Der erste Träger der Maglia rosa des 82. Giro d'Italia heisst Ivan Quaranta
(It, 25).
Die 1. Etappe über 175 km von Agrigento nach Modica endete zwar mit einem Massenspurt.
Dabei setzten sich aber nicht die Sprint-Asse Jeroen Blijlevens (Ho, 2.) oder Mario
Cipollini (It, 3.) durch, sondern der Junioren-Weltmeister im Sprint auf der Bahn von 1992
in Athen.
Favoriten kaum zu sehen
Bei einer Wärme von über 30 Grad hatten sich die Anwärter auf den Giro-Gesamtsieg
nicht gross um das Geschehen gekümmert. Deshalb wurde diese Startetappe auf Sizilien zur
Hauptsache von Aussenseitern geprägt. Einer Gruppe von Ausreissern, die 18 km vor dem
Ziel wieder gestellt wurde, gehörte auch Olympiasieger Pascal Richard an.
Nachdem sich am Morgen zwischen 6.30 und 9.00 Uhr die Fahrer sämtlicher 18
Sportgruppen einem Bluttest auf den Hämatokrit-Wert unterziehen mussten, wurden Nicola
Loda (It, Sportgruppe Ballan) und Javier Ochoa (Sp, Kelme) als rennuntauglich erachtet und
für zwei Wochen suspendiert, weil ihr Wert die kritische Grenze von 50 überstieg. Die
sportlichen Leiter beider Fahrer hatten dazu keine stichhaltige Erklärung bereit. Sie
zogen sich mit der Begründung aus der Affäre, ihre beiden Athleten verfügten von Natur
aus einen hohen Hämatokrit-Wert. (Quelle: Newswindow)
Giro d'Italia. 1. Etappe, Agrigento - Modica (175
km):
1. Ivan Quaranta (It) 4:38:51 (37,675 km/h), 12 Sekunden
Bonifikation
2. Jeroen Blijlevens (Ho) 8 Sek. Bon.
3. Mario Cipollini (It) 4 Sek. Bon
4. Guido Trenti (USA)
5. Romans Vainsteins (Lett)
6. Gabriele Missaglia (It)
7. Fabrizio Guidi (It)
8. Fabiano Fontaneli (It)
9. Angel Edo (Sp)
10. Endrio Leoni (It)
11. Gerrit Glomser (Ö)
12. Stefano Garzelli (It)
13. Andrej Teterjuk (Kas)
14. Orlando Gomes (Por)
15. Oscar Camenzind (Sz)
16. Giuliano Figueras (It)
17. Gabriele Balducci (It)
18. Paolo Savoldelli (It)
19. Davide Rebellin (It)
20. Andrea Noé (It)
Ferner:
21. Laurent Jalabert (Fr)
24. Marco Pantani (It)
27. José Maria Jimenez (Sp)
38. Pascal Richard (Sz)
42. Ivan Gotti (It)
49. Peter Luttenberger (Ö)
57. Richard Virenque (Fr)
83. Alex Zülle (Sz)
114. Felice Puttini (Sz) alle gleiche Zeit wie Quaranta
160 klassiert.

Cipollini revanchiert sich für die gestrige Niederlage
Mario Cipollini startet in der Maglia rosa zur 3. Etappe des 82. Giro d Italia. Nach
seiner überraschenden Niederlage zum Auftakt in Modica, wo der Nobody Ivan Quaranta
(It)
im Spurt des Hauptfeldes gewonnen hatte, revanchierte sich der italienische Topsprinter
auf dem zweiten Tagesabschnitt über 133 Km von Noto nach Catania. Cipollini siegte nach
perfektem Teamwork im Massenspurt hauchdünn vor dem Holländer Jeroen Blijlevens und
feierte seinen insgesamt 26. Etappenerfolg seit seinem Giro-Debüt 1989.
Die vier Schweizer Oscar Camenzind, Pascal Richard, Alex Zülle und Felice Puttini
hatten gegen die grosse Wärme anzukämpfen. Sie erreichten an beiden Tagen
das Ziel im Feld.
2. Etappe, Noto - Catania (133 km):
1. Cipollini 3:18:12 (40,262 km/h), 12 Sek. Bonifikation
2. Blijlevens 8 Sek. Bon.
3. Dario Pieri (It) 4 Sek. Bon.
4. Missaglia
5. Quaranta
6. Massimiliano Gentili (It)
7. Guidi
8. Gian Matteo Fagnini (It)
9. Balducci
10. Noé
23. Camenzind
25. Jalabert
37. Pantani
82. Puttini
86. Virenque
87. Zülle alle gleiche Zeit 1
52. Richard 3:00
160 gestartet, 157 klassiert

Dritte Etappe, dritter Leader: Im Giro d Italia wechselt das Leadertrikot täglich
seinen Besitzer. Neuer Träger ist der Holländer Jeroen Blijlevens, der die 3. Etappe von
Catania nach Messina im Massenspurt gewann. Er setzte sich gegen Jan Svorada und Massimo
Strazzer durch und holte sich dank den Zeitgutschriften die "maglia rosa". Der
bisherige Leader Mario Cipollini war hingegen vom Pech begleitet worden. 45 km vor dem
Ziel wurde er in einen Massensturz verwickelt. Erst lag er kurze Zeit benommen am Boden,
dann nahm er die Fahrt ohne grösseren Verletzungen wieder auf. Dank seinen Teamkollegen
fand er wieder Unterschlupf im Feld, für die Sprintentscheidung reichten die Kräfte
allerdings nicht mehr.
3. Etappe, Catania - Messina (176 km):
1. Jeroen Blijlevens (Ho) 4:53:49 (35,941 km/h), 12 Sek. Bonifikation.
2. Jan Svorada (Tsch) 8 Sek. Bon.
3. Massimo Strazzer (It) 4 Sek. Bon.
4. Nicola Minali (It)
5. Endrio Leoni (It)
6. Miguel Angel Martin (Sp)
7. Gabriele Balducci (It)
8. Fabrizio Guidi (It)
9. Alexander Gontschenkow (Russ)
10. Alain Turicchia (It)
28. Marco Pantani (It)
35. Oscar Camenzind (Sz)
45. Mario Cipollini (It) alle gleiche Zeit
157 gestartet und klassiert.

Angriffiger Camenzind
Im Giro d'Italia hat Laurent Jalabert sein erstes Ziel erreicht. Der Franzose gewann
die 4. Etappe über 186 km von Vibo Valentino nach Terme Luigiane und kann jetzt auf
Tageserfolge in allen drei grossen Rundfahrten verweisen. Der Sprinter Jeroen Blijlevens
(Ho) blieb Gesamterster.
Das Geschehen des ersten Teilstückes der Rundfahrt auf dem italienischen Kontinent
konzentrierte sich auf die letzten 15 km und insbesondere jene 2000 m, die mit bis zu acht
Steigungsprozenten hinauf ins Ziel führten. In diesem Schlussteil zeigte Oscar Camenzind
seine ausgezeichnete Verfassung auf. Der Strassenweltmeister hielt sich stets in den
vordersten Positionen. Erst auf den letzten 100 m musste sich der Innerschweizer noch von
Jalabert sowie den beiden Italienern Gian Matteo Fagnini und Davide Rebellin überspurten
lassen.
"Ich blieb an der Spitze, weil ich ein gutes Resultat anstrebte. Auf dem letzten
Kilometer war ich etwas isoliert. Ich beging einen grossen Fehler, indem ich den Spurt
für Jalabert lancierte", erklärte Camenzind nach seinem 4. Etappenrang. Auf der
Anfahrt zum Etappenort hatten seine Teamkollegen ausgezeichnete Arbeit geleistet und ihren
Captain in die besten Positionen des Feldes geführt.
4. Etappe, Vibo Valentino - Terme Luigiane (176 km):
1. Laurent Jalabert
(Fr) 4:23:49 (40,938
km/h), 12 Sek. Bonifikation
2. Gian Matteo Fagnini (It) 8 Sek.
Bon.
3. Davide Rebellin (It)
4 Sek. Bon
4. Oscar Camenzind (Sz)
5. Alexander Gontschenkow (Russ)
6. Massimo Apollonio (It)
7. Paolo Savoldelli (It)
8. Wjatscheslaw Jekimow (Russ)
9. Alain Turicchia (It)
10. Enrico Zaina (It).
11. Giuseppe Di Grande (It)
12. Marco Pantani (It)
13. Aldo Zanetti (It)
14. Dario Frigo (It)
15. Andrea Noé (It)
16. Marco Velo (It)
17. Chann McRae (USA)
18. Matteo Tosatto (It)
19. Niklas Axelsson (Sd)
20. Peter Luttenberger (Ö)
Ferner:
23. Ivan Gotti (It)
31. José Maria Jimenez (Sp)
55. Felice Puttini (Sz)
63. Jeroen Blijlevens (Ho)
alle gleiche Zeit
90. Alex Zülle (Sz)
0:48
109.Richard Virenque
(Fr) gleiche
Zeit
145.Pascal Richard (Sz)
4:34
157 gestartet und klassiert

Bei der ersten Bergankunft des Giro d'Italia hat Oscar Camenzind auf dem
Monte Sirino zehn Sekunden auf die anderen Favoriten der Rundfahrt eingebüsst. Das 147 km
lange, fünfte Tagespensum wurde von Chepe Gonzalez (Kol) gewonnen. Laurent Jalabert (Fr)
übernahm von Jeroen Blijlevens (Ho) das Leadertrikot.
1500 m vor dem Ziel erreicht die Süd-Steigung des Monte Sirino die Nord-Rampe. Die nur
wenige Meter lange, aber enge Abzweigung wurde dem Weltmeister zum Verhängnis. Andere
Fahrer drängelten um das Hinterrad von Jalabert. Es kam beinahe zu einem Sturz. Camenzind
kam beinahe zu Fall, musste abbremsen, und schon war die Chance dahin, das Ziel mit den
Besten zu erreichen.
"Sonst ging in dieser langen Steigung alles gut. Es ist schade, dass ich durch
diesen Zwischenfall zurückgeworfen wurde", gab sich Camenzind zurückhaltend. Der
Innerschweizer braucht sich nicht zu grämen. Der geringe Rückstand bedeutet noch lange
nicht das Ende seiner Aussichten, die Rundfahrt auf dem Podium zu beenden. Dazu trug bei,
dass die 18 km lange, aber nur in wenigen Passagen bis neun Prozent steile Steigung für
die Kletterer keine Herausforderung darstellte. Von Ivan Gotti oder Marco Pantani blieb
jeglicher Angriff aus. "Dieses Gelände war mich nicht für einen Vorstoss
geeignet", erklärte Pantani.
Geriet Camenzind durch Pech etwas ins Hintertreffen, machten zwei andere Schweizer
wenigstens zeitweise an vorderster Front auf sich aufmerksam. Pascal Richard gehörte
während 50 km einer Fluchtgruppe an. Der Olympiasieger erlitt aber einen Einbruch, als
die Angriffe um den Etappensieg einsetzten. Später war es Alex Zülle, der zugunsten
seines Teamcaptains José Maria Jimenez (Sp) das Tempo hochhielt.
Giro d'Italia. 5. Etappe, Terme Luigiane - Monte Sirino (147 km):
1. Chepe Gonzalez (Kol) 4:11:47 (35,030 km/h), 12 Sekunden Bonifikation
2. Danilo Di Luca (It) 0:05, 8 Sek. Bon.
3. Laurent Jalabert (Fr) 0:06, 4 Sek. Bon.
4. Marco Pantani (It)
5. Ivan Gotti (It)
6. Paolo Savoldelli (It)
7. Dario Frigo (It) alle gleiche Zeit
8. Davide Rebellin (It) 0:08
9. Gilberto Simoni (It) 0:09
10. Oscar Camenzind (Sz) 0:16
Ferner: 27. Alex Zülle (Sz) 0:28 33. Richard Virenque (Fr) 0:35 59. Felice Puttini
(Sz) 2:03 77. Pascal Richard (Sz) 8:07 123. Jeroen Blijlevens (Ho) 16:59 157 gestartet und
klassiert

Bemühungen von Camenzind und Missaglia nicht belohnt
Der Lette Romans Vainsteins hat die 6. Etappe des Giro d'Italia von Lauria nach Foggia
über 245 kmim Sprint eines rund 50 Fahrer umfassenden Feldes vor Fabrizio Guidi gewonnen.
Diese beiden Fahrerüberholten wenige Meter vor der Ziellinie den Italiener Gabriele
Missaglia (3.). Dieser war rund 600 Meter vordem Ziel unter der Mithilfe seines
Teamkollegen Oscar Camenzind ausgerissen. Leader bleibt weiterhin der Franose Laurent
Jalabert.
Auf taktisch clevere Art versuchte Oscar Camenzind im Finale, sich für die
Helferdienste seines Teamkollegen Gabriele Missaglia erkenntlich zu zeigen. Der
Strassenweltmeister liess 700 m vor dem Zielstrich hinter dem Italiener
abreissen. Doch
die 30m Vorsprung, die Missaglia herausholte, reichten nicht aus. Auf dem einzigen
Streckenteil des Tagespensums, auf dem sich die Fahrer dem Wind entgegenzustemmen hatten,
versauerte der in diesem Jahr noch sieglose Missaglia regelrecht und wurde auf den letzten
20 m noch auf den 3. Etappenrang verwiesen.
Lauria - Foggia (245 km):
1. Romans Vainsteins (Lett) 5:55:43 (41,325 km/h), 12 Sekunden Bonifikation.
2. Fabrizio Guidi (It) 8 Sek. Bon.
3. Gabriele Missaglia (It) 4 Sek. Bon.
4. Matteo Tosatto (It)
5. Paolo Bettini (It)
6. Guido Trenti (USA)
7. Marco Magnani (It)
8. Alessandro Petacchi (It)
9. Jeroen Blijlevens (Ho)
10. Giuliano Figueras (It)
15. Oscar Camenzind (Sz)
22. Marco Pantani (It)
31. Mario Cipollini (It)
35. Laurent Jalabert (Fr)
53. Felice Puttini (Sz)
56. Alex Zülle (Sz) alle gleiche Zeit
153. Pascal Richard (Sz) 7:36
157 gestartet und klassiert.

Nach den Boykottdrohungen am Vormittag haben sich die Fahrer im Verlaufe des
7. Giro-Teilstückes über 157 km von Foggia nach Lanciano eines Dienstes nach Vorschrift
befleissigt. Jeroen Blijlevens (Ho) gewann den Massenspurt, Leader Laurent Jalabert (Fr)
und sein Team hielten das Geschehen problemlos unter Kontrolle.
Jalabert stiess zusammen mit seinen Helfern im Verlaufe der vier Stunden dauernden
Fahrt nicht auf die geringste Schwierigkeit, seine Position zu verteidigen. Der
französische Strassenmeister weist unverändert sieben Sekunden Vorsprung auf Danilo Di
Luca (It) auf. Auf den letzten anderthalb Kilometern in Langhirano splitterte sich das
Feld auf. Die Zeitnehmer stoppten für Oscar Camenzind (33.) einen Rückstand von sechs
Sekunden, womit sich der Rückstand des Strassenweltmeisters auf Jalabert auf 32 Sekunden
erhöhte. Camenzind befand sich in guter Gesellschaft. Auch Marco Pantani und Ivan Goti
befanden sich in seiner Gruppe.
Giro d'Italia. 7. Etappe, Foggia - Lanciano (157
km):
1. Jeroen Blijlevens (Ho) 4:12:06 (37,366 km/h), 12 Sekunden
Bonifikation
2. Romans Vainsteins (Lett) 8 Sek. Bon
3. Fabrizio Guidi (It) 4 Sek. Bon
4. Paolo Bettini (It)
5. Mariano Piccoli (It)
6. Alessandro Petacchi (It)
7. Gabriele Balducci (It)
8. Gabriele Missaglia (It)
9. Angel Edo (Sp)
10. Gian Matteo Fagnini (It)
Ferner
21. Laurent Jalabert (Fr) gleiche Zeit
33. Oscar Camenzind (Sz)
34. Marco Pantani (It)
75. Felice Puttini (Sz)
91. Richard Virenque (Fr)
93. Alex Zülle (Sz) alle gleiche Zeit
140. Pascal Richard (Sz) 6:11
157 gestartet, 156 klassiert
Aufgegeben: Piotr Ugrumow (Russ)

Die zweite Bergankunft im Giro d'Italia hat einen Umsturz im Gesamtklassement
herbeigeführt. Der Vorjahressieger Marco Pantani gewann die achte Etappe von Pescara nach
L'Aquila Gran Sasso (2130 Meter über Meer) über 253 km und übernahm zugleich die
Führung in der Gesamtwertung. Der bisherige Leader Laurent Jalabert verlor wie der
Schweizer Oscar Camenzind eine Minute.
Pantani, der auch in diesem Jahr als einer der grossen Favoriten auf den Endsieg
gehandelt wird, führte die Entscheidung im Finale des über 30 km langen Schlussaufstiegs
zum Gran Sasso herbei. Der Italiener fuhr rund eineinhalb Kilometer vor dem Ziel aus einer
grösseren Spitzengruppe mit allen Gesamtklassements-Ersten heraus und gewann seine
insgesamt fünfte Etappe am Giro d'Italia. Zugleich war es sein vierter Saisonerfolg.
Hinter seinem spanischen Teamkollegen klassierte sich überraschend Alex Zülle als
bester Schweizer mit 23 Sekunden Rückstand auf Platz drei. Auf Platz vier folgte der
Italiener Iwan Gotti. Weltmeister Oscar Camenzind verlor als Zehnter rund eine Minute,
ebenso wie der bisherige Leader Laurent Jalabert (Fr).
Es mag überraschend gekommen sein, dass Marco Pantani schon zwei Wochen vor Abschluss
der Rundfahrt zum Angriff schritt. Für die Gegner erschreckend hingegen sind die
Abstände, die der Giro- Vorjahressieger im Regen und bei einer empfindlichen Kälte von 3
Grad auf knapp 3 km und mit 8,9 Pozent nicht überaus steilen Kilometern zu schaffen
vermochte. Die bis am Schluss nicht in Erscheinung getretenen José Maria Jimenez
(Sp) und
Zülle vermochten den Schaden mit 23 resp. 26 Sekunden Rückstand einigermassen im Rahmen
zu halten. Ivan Gotti büsste schon über eine halbe Minute ein, Oscar Camenzind 1:00 und
der Gesamterste Laurent Jalabert (Fr) 1:05 Minuten. In der Gesamtwertung weist der
Strassenweltmeister als 8. 1:22 Minuten Rückstand auf, Zülle auf Platz 15 1:44 Minuten.
Nach einem Transfer nach Ancona wird am Pfingstsonntag die erste Prüfung gegen die Uhr
ausgetragen. Die 32 km lange Strecke im Naturpark Conero gilt als schwer und beinhaltet
nach halber Distanz sogar eine Bergpreiswertung. Auf einem solch anforderungsreichen
Parcours dürfte sich am ehesten ein Allrounder vom Format eines Laurent Jalabert
durchsetzen.
Giro d'Italia. 8. Etappe, Pescara - Gran Sasso
d'Italia (253 km):
1. Marco Pantani (It) 7:09:00 (37,860 km/h), 12 Sekunden
Bonifikation
2. José Maria Jimenez (Sp)
0:23 8 Sek. Bon.
3. Alex Zülle (Sz)
0:26 4 Sek.
Bon.
4. Ivan Gotti (It) 0:33
5. Andrea Noé (It) 0:42
6. Daniel Clavero (Sp)
7. Dario Frigo (It) beide gleiche Zeit
8. Sergej Gontschar (Ukr) 0:58
9. Massimo Codol (It) 1:00
10. Oscar Camenzind (Sz)
Ferner:
14. Laurent Jalabert
(Fr) 1:05
23. Richard Virenque (Fr) 1:23
53. Pascal Richard (Sz) 8:26
61. Felice Puttini (Sz)
10:27
155 gestartet, 153 klassiert
Nicht gestartet: Ivan Basso (It).
Aufgegeben: Guido Trombetta und Aldo Zanetti (beide It)

Der Franzose Laurent Jalabert hat in Ancona die 9. Etappe des Giro
d'Italia,
das 32 km lange Einzelzeitfahren, für sich entschieden und damit vom Italiener Marco
Pantani das Leadertrikot wieder übernehmen können.
Jalabert distanzierte im Zeitfahren den Ukrainer Sergej Gontschar um 25 und Pantani um
55 Sekunden. In der Gesamtwertung übernahm allerdings Jalabert gegenüber dem nun
zeitgleichen Pantani nur aufgrund der Hundertstelssekunden des Zeitfahrens die Führung.
Strassen-Weltmeister Oscar Camenzind fuhr ein gutes Zeitfahren. 57 Sekunden hinter
Jalabert wurde der Schwyzer Vierter, womit er in der Gesamtwertung einen Rang gutmachte
und nun Siebenter ist, mit 1:24 Rückstand auf Leader Jalabert. Alex Zülle belegte im
Zeitfahren mit 1:15 Rückstand Platz 7, was ihn ihn im Gesamtklassement vom 15. auf den 8.
Rang brachte. Zülle liegt nun zwei Minuten und vier Sekunden hinter Leader Jalabert
zurück.
Giro d'Italia. 9. Etappe, Einzelzeitfahren in Ancona (32 km):
1. Laurent Jalabert (Fr) 40:36.
2. Sergej Gontschar (Ukr) 0:25 zurück.
3. Marco Pantani (It) 0:55.
4. Oscar Camenzind (Sz) 0:57.
5. Dario Frigo (It) 0:59.
6. Daniel Clavero (Sp) 1:08.
7. Alex Zülle (Sz) 1:15.
8. Ivan Gotti (It) 1:23.

Der Italiener Mario Cipollini hat seinen zweiten Etappensieg im Giro
d'Italia errungen. Im Massenspurt des 10. Teilstückes von Ancona nach San Sepolcro über
179 Kilometer bezwang er seine Landsleute Ivan Quaranta und Massima Strasser.
Das Leadertrikot trägt jedoch der Franzose Jalabert, da er im Zeitfahren vom
Pfingstsonntag zwei Hundertstel schneller gewesen war als der Italiener. Sonst wird in
Etappenrennen nur auf die Sekunde genau Zeit genommen.
Oscar Camenzind und Alex Zülle erreichten das Ziel mit dem Feld.
8. Etappe, Pescara - Gran Sasso d'Italia (253 km):
1. Mario Cipollini (It) 4:28:24 (42,250 km/h), 12 Sek. Bon.
2. Ivan Quaranta (It) 8 Sek. Bon.
3. Massimo Strazzer (It) 4 Sek. Bon.
4. Francesco Arazzi (It)
5. Endrio Leoni (It)
6. Sergej Smetanin (Russ)
7. Gabriele Balducci (It)
8. Jeroen Blijlevens (Ho)
9. Fabrizio Guidi (It)
10. Alessandro Petacchi (It)
11. Gabriele Missaglia (It) 12. Dario Pieri (It) 13. Nicola Minali (It) 14. Andrej
Hauptmann (Sln) 15. Fabio Baldato (It) 16. Matteo Tosatto (It) 17. Jan Svorada (Tsch) 18.
Gian Matteo Fagnini (It) 19. Miguel Angel Martin (Sp) 20. Matteo Frutti (It)
Ferner: 28. Luttenberger, 30. Camenzind, 34. Pantani, 36.
Jalabert, 46. Jimenez, 65. Gotti, 108. Virenque, 111. Zülle, 116. Puttini, 123. Richard alle
gleiche Zeit wie Cipollini
-- 153 gestartet und klassiert.

An seinem Wohnort Cesenatico hat Marco Pantani weder in der Maglia rosa noch
zeitgleich mit Leader Laurent Jalabert Einzug gehalten. Der Franzose hatte sich beim
"Intergiro" vier Sekunden Zeitgutschrift erspurtet. Sieger im Massenspurt der
11. Etappe wurde Ivan Quaranta (It) vor seinem Landsmann Mario Cipollini sowie Oscar
Camenzinds Teamkollege Jan Svorada (Tsch).
Hämatokrit-Tests bei 15 Fahrern
Nachdem in Ancona die Ärzte des italienischen Olympischen Komitees CONI ihre Arbeit
verrichtet hatten, traten am Dienstag morgen zwischen 7 und 8 Uhr die Abgesandten des
Weltverbandes UCI in Aktion. Sie untersuchten 15 Fahrer der Teams Riso Scotti, Polti und
Once auf ihren Hämatokrit-Wert.
Bei allen 15 Fahrern wurde keine Übertretung des Grenzwertes festgestellt, so dass sie
als rennfähig erachtet wurden und den Giro fortsetzen konnten.
11. Etappe, Sansepolcro - Cesenatico (122 km):
1. Ivan Quaranta (It) 2:53:41 (42,146 km/h), 12 Sekunden
Bonifikation.
2. Mario Cipollini (It) 8 Sek. Bon.
3. Jan Svorada (Tsch) 4 Sek. Bon.
4. Jeroen Blijlevens (Ho)
5. Endrio Leoni (It)
6. Matteo Tosatto (It)
7. Dario Pieri (It)
8. Massimo Strazzer (It)
9. Luca Cei (It)
10. Marco Gili (It)
Ferner
18. Marco Pantani (It)
31. Oscar Camenzind (Sz)
33. Laurent Jalabert (Fr)
92. Alex Zülle (Sz)
100. Richard Virenque (Fr)
104. Felice Puttini (Sz) alle gleiche Zeit
144. Pascal Richard (Sz) 1:44
153 gestartet und klassiert.

Beim achten Massenspurt in diesem Giro d'Italia ist zum dritten Mal Mario
Cipollini erfolgreich gewesen. Der Italiener liess nach den 169 km der 12. Etappe in
Sassuolo Ivan Quaranta (It) und Jeroen Blijlevens (Ho) hinter sich. An der Spitze des
Gesamtklassementes sind Laurent Jalabert (Fr) und Marco Pantani (It) unverändert durch
vier Sekunden getrennt.
Weil praktisch das ganze Feld zusammen das Ziel in Sassuolo erreichte, ergaben sich im
Gesamtklassement keine grossen Verschiebungen. Wie seit dem Zeitfahren in Ancona belegen
Oscar Camenzind und Alex Zülle die Ränge 7 und 8.
Hart erkämpfter Ruhetag
Ihren Ruhetag von Freitag müssen sich die Radprofis am Donnerstag schwer erkämpfen.
Die 13. Etappe führt sie über 243 km von Sassuolo in der Emilia-Romagna nach Rapallo ans
Mittelmeer. Bei dieser Fahrt über die Höhen der Berge des Apennin sind die Pässe
Malanotte, Cisa, Brattello und Cento Croci zu bewältigen. Laut Streckenplan bedeutet dies
eine Höhendifferenz von 2750 m.
Dieses Total ist nicht überwältigend. Die vier Pässe innert 100 km bedeuten nach
Ansicht von Marco Pantani jedoch eine nicht zu unterschätzende Gefahr, weil das Rennen
schwierig unter Kontrolle zu halten ist. Diese Bedenken teilt auch Laurent
Jalabert, der
sich im Gegensatz zum Giro-Kronfavoriten keine grossen Sorgen zu machen braucht. Mit
seinen zwei Etappensiegen in Terme Luigiane und Ancona und den nunmehr acht Tagen, an
denen er das Leadertrikot trägt, hat er seine Ziele mehr als erreicht. "Am
Ruhetag", so Jalabert, "werde ich mich erholen und mit Sicherheit keine der
Steigungen der folgenden Etappe inspizieren gehen."
Erneut 15 Fahrer getestet
In Cesenatico setzten die Abgesandten des Weltverbandes UCI am Morgen ihre
Blutkontrollen fort. Zwischen 7.30 und 9.00 Uhr testeten sie 15 Fahrer der Sportgruppen
MercatoneUno, Mapei und Saeco. Keiner der Radprofis überschritt den Hämatokrit-Grenzwert
von 50 Prozent, so dass sie als weiterhin rennfähig eingestuft wurden.
12. Etappe, Cesenatico - Sassuolo (170 km):
1. Mario Cipollini (It) 4:07:07 (41,276 km/h), 12 Sekunden
Bonifikation
2. Ivan Quaranta (It) 8 Sek. Bon.
3. Jeroen Blijlevens (Ho)
4. Luca Cei (It)
5. Matteo Tosatto (It)
6. Nicola Minali (It)
7. Sergej Smetanin (Russ)
8. Jan Svorada (Tsch)
9. Endrio Leoni (It)
10. Wladimir Duma (Ukr)
Ferner:
22. Marco Pantani (It)
23. Oscar Camenzind (Sz)
37. Laurent Jalabert (Fr)
66. Felice Puttini (Sz)
81. Alex Zülle (Sz) alle gleiche Zeit
100. Richard Virenque (Fr) 0:15
118. Pascal Richard (Sz) 0:43
153 gestartet und klassiert.

Camenzind jetzt Sechster
In der 13. Etappe des Giro d'Italia über 243 km von Sassuolo nach Rapallo
ist jegliche Überraschung ausgeblieben. Die Helfer von Leader Laurent Jalabert (Fr) und
dem Kronfavoriten Marco Pantani (It) hielten das Geschehen unter Kontrolle. Die Fahrt
über die Höhen und durch die Täler des Apennin wurde von Richard Virenque (Fr)
gewonnen.
Die Steigungen der vier Pässe über die 2750 Höhenmeter machten den Fahrern beinahe
weniger zu schaffen als die Abfahrten. Unter den Sturzopfern waren der Gesamtdritte Dario
Frigo sowie Leonardo Piepoli (beide It) zu finden. Beide schieden mit
Schlüsselbeinbrüchen aus. Durch Frigos Elimination rückten Oscar Camenzind und Alex
Zülle um eine Position auf die Ränge 6 und 7 vor.
Der Ostschweizer beklagte sich im Ziel über schwere Beine, wegen denen er am ersten
Pass nicht mehr mit dem Feld mithalten konnte. Danach fing sich Zülle offenbar auf und
fand wieder den Anschluss.
Aussenseiter vorne
Allianzen gibt es im Radsport immer wieder. Diesmal betrafen sie erneut den
Gesamtersten Jalabert und den Kronfavoriten Pantani. Dem einen ging es darum, die Maglia
rosa zu verteidigen, der andere hatte alles Interesse daran, sich nicht von seinen Gegnern
überraschen zu lassen.
Die Hauptgruppe am Ziel machte 46 Fahrer aus. Unter ihnen befanden sich sieben Helfer
von Pantani, womit die Stärke des Teams unter der Anführung der beiden Routiniers
Massimo Podenzana und Enrico Zaina ein weiteres Mal unterstrichen wurde. Bei Jalabert
befand sich am Schluss nur noch dessen Teamkollege Peter Luttenberger (Ö).
So sahen die Konkurrenten zur Hauptsache gelb, die Farben von Once und
MercatoneUno.
Und jene Aussenseiter, denen es gelang, diesen Vorhang zu durchbrechen, durften sich nie
eines grossen Vorsprunges erfreuen. 22 waren es ingesamt bei verschiedenen
Vorstössen.
Vier blieben am Schluss übrig. Von ihnen eliminierten sich Chepe Gonzalez (Kol) und
Roberto Heras (Sp, beide Kelme) durch einen Sturz in der Abfahrt vom Passo di Malanotte
selbst. Richard Virenque und Santiago Blanco hatten so bei der Fahrt Richtung Etappenziel
zwei Gegner weniger.
"Rücktritt" im Januar
Mit Freudenschreien und zur Faust geballter Hand fuhr Richard Virenque über den
Zielstrich, nachdem er seines Spurtsieges über Santiago Blanco (Sp) gewiss war. Seine
Geste kam einer Demonstration gleich: ich kann noch siegen, ich bin noch da.
Noch in diesem Jahr war der Franzose nirgends mehr. Seine steten Beteuerungen, er habe
nie zu leistungssteigernden Mitteln gegriffen, obwohl er im letzten Juli zu den wegen des
Dopingskandals von der Tour de France ausgeschlossenen Festina-Fahrern zählte, hatten
seine Glaubwürdigkeit untergraben. Keine Sportgruppe wollte ihn mehr unter Vertrag nehmen
-jedenfalls nicht zu den finanziellen Bedingungen, die der vierfache Bergkönig der Tour
stellte. So sah sich Virenque im Januar gezwungen, seinen Rücktritt
bekanntzugeben.
Die Rettung nahte in der Person des Unternehmers Franco
Polti, der seine Investition in
den Radprofi vor allem für die Lancierung seiner Haushaltgeräte in Frankreich
betrachtete. Diese Investition trug nun Früchte, obwohl der frühere Festina-Pfleger
Willy Voet behauptete, mit den von Virenque verlangten Medikamenten hätte man einen
Menschen unter den Boden bringen können. Virenque ist auch in die neueste Affäre
verwickelt, die um den Pariser Rechtsanwalt Bertrand Javelot und den Pferdezüchter
Bernard "Dr. Mabuse" Sainz ausgebrochen ist.
In dieser 13. Etappe wartete Virenque immerhin mit einer starken Leistung auf, die ihn
während den letzten 80 km an der Spitze des Rennens sah. Der Franzose war seit dem
vergangenen Sommer sieglos. Im Juni hatte er eine Etappe des Dauphiné Libéré für sich
entschieden und im August noch zwei Kriterien in Frankreich gewonnen.
Ruhetag
Nach dem Transfer gestern abend ins Piemont können die Fahrer am Freitag den einzigen
Ruhetag der Rundfahrt geniessen. Sie sind mindestens vom Stress und der Konzentration
während ihres Renneinsatzes entlastet. Es wäre aber völlig falsch, sich jeder
körperlichen Aktivität zu enthalten. Oscar Camenzind und seine Teamkollegen werden sich
deshalb gegen Mittag auf eine Ausfahrt mit dem Rennvelo von drei Stunden Dauer begeben.
13. Etappe, Sassuolo - Rapallo (243 km):
1. Richard Virenque (Fr) 6:55:34
(35,085 km/h), 12 Sek. Bonifikation
2. Santiago Blanco (Sp)
gleiche Zeit 8
Sek. Bon.
3. Davide Rebellin (It)
0:21
4 Sek. Bon.
4. Roberto Sgambelluri (It) 0:22
5. Andrej Teterjuk (Russ) 0:34
6. Andrej Zintschenko (Russ)
7. Gerrit Glomser (Ö).
8. Giuliano Figueras (It)
9. Enrico Zaina (It)
10.Oscar Camenzind (Sz)
Ferner:
14. Marco Pantani (It)
17. Laurent Jalabert (Fr)
26. Alex Zülle (Sz)
31. Ivan Gotti (It)
33. Peter Luttenberger (Ö)
42. José Maria Jimenez (Sp) alle gleiche Zeit wie
Teterjuk
56. Felice Puttini (Sz)
2:01
120. Pascal Richard (Sz) 26:47
154 gestartet, 143 klassiert
Nicht gestartet: Danilo Di Luca (It), Dirk Müller (De), Romans Vainsteins
(Lett)
Aufgegeben: Aitor Osa (Sp), Leonardo Piepoli (It), Jan Svorada
(Tsch), Ivan Quaranta (It), Luca Cei (It), Giuseppe Palumbo (It), Dario
Frigo (It)

Rückschlag für Oscar Camenzind
In der 14. Giro-Etappe über 187 km von Bra nach Borgo San Dalmazzo sind Oscar
Camenzinds Träume ins Wanken geraten, die Rundfahrt auf dem Podium zu beenden. Der
Innerschweizer büsste 3:36 Minuten auf Marco Pantani ein und liegt in der Gesamtwertung
nun 5:18 Minuten hinter dem Italiener, der sich mit einem zweiten Rang das Leadertrikot
zurückeroberte. Etappensieger wurde Paolo Savoldelli (It).
Camenzind geriet über den erstmals vom Giro befahrenen Colle Fauniera (2511 m über
Meer) ins Hintertreffen, noch ehe Marco Pantani seine Gegner mit seinen Antritten
herausforderte. Es habe ihm an Kraft gefehlt, meinte der Innerschweizer im Ziel. Dem
Strassenweltmeister gelang es immerhin, seinen Rückstand dank der Hilfe durch seinen
Leutnant Massimo Codol (It) zu limitieren. In der Gesamtwertung ist Camenzind auf den 9.
Rang zurückgefallen. Noch weit drastischer fiel der Rückschlag für Alex Zülle aus. In
der Gesellschaft seines Teamkollegen José Maria Jimenez (Sp), der als einer der
Hauptgegner Pantanis bezeichnet worden war, machte der Rückstand des Ostschweizers 20:24
Minuten aus.
Savoldellis Solo
Mit seinem Antritt 11 km vor der Passhöhe des Colle Fauniera brachte Pantani zwar alle
seine Konkurrenten in Schwierigkeiten. In der Abfahrt musste der Kletterer aber
verschiedene Fahrer wieder herankommen lassen. Am Schluss blieben indessen nur noch Ivan
Gotti (It) und Daniel Clavero (Sp) mit Pantani, der wieder das Leadertrikot übernahm, das
er schon während 24 Stunden nach seinem Sieg auf dem Gran Sasso getragen hatte. Nach
insgesamt neun Tagen in der Maglia rosa traf Laurent Jalabert (Fr) in der ersten
grösseren Verfolgergruppe im Ziel ein und rutschte in der Gesamtwertung auf den 5. Platz
ab.
Nachdem er in der Abfahrt vom Fauniera zu Pantani aufgeschlossen hatte, griff Paolo
Savoldelli wenig später an und feierte einen schönen Solosieg. Der Italiener hatte in
dieser Saison zuvor im Februar die Trofeo Laigueglia und Ende April die 1. Etappe sowie
das Gesamtklassement der Trentino-Rundfahrt für sich entschieden. Ohne seine
Rückschläge auf dem Gran Sasso (1:25 Minuten hinter Pantani) und im Zeitfahren von
Ancona (1:13 Minuten) wäre Savoldelli jetzt statt Zweiter Gesamterster.
14. Etappe, Bra - Borgo San Dalmazzo (182
km):
1. Paolo Savoldelli (It)
5:22:13 (34,821 km/h) 12 Sek. Bonifikation
2. Marco Pantani (It)
1:47
8 Sek. Bon.
3. Daniel Clavero (Sp)
4 Sek. Bon.
4. Ivan Gotti (It)
beide gleiche Zeit
5. Richard Virenque
(Fr) 3:28
6. Andrej Zintschenko (Russ)
7. Pietro Caucchioli (It)
8. Hernan Buenahora (Kol)
9. Cristiano Frattini (It)
10. Roberto Heras (Sp)
Ferner:
20. Laurent Jalabert (Fr)
alle gleiche Zeit
28. Peter Luttenberger (Ö) 4:17
29. Pascal Richard (Sz)
gleiche Zeit
30. Oscar Camenzind (Sz)
5:33
53. Felice Puttini (Sz)
13:32
60. Alex Zülle (Sz)
20:32
64. José Maria Jimenez (Sp) gleiche
Zeit
141 Fahrer gestartet, 136 klassiert.
Nicht gestartet: Gorazd Stangelj (Sln), Sergej Iwanow (Russ).
Aufgegeben: Fabio Baldato (It), Alexander Gontschenkow (Russ),
Endrio Leoni (It), Stéphane Goubert (Fr), Davide Casarotto (It).

Oscar Camenzinds Traum vom Giro-Podium entschwindet
Das Wochenende im Piemont hat Marco Pantani zurück an die 1. Stelle der
Giro-Gesamtwertung gebracht. Der Italiener übernahm die Maglia rosa am Samstag und
doppelte heute mit einem Etappensieg in Oropà nach. Für Oscar Camenzind sind die
Aussichten stark gesunken, in einer Woche in Mailand auf dem Podium geehrt zu werden.
Es sind keine herben Rückschläge, die Oscar Camenzind in der 14. und 15. Etappe
erlitten hat. Aber der Strassen-Weltmeister vermochte weder mit dem besten noch mit den
guten Kletterern mitzuhalten. Dort, wo die Steigungsprozente zweistellig ausgewiesen
werden, verzeichnet der Innerschweizer Schwierigkeiten. In der Gesamtwertung belegt er
zwar den 9. Platz. Doch die Differenz zum 3. Rang macht doch schon vier Minuten aus.
Im vom Giro erstmals befahrenen Colle Fauniera (2511 m über Meer) war Camenzind am
Samstag schon in Schwierigkeiten geraten, noch bevor die Angriffe der Kletterer
einsetzten. Dank der Hilfe durch seinen Leutnant Massimo Codol (It) vermochte der Fahrer
im Regenbogentrikot seinen Rückstand immerhin zu limitieren.
Zülle in die Katalonien-Rundfahrt
Es habe ihm an Kraft gefehlt, bekannte Camenzind später. Sie war auch gestern Sonntag
noch nicht völlig zurückgekehrt. In der 12 km langen und 700 Höhenmeter überwindenden
Steigung hinauf zum Kloster oberhalb von Biella handelte sich der Innerschweizer weitere
57 Sekunden Rückstand ein. Dennoch schöpfte er wieder etwas Mut. Der Zeitverlust hätte
nach ersten Befürchtungen auch weit grösser ausfallen können.
15. Etappe, Racconigi - Oropà (147 km):
1. Pantani 3:47:31 (38,766 km/h), 12 Sek. Bon.
2. Jalabert 0:21, 8 Sek. Bon.
3. Simoni 0:35, 4 Sek. Bon.
4. Gotti 0:38
5. Clavero gleiche Zeit
6. Miceli 0:44
7. Savoldelli 0:49
8. Zintschenko 0:54
9. Daniele De Paoli (It) 0:56
10. Rebellin 0:57
11. Camenzind
Ferner
16. Virenque
34. Puttini 3:04
68. Zülle 8:39
69. Richard gleiche Zeit
136 gestartet und klassiert

Laurent Jalabert hat die 16. Etappe des Giro d'Italia gewonnen. Der Franzose
schlug am Ende des 241 km langen Teilstücks von Biella nach Lumezzane den Gesamtleader
Marco Pantani im Spurt. Dritter wurde mit Gilberto Simoni ebenfalls ein Italiener.
Bis rund 800 Meter vor dem Ziel waren die Italiener Gabriele Missaglia und
Bergpreis-Leader Paolo Bettini gemeinsam an der Spitze gelegen. Dann verfuhr sich in einer
engen Kurve Bettini und Missaglia wurde vom heranrückenden Feld eingeholt. Auf dem leicht
ansteigenden Endstück verfügte Jalabert, der in diesem Giro bereits die 3. Etappe
gewann, über am meisten Kräfte; Pantani konnte ihn auf dem Zielstrich nicht mehr
abfangen. Mit drei Sekunden Rückstand erreichte Weltmeister Oscar Camenzind das Ziel als
Siebter.
Im Gesamtklassement führt weiterhin Marco Pantani, der seinen Vorsprung auf Paolo
Savoldelli, dank der Zeitbonifikation von 8 Sekunden auf 2:05 Minuten ausbaute. Nur noch
eine Sekunde hinter dem Italiener nimmt Jalabert, der für seinen Sieg 12 Sekunden
Bonifikation erhielt, weiterhin Rang 3 ein. Camenzind ist mit 6:38 Minuten Rückstand
immer noch Gesamtneunter.
31. Mai: 16. Etappe Biella - Lumezzane, 243 km
1. Laurent Jalabert (Fra) ONCE
5.51:36 (41,468 km/h)
2. Marco Pantani (Ita) Mercatone
Uno
3. Gilberto Simoni (Ita) Ballan
4. Roberto Heras (Esp) Kelme
+0:03
5. Marco Velo (Ita) Meractone Uno
6. Davide Rebellin (Ita) Polti
7. Oscar Camenzind (CH) Lampre
8. Paolo Savoldelli (Ita) Saeco
9. Giuseppe Di Grande (Ita) Mapei
10. Nicola Miceli (Ita) Liquigas
+0:06
11. Enrico Zaina (Ita) Mercatone
Uno
+0:09
12. Serguei Honchar (Ukr) Vini Caldirola
13. Niklas Axelsson (Swe) Navigare
14. Andrei Zintchenko (Rus) Vitalicio
+0:11
15. Roberto Sgambelluri (Ita) Cantina Tollo
16. Daniele de Paoli (Ita) Amica
Chips
+0:12
17. Ivan Gotti (Ita) Polti
+0:14
18. Alexandre Shefer (Kaz) Riso Scotti
19. Massimo Codol (Ita) Lampre
20. Fabrizio Guidi (Ita) Polti
+0:22
...
31. Richard Virenque (Fra) Polti
+0:23
32. Gerrit Glomser (Aut) Navigare
+0:23
45. Peter Luttenberger (Aut) ONCE
+0:45
58. Andreas Klier (Ger) TVM
+1:28
--- 135 Starter, 133 gewertet.
Nicht am Start:
Alex Zuelle (CH)
Aufgaben:
Andrea Ferrigato (Ita), Andrej Hauptman

Der zweitletzte Massenspurt dieses Giro d'Italia hat mit dem vierten
Etappensieg Mario Cipollinis in dieser Rundfahrt geendet. Der Italiener kann nun in aller
Ruhe die Heimreise antreten und sich seinen weiteren Saisonzielen widmen. Vor dem
Zeitfahren vom Mittwoch über 45 km in Treviso ergaben sich an der Spitze des
Gesamtklassementes keine Änderungen.
So klar wie in Castelfranco Veneto hat Mario Cipollini weder in Catania noch in
Sansepolcro noch in Sassuolo gewonnen. Eingangs der Schlusskurve vor dem Ziel sofort auf
einen Überraschungsangriff des Russen Sergej Smetanin reagierend, holte
"Super-Mario" auf den letzten 400 m mit Leichtigkeit vier Längen Vorsprung
heraus. Zuvor hatte die Teamarbeit wieder beinahe perfekt funktioniert. Mario
Scirea,
Roberto Petito und Gian Matteo Fagnini hatten ihren endschnellsten Fahrer in eine
günstige Ausgangsposition pilotiert.
Alles von vorne?
Mit Start und Ziel in Treviso wird am Mittwoch die zweite Prüfung gegen die Uhr dieser
Rundfahrt ausgetragen. Sie ist mit Ausnahme jener 5,8 km mit der WM-Strecke identisch. Im
Oktober haben die Spezialisten aber nicht nur die Flachstrecken, sondern auch einen Hügel
zu bewältigen.
Die beiden meistgenannten Siegesanwärter sind Laurent Jalabert und Sergej Gontschar
(Ukr). Der Franzose war schon in Ancona nicht zu schlagen. Es ist nicht
auszuschliessen,
dass Jalabert Marco Pantani mehr als zwei Minuten abnehmen und damit wieder in die Maglia
rosa schlüpfen wird.
Nach der gestrigen Hitzefahrt in gemächlichem Tempo rechnet Marco Pantani unverändert
damit, dass er 3 Sekunden pro Kilometer oder rund drei Minuten auf die Besten einbüssen
wird: "Dann werde ich allerdings nicht zufrieden sein." Der Giro, so der
Kletterer, würde dann wieder von vorne beginnen. Aussichten, das Ergebnis zu korrigieren,
rechnet sich Pantani nur bei der Bergankunft in Alpe Pampeago von morgen Donnerstag oder
dann noch über den Gavia- und Mortirolo-Pass am Samstag aus: "Die Ankunft in Madonna
di Campiglio wird keine grossen Differenzen bringen."
Bei einer vergleichbaren Prüfung letztes Jahr in Triest war Pantani 3:26 Minuten
langsamer als Alex Zülle. Am Ende des gleichen Giros wartete der Italiener aber zwischen
Mendrisio und Lugano mit einer unerwartet starken Leistung auf. Der Vergleich mit Pantani
wird auch für Oscar Camenzind von Interesse sein. In einem Einsatz, in dem fünf Tage vor
Abschluss der Rundfahrt die Reserven und das Erholungsvermögen von grossem Einfluss sind,
kann sich der Strassenweltmeister bestenfalls um eine oder zwei Positionen auf Rang 8 oder
9 verbessern.
17. Etappe, Lumezzane - Castelfranco Veneto (215
km):
1. Mario Cipollini (It) 5:42:49 (37,629 km/h), 12 Sekunden
Bonifikation
2. Matteo Tosatto (It), 8 Sek. Bon
3. Dario Pieri (It), 4 Sek. Bon
4. Sergej Smetanin (Russ)
5. Massimo Strazzer (It)
6. Jeroen Blijlevens (Ho)
7. Alessandro Petacchi (It)
8. Gabriele Missaglia (It)
9. Biagio Conte (It)
10. Miguel Angel Martin (Sp)
11. Francesco Arazzi (It)
12. Fabrizio Guidi (It)
13. Angel Edo (Sp)
14. Nicola Minali (It)
15. Marco Gili (It)
16. Samuele Schiavina (It)
17. Paolo Savoldelli (It)
18. Fabiano Fontanelli (It)
19. Marco Pantani (It)
20. Marco Velo (It)
26.
Oscar Camenzind (Sz)
29. Ivan Gotti (It)
33. Laurent Jalabert (Fr)
39. Peter Luttenberger (Ö)
58. Richard Virenque (Fr)
73. Felice Puttini (Sz), alle gleiche Zeit wie Cipollini
88. José Maria Jimenez (Sp) 0:24
118.Pascal Richard (Sz)
1:19
133
gestartet und klassiert

Im Giro-Zeitfahren über 45 km in Treviso hat es zwei Sieger gegeben. Der
eine heisst Sergej Gontschar, der mit der schnellsten Zeit gewann. Der andere ist Marco
Pantani, der als 7. erneut mit einer starken Leistung aufwartete und der das Leadertrikot
nicht abgeben musste. Oscar Camenzind enttäuschte als 45. und rutschte im
Gesamtklassement auf den 12. Platz ab.
Vier Tage vor Abschluss des Giro spielten die Reserven und die drückende Wärme über
Venetien eine entscheidende Rolle. Unter diesem Umständen vermochte Camenzind nicht zu
bestehen. 4:43 Minuten Rückstand auf Gontschar und eine Differenz von 3:05 Minuten auf
Pantani auf einem völlig flachen Parcours sprechen eine deutliche Sprache.
Noch nie so stark
Letztes Jahr hatte Pantani nach den Bergen im Zeitfahren von Lugano seinen Widersacher
Pawel Tonkow in Schach gehalten. Der Italiener bestätigte seine Fortschritte in den
Prüfungen gegen die Uhr erneut. Als Siebenter erreichte der Kletterer ein Ergebnis, wie
er es sich wohl in seinen kühnsten Träumen nicht vorgestellt hätte. Gegen Jalabert
verlor Pantani knapp über eine Sekunde pro Kilometer und nicht die zwei oder drei, die er
prognostiziert hat.
Den drei folgenden Etappen kann der "Pirat" in aller Ruhe entgegensehen. Er
scheint nicht nur der Fahrer mit der grössten Frische zu sein. Die insgesamt 119 km
Steigung mit 8745 m Höhendifferenz -- also von Meereshöhe beinahe zum Gipfel des
Himalaya -- bieten ihm jede Möglichkeit, die Gegner in Grund und Boden zu fahren.
Neben Pantani ist Paolo Savoldelli zu erwähnen. Der Bergamaske, auf dem Gran Sasso und
beim Zeitfahren in Ancona nicht bei den Besten, war nur 17 Sekunden langsamer als
Gontschar. Die 44 Sekunden Rückstand auf Pantani in der Gesamtwertung werden Savoldelli
kaum zu Höhenflügen verleiten. Aber Savoldelli ist zweifellos die Entdeckung dieses
Giro.
Jalabert nicht so stark
Der Sieg von Sergej Gontschar kam nicht überraschend. Der Ukrainer ist ein Spezialist
der Prüfungen gegen die Uhr. Seine Stärke kommt aus der Kraft, mit der er enorme
Übersetzungen in Schwung zu halten vermag. Stilistisch mag er nicht zu genügen, aber
dieses Argument bleibt nebensächlich, solange das Ergebnis stimmt.
Bei seinem neunten Sieg in einem Zeitfahren -- Gontschars Bilanz in seiner
Profikarriere beläuft sich auf zehn Erfolge -- erreichte der Ukrainer mit einem
Stundenmittel von 51,024 km/h den viertbesten Wert in der Geschichte des Giros.
Rekordhalter ist immer noch Alex Zülle mit seinen 53,771 km/h des letzten Jahres über 40
km in Triest. Gontschar siegte 1997 auch in der Tour de Suisse im Zeitfahren vonh
Spiez.
Sein Vorsprung auf Jan Ullrich (De) machte damals 0,27 Sekunden aus.
Der zweite Favorit, Laurent Jalabert, blieb von Gontschar um 41 und von Savoldelli um
24 Sekunden geschlagen. Der Franzose verzeichnete offensichtlich nicht seinen besten Tag.
Jedenfalls vermochte er seine grossen Gänge nicht mit einer optimalen Kadenz zu treten.
Er habe eine bessere Leistung erwartet, gestand der in spanischen Diensten stehende
Radprofi ein. Und "Pantani war von uns allen sicherlich am meisten motiviert."
In der Gesamtwertung blieb Jalabert auf dem 3. Rang. Auch wenn er seinen Rückstand auf
1:09 Minuten zu reduzieren vermochte, muss er doch befürchten, in den Bergen aus den
Spitzenrängen verdrängt zu werden -- falls er überhaupt bis am Sonntag durchhält.
Neue Weigerung
Noch vor dem Zeitfahren hatten die Ärzte des italienischen Olympischen Komitees CONI
einen neuen Versuch unternommen, die bisher nicht willigen Radprofis Italiens zu einer
Blut- und Urin- Entnahme im Rahmen des Projektes "Ich riskiere meine Gesundheit
nicht" zu bewegen. Sie wurden bei den Sportgruppen MercatoeUno, Navigare, Cantina
Tollo, Liquigas und Amica Chips vorstellig, erlitten aber eine Abfuhr.
Marco Pantani bestätigte seine frühere Stellungnahme, dass er nicht grundsätzlich
gegen diese Kontrollen sei. Es sei aber eine Koordination der Instanzen nötig, um die
Fahrer nicht zu vielen Tests auszusetzen. Solange diese Koordination nicht erfolgt sei,
halte er sich an die Anweisungen der Fahrergewerkschaft, die diese Tests des CONI als
überflüssig erachte.
18. Etappe, Zeitfahren in Treviso (45 km):
1. Sergej Gontschar (Ukr) 52:55 (51,024 km/h)
2. Paolo Savoldelli (It) 0:17
3. Laurent Jalabert (Fr) 0:41
4. Martin Hvastija (Sln) 0:42
5. Marco Velo (It)
0:57
6. Niklas Axelsson (Sd) 1:29
7. Marco Pantani (It) 1:38
8. Victor Pena (Kol) 1:41
9. A. Zintschenko (Russ) 1:50
10. Ivan Gotti (It) 2:17
11. Santos Gonzalez (Sp) 2:18
12. Massimo Podenzana (It) 2:34
13. Roberto Sgambelluri (It), gleiche Zeit
14. Paolo Bettini (It) 2:38
15. Andrej Teterjuk (Kas) 2:40
16. Jewgeni Berzin (Russ) 2:42
17. W. Jekimow (Russ) 2:43
18. Massimo Donati (It) 2:45
19. Giuseppe Di Grande (It) 2:58
20. Pavel Padrnos (Tsch) 3:02
Ferner: 28. Peter Luttenberger (Ö) 3:50 45. Oscar
Camenzind (Sz) 4:43 80. Richard Virenque (Fr) 6:01 92. Felice Puttini (Sz) 6:37 94.
Pascal Richard (Sz) 6:40 124. José Maria Jimenez (Sp)8:43 130 gestartet und klassiert.
Nicht
gestartet: Mario Cipollini (It), Max van Heeswjik (Ho), Santiago Blanco (Sp).

Marco Pantani hat beim Giro d'Italia in der ersten der drei
Dolomiten-Bergetappen einen ungefährdeten Solosieg herausgefahren. Es war dies der
bereits dritte Erfolg Pantanis im laufenden Giro. Pantani siegte mit 1:07 Vorsprung auf
seinen italienischen Landsmann Gilberto Simoni und 1:27 vor dem Spanier Roberto Heras. Der
Gesamt-Zweite Paolo Savoldelli verlor als Achter der Etappe 2:46 und liegt jetzt in der
Gesamtwertung knapp dreieinhalb Minuten hinter Giro-Leader Pantani. Der Franzose Laurent
Jalabert büsste gut vier Minuten auf Pantani ein und rutschte im Gesamtklassement hinter
den Italiener Ivan Gotti auf Platz 4.
Strassen-Weltmeister Oscar Camenzind zeigte sich gegenüber dem Zeitfahren vom Vortag
wieder in einer recht guten Verfassung. Auch er verlor zwar auf den entfesselten Pantani
gut zweieinhalb Minuten, doch dies reichte ihm zum guten 6. Rang in der Etappe. In der
Gesamtwertung verbesserte sich Camenzind um eine Position auf Platz 11.
19. Etappe, Castelfranco Veneto - Alpe di Pampeago (166 km):
1. Marco Pantani (It)
2. Gilberto Simoni (It) 1:07 zurück
3. Roberto Heras (Sp) 1:27
4. Ivan Gotti (It) 1:29
5. Daniele De Paoli (It) 1:54
6. Oscar Camenzind (Sz) 2:32
7. Roberto Sgambelluri (It) gleiche Zeit
8. Paolo Savoldelli (It) 2:46
Laurent Jalabert (Fr) verlor 4:02
Gesamtwertung:
1. Pantani
2. Savoldelli 3:42
3. Gotti 4:53
4. Jalabert 5:24
5. Daniel Clavero (Sp) 7:58
6. Simoni 8:33
Ferner:
11. Camenzind
12:15

Wieder einmal zeigte Pantani am Freitag am Schlußanstieg eine Demonstration der
Stärke. Sieben Kilometer vor dem Ziel trat der Italiener an und kam ins Ziel mit über
einer Minute Vorsprung vor einer kleinen Verfolgergruppe mit Massimo Codol (Lampre),
Laurent Jalabert (ONCE), Gilberto Simoni (Ballan), Ivan Gotti (Polti), Hernan Buenahora
(Vitalicio) und Roberto Heras (Kelme).
Der insgesamt 12km lange Schlußanstieg war mit im Durchschnitt rund 5 Prozent Steigung
im Gegensatz zu dem am Vortag in Alpe di Pampeago (fast 10 Prozent im Schnitt) eigentlich
gar nicht so sehr das ideale Terrain für Pantani, für den die Steigungen gar nicht steil
genug sein können. Dennoch nahm der seiner Konkurrenz wiederum ähnlich viel Zeit ab wie
am Donnerstag.
Pantani trat an, nachdem Laurent Jalabert eine Tempoverschärfung versuchte und hatte
bald Olympia-Sieger Pascal Richard (Mobilvetta) eingeholt, der als letzter von einer
frühen Ausreißergruppe übrig geblieben war.
Während vorn Pantani den Berg hinaufflog und dahinter Gotti und Jalabert ihren
Zeitverlust begrenzten, hatte der Gesamtzweite Paolo Savoldelli (Saeco) wieder einmal
Probleme und verlor auf seine Rivalen um die Podiumplätze wertvolle Sekunden. Dennoch
konnte "Engelsgesicht" Savoldelli seinen zweiten Gesamtrang retten. Zwei Tage
vor dem Giro-Finale in Mailand liegt Savoldelli 5:38 Min. hinter Pantani auf dem zweiten
Gesamtrang vor dem Girosieger von 97 Ivan Gotti (+6:12 Min.) und Laurent Jalabert (+6:39
Min.).
Pantani ist der Gesamtsieg unter normalen Umständen nicht mehr zu nehmen, doch im
Kampf um die weiteren Plätze könnten sich bei der vorletzten Giro-Etappe am Samstag noch
einige Verschiebungen ergeben. Der 21. Tagesabschnitt führt über 190km von Madonna di
Campiglio nach Aprica und hält für die Rennfahrer ein furchteinflößendes Programm
bereit: Es sind zu bewältigen der Anstieg des Gavia (2621 m), wo der Giro 1988 im
Schneesturm steckenblieb, und der gefürchtete Mortirolo (1.852m), der Rampen von bis zu
15 Prozent (!) hat. Mit dem Valico di Santa Cristina ist 6,5km vor dem Ziel danach noch
ein weiterer Anstieg zu bewältigen.
Resultate:
1. Marco Pantani (Ita)
Mercatone Uno 4.39:58 (36,862
km/h)
2. Massimo Codol (Ita) Lampre
+1:07
3. Laurent Jalabert (Fra) ONCE
4. Gilberto Simone (Ita) Ballan
5. Ivan Gotti (Ita) Polti
6. hernan Buenahora (Col) Vitalicio
7. Roberto Heras (Esp) Kelme
8. Oscar Camenzind (CH) Lampre
+1:19
9. Daniele de Paoli (Ita) Amica
Chips +1:29
10. Niklas Axelsson (Swe) Navigare
11. Serguei Honchar (Ukr) Vini Caldirola
12. Marco Velo (Ita) Mercatone Uno
13. Daniel Clavero (Esp) Vtalicio
+1:41
14. Roberto Sgambelluri (Ita) Cantina Tollo
+1:43
15. Andrei Zintchenko (Rus) Vitalicio
+1:44
16. Richard Virenque (Fra) Polti
17. Francesco Secchiari (Ita) Saeco
18. Paolo Savoldelli (Ita) Saeco
19. Massimo Podenzana (Ita) Mercatone Uno
20. Pascal Richard (CH) Mobilvatte
+1:49
...
28. Peter Luttenberger (Aut) ONCE
+3:21
31. Gerrit Glomser (Aut) Navigare
+4:18
61. Jose Maria Jimenez (Esp) Banesto
+11:47
62. Davide Rebellin (Ita) Polti
+11:47
76. Andreas Klier (Ger) TVM
+14:05

Nach dem Ausschluss Marco Pantanis vom Giro d'Italia wegen eines zu hohen
Hämatokrit-Wertes ist der Weg für Ivan Gotti frei zu dessen zweitem Giro-Gesamtsieg nach
1997 geworden. Der Italiener belegte in der Königsetappe über 187 km von Madonna di
Campiglio nach Aprica den 3. Platz, zeitgleich mit Roberto Heras (Sp) und Gilberto Simoni
(It). Vor der Schlussetappe vom Sonntag weist Gotti 3:35 Minuten Vorsprung auf seine
Landsleute Simoni und Paolo Savoldeli auf.
Das Spitzentrio hatte sich am Mortirolo-Pass abgesetzt, der von allen Radprofis als
beschwerlichster Übergang in Mitteleuropa bezeichnet wird. Gesamterster nach dem
Pantani-Ausschluss war Paolo Savoldelli. Der Italiener, der sich geweigert hatte, die
Maglia rosa zu tragen, kam in der Steigung nicht mit Gotti mit und wies im Ziel einen
Rückstand von 4:05 Minuten ein.
Camenzind stürzt am Mortirolo
In der Abfahrt vom Mortirolo-Pass kam es zu einigen Stürzen, deren prominenteste Opfer
Oscar Camenzind und dessen Teamkollege Massimo Codol waren. die ausgangs einer Kurve gegen
eine Mauer prallten. Der Italiener musste mit Kopfverletzungen ins Spital transportiert
werden. Camenzind konnte mit Schürfwunden am Kopf die Fahrt fortsetzen. Bis ins Ziel
summierte sich der Rückstand des Weltmeisters auf 9:40 Minuten. Nach dem Rennen musste er
eine Platzwunde am Kopf im sptal nähen lassen.
Ausstehend ist am Sonntag die Schlussetappe über 170 km von Boario Terme nach Mailand.
Üblicherweise wird auf dem letzten Teilstück ein Gesamterster nicht mehr angegriffen, so
dass Gottis Gesamtsieg kaum gefährdet scheint. In Mailand bietet sich den Sprintern der
zweiten Stärkeklasse Gelegenheit zu einem Prestigeerfolg, nachdem Fahrer wie Mario
Cipollini (It) und Jeroen Blijlevens (Ho) längst die Heimreise angetreten haben.
21. Etappe, Madonna di Campiglio - Aprica (190 km):
1. Roberto Heras (Sp) 5:57:07 (31,922 km/h), 12 Sekunden
Bonifikation
2. Gilberto Simoni (It) 8 Sek. Bon.
3. Ivan Gotti (It) 4 Sek. Bon, beide gleiche Zeit
4. Paolo Savoldelli (It) 4:05
5. Laurent Jalabert (Fr) 4:45
6. Sergej Gontschar (Ukr)
7. Daniele De Paoli (It)
8. Niklas Axelsson (Sd) alle gleiche Zeit
9. Richard Virenque (Fr) 6:19
10. Oscar Mason (It) 8:05
Ferner
16. Oscar Camenzind (Sz)
24. Felice Puttini (Sz)
113. Pascal Richard 25:30
116 klassiert.
Wegen eines zu hohen Hämatokritwertes nicht zum Start zugelassen:
Marco Pantani (It).
Nicht gestartet: Enrico Zaina, Stefano Garzelli, Riccardo Forconi, Simone
Borgheresi, Ermanno Brignoli, Fabia Fontanelli, Marco Velo, Massimo
Podenzana (alle It).
Aufgegeben: Massimo Codol (It).

Nach dem Ausschluss Marco Pantanis vor der zweitletzten Etappe wegen eines
zu hohen Hämatokritwertes hat Ivan Gotti zum zweiten Mal nach 1997 den Giro d'Italia für
sich entschieden. Mit Paolo Savoldelli und Gilberto Simoni kamen zwei weitere Italiener
auf das Podium. Oscar Camenzind beendete die Rundfahrt auf dem 11. Platz.
Es wäre vermessen zu behaupten, Ivan Gotti sei zum Gesamtsieg gekommen wie die
Jungfrau zum Kind. "Ich habe niemandem etwas gestohlen", behauptete der
Bergamaske denn auch zu Recht, als er am Samstag abend in Aprica in die Maglia rosa
eingekleidet wurde. Aber auch er hatte schon vor der dritten Giro-Woche erkennen müssen,
dass er bis zum Ausschluss Pantanis lediglich um Platz 2 fuhr.
Ohne Etappensieg
Den Gesamtsieg hat sich Ivan Gotti am Samstag gesichert, als er über den gefürchteten
Mortirolo-Pass das Tempo bestimmte und so den entscheidenden Vorsprung auf seine direkten
Widersacher herausholte. Bis dahin hatte sich der Italiener aber meistens an den
Hinterrädern gehalten und am meisten Aufsehen erregt, als er vor Wochenfrist in der
grossen Bergetappe im Piemont Pantani die Führungsarbeit verweigerte und am Colletto Don
Bosco wild gestikulierte, als ihm Pantani bei einem durch einen Zuschauer ausgelösten
Manöver den Weg abschnitt.
Zu seinem unverhofften Giro-Gesamtsieg kam Ivan Gotti ohne einen einzigen
Etappenerfolg. Der 3. Rang am Samstag hinter Roberto Heras (Sp) und Simoni stellte seine
beste Teilklassierung dar. Vier 4. und zwei 5. Etappenränge sprechen für Gottis
Regelmässigkeit, was in einer Rundfahrt von drei Wochen Dauer einen nicht zu
unterschätzenden Faktor darstellt.
Schon vor zwei Jahren war Gottis erster Triumph im Giro mit einiger Verwunderung zur
Kenntnis genommen worden. Ihm war damals hinauf nach Breuil/Cervinia ein
Überraschungscoup gelungen. Jener Erfolg schlug sich offenbar auf dem Magen des
Bergamasken nieder. Anhaltende Probleme führten zu einer Durststrecke von anderthalb
Jahren, in denen Gotti praktisch kein Rennen mehr beendete. Es kam sogar zum Zerwürfnis
mit der Leitung seiner Sportgruppe. Bei Polti fand der Radprofi mit ansprechenden
Kletterqualitäten auf diese Saison hin einen neuen Arbeitgeber und einen neuen
Aufschwung.
Drei Italiener auf dem Podium gab es letztmals vor acht Jahren, als Franco Chioccioli
vor Claudio Chiappucci und Massimiliano Lelli gewann.
Wenn es von Fahrerseite her eine Entdeckung in dieser Rundfahrt gab, dann zweifellos
Paolo Savoldelli. Er offenbarte zwar in den langen Steigungen noch gewisse Schwächen und
er verzeichnete am Gran Sasso und im Zeitfahren in Ancona ein getrübtes Wochenende. Aber
mit seiner frischen, offenen und vor allen Dingen gradlinigen Art -- beinahe untypisch in
diesem Metier -- hat sich Savoldelli ein gutes Image geschaffen.
Zu generös
Einer, der ausgezogen war, die Gegner das Fürchten zu lehren, war nach zweieinhalb
Wochen etwas kleinlaut. Statt des erhofften Platzes auf dem Podium musste sich Oscar
Camenzind mit dem 11. Rang bescheiden. Der Strassenweltmeister wollte seine Sache zu gut
machen. Bei drei vier Gelegenheiten hinterliess der Innerschweizer sogar den Eindruck,
seine Teamkollegen im Massenspurt auf die letzten Meter pilotieren zu wollen. So
anerkennenswert ein solcher Einsatz auch ist: als Teamcaptain hat sich Camenzind zu
generös verhalten und dafür mit Formschwankungen gebüsst.
In der Abfahrt vom Mortirolo-Pass stürzte der Strassenweltmeister zu allem Unglück
über seinen am Boden liegenden Teamkollegen Massimo Codol. Dieser zog sich einen
Schlüsselbeinbruch und eine Hirnerschütterung zu. Camenzind konnte die Fahrt mit
Schürfwunden am Kopf fortsetzen. Eine Risswunde oberhalb des linken Auge musste mit
sieben Stichen genäht werden.
Ob mit Pantani als bestem Kletterer und Camenzind als dessen Herausforderer: dieser
Giro löste wenig Begeisterung aus, weil er zu stark auf die Spezialisten ausgerichtet
war. Die Sprinter und die Kletterer standen im Vordergrund. Es fehlten mittelschwere
Etappen für die Allrounder. Zudem legten die Interessen der Teams den Angreifern zu
starke Fesseln um. Fluchtversuche gab es zwar einige, aber nur Savoldelli in Borgo San
Dalmazzo und das Trio Heras/Somoni/Gotti am Samstag durften die Früchte ihrer
Anstrengungen ernten.
Letzte Etappe an Guidi
Das letzte Tagespensum über 170 km von Boario Terme nach Mailand endete
erwartungsgemäss mit einem Massenspurt. Dieser wurde von Fabrizio Guidi gewonnen, womit
der Triumph für das Team Polti gestern Sonntag komplett war. Guidi kam zu seinem 29. Sieg
als Radprofi. In seinem Palmarés figuriert auch der Erfolg im GP des Kanton Aargau in
Gippingen im Jahre 1996.
22. Etappe, Boario Terme - Mailand (170 km):
1. Fabrizio Guidi (It) 4:29:43 (37,817 km/h)
2. Dario Pieri (It)
3. Massimo Strazzer (It)
4. Sergej Smetanin (Russ)
5. Samuele Schiavina (It)
6. Mariano Piccoli (It)
7. Andreas Klier (De)
8. Gian Matteo Fagnini (It)
9. Angel Edo (Sp)
10. Chann McRae (USA)
11. Savoldelli
12. Biagio Conte (It)
13. Gabriele Balducci (It)
14. Nicola Minali (It)
15. Marco Gili (It)
16. Alessandro Petacchi (It)
17. Francesco Arazzi (It)
18. Miguel Martin (Sp)
19. Matteo Tosatto (It)
20. Gianluca Sironi (It)
Ferner:
31. Richard
38. Simoni
42. Puttini
48. Gotti
52. Virenque
81. Camenzind
91. Jimenez alle gleiche Zeit
116 gestartet und klassiert
Schlussklassement:
1. Gotti 99:55:36
2. Savoldelli 3:35
3. Simoni 3:36
4. Jalabert 5:16
5. Heras 7:47
6. Axelsson 9:38
7. Gontschar 12:07
8. De Paoli 14:20
9. Clavero 15:53
10. Sgambelluri 17:31
11. Camenzind 17:39
12. Zintschenko 20:14
13. Sevilla 22:44
14. Virenque 24:15
15. Hernan Buenahora (Kol) 24:38
16. Gabriele Missaglia (It)42:12
17. Giuseppe Di Grande (It)44:23
18. Pavel Padrnos (Tsch) 44:30
19. Peter Luttenberger (Ö) 47:39
20. Nicola Miceli (It) 47:40
Ferner:
24. Puttini 1:00:25
33. Jimenez 1:19:34
55. Richard 2:10:10
Quelle: Newswindow

