Jahresrückblick 2003


 

Wie schon in den letzten Jahren, setzte Ösi auch dieses Jahr auf die Weltcup-Klassiker. So waren die Rennen Amstel Gold Race, Lüttich-Bastogne-Lüttich, Züri-Metzgete, Lombardei-Rundfahrt und natürlich die Weltmeisterschaft dick in seinem Programm angestrichen. Viel Rennpech und Verletzungen verhinderten jedoch oft den Start an diesen Rennen. Am 6. April, bei der Flandern-Rundfahrt, kurz vor seinen vorher genannten Soisonzielen, wollte er seine gute Form testen. Leider endete dieses Vorhaben im Spital von Oudenaarde, weil ein belgischer Berufskollege vom Team Marlux seine Regenjacke so ungeschickt wegwarf, dass sich diese im Vorderrad von Ösi verfing. Diagnose: Zwei gestauchte Rückenwirbel und fast zwei Monate Rennpause. Damit konnte er sein gezieltes Aufbautraining, das er im Winter und Frühling betrieben hatte und ihm zu einer ausgezeichneten Form verhalf, leider nicht in gute Resultate umsetzen.
Sein erstes "richtiges" Rennen nach der Verletzung war dann die Tour de Suisse (16.- 25. Juni), wo er trotz der langen Zwangspause bereits wieder gute Leistungen zeigte.
Bei der Schweizermeisterschaft in Ruggel (29.Juni) wenige Tage nach Ende der Tour de Suisse machte Ösi schon wieder einen sehr starken Eindruck. Hätte es keine Stallorder gegeben, wäre der zweite SM-Titel dringelegen. (1. Schnyder, 2. Beuchat, 3. Aebersold, 4.Camenzind; alle Phonak).
Nach der TdS beginnt bekanntlich die Tour de France, für die Phonak keine Wildcarde erhalten hatte. Und während die TdF am Laufen ist, gibt es wenig andere Startmöglichkeiten. Eine davon war war die Sachsen-Tour, wo Ösi in der 3.Etappe seinen ersten Saisonsieg feiern konnte und mit einem zweiten Platz im Prolog seine gute Form unterstrich.
Die zweite Hälfte der Weltcuprennen wurde in San Sebastian (9.August) gestartet. Bei Temperaturen von über 45°C musste "Schlechtwetterfahrer " Camenzind schwer kämpfen. Mit Dehydrierung und Anzeichen auf Hitzschlag bettelte Ösi am Jaizkibel um Wasser. Ein Zuschauer konnte den schlimmsten Durst mit einem Bidon Wasser mildern. Das Ziel erreichte er mit dem ersten Feld auf Rang 29.
Beim Weltcuprennen in Zürich am 17. August war es zwar immer noch recht heiss, aber mit rund 30°C doch einiges "kühler". Das Rennen verlief fast wie jedes Jahr. Alle schauten auf die Favoriten und mit Daniele Nardello entwischte ein Aussenseiter.

Oski gelang mit dem 7. Rang ein sehr gutes Resultat, wenn man bedenkt, dass er überhaupt keine Unterstützung von seiner Mannschaft erhielt.
So blieb noch die WM in Hamilton, worauf sich der Gersauer wieder sehr gewissenhaft vorbereitet hatte. Fast alles lief nach Plan. Er war eine Runde vor Schluss zusammen mit den Topfavoriten dem Feld entwischt. Nur Astarloa konnte sich noch aus dieser hochkarätigen Gruppe absetzen. Knapp hinter dem neuen Weltmeister fuhr Ösi in die Zielkurve. Es ging noch um Platz zwei. In der Kurve rutschte dann plötzlich das Vorderrad weg, und ein Sturz vermieste die letzten WM-Träume. Diagnose: eine Rippe und den kleinen Finger gebrochen und überall schmerzhafte Prellungen.
Das hinderte Ösi aber nicht, drei Tage später bei Mailand-Turin an den Start zu gehen. Auch sechs Tage später bei der Lombardei-Rundfahrt wollte es Ösi nochmals wissen, musste aber dann doch wegen zu starken Schmerzen aufgeben.
Insgesamt also wieder eine Saison mit sehr viel Pech und Verletzungen, aber dadurch lässt sich ein Camenzind nicht unterkriegen. 2004 ist wieder ein anderes Jahr! (Bild: Keropress)