf den Gesamtspitzenreiter Christophe Agnolutto
gutmachen.
Ullrich kam mit 2:46 Minuten Rückstand auf Etxebarria als 13. direkt
hinter seinem dänischen Telekom-Chef Bjarne Riis (2:07) im Zielort
Bosco Gurin an, Agnolutto lag 2:58 Minuten zurück. Damit blieb der
Franzose, der noch am Samstag im Kampf gegen die Uhr 2:09 Minuten
eingebüßt hatte, Erster mit 5:12 Minuten Vorsprung vor Camenzind.
Bei der wegen teilweise überaus schlechter Witterungslage mit Schneefall
und Regen von ursprünglich 254,2 auf 147,5 Kilometer verkürzten
"Königs-Etappe" am Sonntag von Biasca nach Bosco Gurin
hatte Ullrichs Telekom-Kollege Rolf Aldag zur Schlußattacke angesetzt.
Nach 131 Kilometern bei der letzten Sprintwertung setzte sich der
Ahlener gemeinsam mit dem Italiener Luca Scinto und Jon Odriozola
aus Spanien vom Peloton ab.
Das Trio hielt allerdings auf den letzten 16,1 Kilometern mit einer
Steigung bis zu 14 Prozent das Tempo nicht lange durch und wurde
schließlich "durchgereicht". Danach kontrollierten die
Telekom-Stars Ullrich, Jan Riis (Dänemark) und Jens Heppner (Gera)
die Führungsgruppe mit Camenzind und Casagrande.
Dem selbst vorgelegten Tempo mußten die drei Telekom-Fahrer auf
dem 750 m langen Anstieg ins 1.500 m hoch gelegene Bosco Gurin schnell
jedoch Tribut zollen und fielen an den Schluß der etwa 20köpfigen
Führungsgruppe zurück. Wenn auch mit Mühe ließ sich Agnolutto von
den Telekom-Attacken nicht beeindrucken und hielt stets den Anschluß
an das vordere Feld.
Acht Kilometer vor dem Ziel schlug schließlich Etxebarrias große
Stunde. Der Spanier kämpfte sich scheinbar mühelos an den Favoriten
vorbei und fuhr schnell einen respektablen Vorsprung heraus. Doch
rund drei Kilometer vor dem Ziel schienen ihn die Kräfte zu verlassen,
als Piepoli seinen Angriff begann. Am Ende hatte Etxebarria denn
doch noch die größeren Reserven.
Beim Einzelzeitfahren über 31,5 Kilometer am Samstag hatte Ullrich
seinen zweiten Etappensieg nach dem Triumph vom Freitag nur um einen
Wimpernschlag verpaßt. Nur um 27 Hundertstelsekunden mußte sich
der letztjährige Zweite der Tour de France gegen Gontschar geschlagen
geben. Auf dem Rundkurs in Spiez hatte sich Ullrich bei einem Anstieg
leicht verhaspelt und büßte die entscheidenden Sekundenbruchteile
ein. Herausragende Vorstellungen boten auch Heppner und Udo Bölts
(Heltersberg). Die beiden Telekom-Akteure kamen zeitgleich mit je
1:33 Minuten Rückstand auf den Tagessieger auf den Plätzen zwölf
und 13 ins Ziel. Dagegen verpaßte Team-Kapitän Riis einen Platz
unter den `Top 20" und landete auf dem 36. Rang. Der Sieger
der Tour-de-France von 1996 wurde mit 2:45 Minuten Rückstand gestoppt.
Die siebte Etappe führt am Montag über 193,9 Kilometer von Locarno
durch die Alpen hinab nach Zug.