Tour de Suisse 1997
7. Etappe, Locarno - Zug am 23. Juni, 193
km
Berichte
von dieser Etappe
1. Tom Steels (Belgien) Mapei
2. Erik Zabel (Deutschland) Telekom
3. Lauri Aus (Estland) Casino
4. Fabio Baldato (Italien) MG-Technogym
5. Fabrizio Guidi (Italien) Scrigno
6. Nicola Minali (Italien) Batik
7. Markus Zberg (Schweiz) Mercatone Uno
8. Emmanuel Magnien (Frankreich) Festina
9. Oscar Camenzind (Schweiz) Mapei
10. Rolf Sörensen (Dänemark) Rabobank alle g.Z.
Gesamtwertung
1. Christophe Agnolutto (Frankreich) Casino 18.43.18
2. Oscar Camenzind (Schweiz) Mapei 5.14
3. Jan Ullrich (Deutschland) Telekom 6.15
4. David Extebarria (Spanien) Once 6.20
5. Roland Meier (Schweiz) PostSwiss Team 7.06
6. Felix Garcia Casas (Spanien) Festina 8.02
7. Stefano Garzelli (Italien) Mercatone Uno 8.05
8. Peter Luttenberger (Oestereich) Rabobank 8.12
9. Philipp Buschor (Schweiz) Saeco 8.14
10. Daniele Nardello (Italien) Mapei 8.32
Dokumentation. Jürg
Casanova schreibt für den Schweizer Tages-Anzeiger
Zbergs unbelohnter Effort
Tom Steels gewann im Zuger Massensprint
die siebte Etappe der Tour de Suisse
Die siebte Etappe der Tour de Suisse von Locarno
nach Zug wurde in einem Massensprint vom Belgier Tom Steels gewonnen.
An der Spitze des Gesamtklassements änderte sich nichts: Christophe
Agnolutto führt weiterhin 5:14 Minuten vor Oscar Camenzind.
Geprägt wurde das Teilstück durch eine lange Flucht des Duos Beat
Zberg/Danny Nelissen. Die Initiative ging vom Urner aus, der 5 Kilometer
vor der Gotthard-Passhöhe aus dem Feld wegfuhr, das die Leventina
hinauf von einem starken Gegenwind gebremst wurde, was zu einem
Rückstand von 40 Minuten auf die Marschtabelle führte. Die Passhöhe,
mit 2109 m über Meer höchster Punkt der diesjährigen Tour, erreichte
Zberg mit 25 Sekunden Vorsprung auf ein erstes, von Stefano Garzelli,
Oscar Camenzind und Jan Ullrich angeführtes Feld. Zu den abgehängten
Fahrern gehörte Mauro Gianetti, der später aufgab.
Flucht ohne Chance
In der Abfahrt erhielt Zberg Gesellschaft von Nelissen.
In Silenen (132 km), dem Heimatort der Radsport-Dynastie Zberg,
wiesen die beiden Spitzenfahrer einen maximalen Vorsprung von 2:46
Minuten auf das Feld auf. Je näher jedoch das Ziel rückte, desto
mehr begannen hinten die Mannschaften Tempo zu machen, um den Weg
für ihre Sprinter zu ebnen. Die Mapei-Fahrer für Tom Steels, jene
von Telekom für Erik Zabel und Giovanni Lombardi, Batik für Nicola
Minali und die Holländer von Rabobank für Robbie McEwen.
Zberg und Nelissen hatten unter diesen Umständen keine Chance zum
Durchkommen, obwohl sie auf der kurvenreichen Strasse entlang des
Zugersees erst ins Gesichtsfeld der Verfolger gerieten, als ihr
Vorsprung nur noch wenige Sekunden betrug. 12 Kilometer vor Zug
war für Beat Zberg der Traum vom ersten Saisonsieg ausgeträumt.
"Ich rechnete mir Chancen aus, weil ich damit spekulierte,
dass ich im Gesamtklassement nicht mehr gefährlich bin, und weil
ich nach den beiden Etappen vom Wochenende viele Fahrer müde glaubte",
begründete Zberg seinen Unternehmungsgeist.
Siebter Saisonsieg
Rolf Järmann und Frankie Andreu, danach Leo van
Bon und Arvis Piziks versuchten vergeblich, einen Massenspurt zu
verhindern. Riis und Lombardi lancierten den Sprint für Zabel, doch
von dessen Hinterrad trat Steels unwiderstehlich an. Der 25jährige
Belgier feierte bereits seinen siebenten Saisonsieg. Allein bei
Paris-Nizza hatte er im Frühling vier Etappen gewonnen. Steels kommt
von der Bahn, wo er als Kilometer-Zeitfahrer glänzte. Dank der Fürsprache
des damaligen Bahn-Nationaltrainers Patrick Sercu erhielt Steels
für 1994 einen Profivertrag bei Vlaanderen 2000. Ein Jahr darauf
gewann er bereits sechs Rennen, worauf sich Mapei die Dienste des
aufstrebenden Sprinters sicherte.