Ösi
fährt aufs Lombardei-Podest
Oscar
Camenzind fuhr in der 93. Auflage der Lombardei-Rundfahrt auf den
hervorragenden 3. Rang. Gewonnen wurde das letzte Weltcuprennen
der Saison vom grossen Favoriten Michele Bartoli aus Italien.
[Si] - Der 32 Jahre alte Italiener siegte im Spurt vor seinem Landsmann
Davide Rebellin und Camenzind. Der Schwyzer hatte sich in der letzten
Linksurve 250 m in zweiter Position befunden, womit seine Aussichten
bereits kompromittiert waren, zum zweiten Mal nach 1998 das Rennen
der fallenden Blätter für sich zu entscheiden.

Bild:
tour
Trotz
insgesamt 60 km Steigung nahm eine Gruppe von knapp 40 Fahrern die
letzte Steigung hinauf zur Altstadt Bergamos gemeinsam in Angriff.
Erst auf dem Kulminationspunkt kam es zu einer Selektion, nach der
16 Profis an der Spitze verblieben. Auf den letzten 1000 m profitierte
Bartoli von den Helferdiensten seines Teamkollegen Francesco Casagrande,
der für ihn eine ausgezeichnete Ausgangslage für die kurze
Zielgerade schuf.
Dieser
erstmalige Triumph in der Lombardei-Rundfahrt dürfte Michele
Bartoli definitiv darüber hinweg trösten, dass er vom
Technischen Direktor der Italiener, Franco Ballerini, nicht für
die Strassenweltmeisterschaft im belgischen Zolder aufgeboten worden
war. Mit vier Erfolgen in den letzten 21 Tagen blickt Bartoli auf
eine ausgezeichnete Herbstbilanz zurück. Zuletzt hatte er am
Mittwoch vor Oscar Camenzind das Strassenrennen Mailand - Turin
gewonnen. Anfang April hatte Bartoli schon das Weltcuprennen in
Maastricht gewonnen. Ein schwerer Sturz am Ende der 1. Etappe des
Giro d'Italia im deutschen Münster hatte den Italiener ab Mitte
Mai für zwei Monate ausser Gefecht gesetzt.
Wie
sich schon vor zwei Wochen nach dem französischen Klassiker
Paris - Tours abgezeichnet hatte, war Paolo Bettini der Sieg im
Gesatm-Weltcup nicht mehr zu nehmen. Sein engster Herausforderer,
der Belgier Johan Museeuw, hatte auf die Teilnahme an der Lombardei-Rundfahrt
verzichtet, weil er sich auf der schweren Strecke keine Aussichten
mehr ausrechnete. Mathematisch hätte der drittklassierte Igor
Astarloa Bettini noch überholen können. Dazu wäre
ein Triumph des Spaniers im zehnten und letzten Weltcuprennen der
Saison nötig gewesen. Der Erfolg Bettinis im Weltcup ist verdient.
Der 28 Jahre alte Italiener verzeichnete zwar nur einen einzigen
Sieg, Ende April im Ardennen-Klassiker Lüttich - Bastogne -
Lüttich. Er punktete aber in acht der neun Weltcuprennen, an
denen er teilnahm. Mit dem Gesamterfolg wurde also Bettinis Regelmässigkeit
belohnt.
96.
Lombardei - Rundfahrt - 10. Weltcup - Rennen
Cantu-Bergamo
(251 km): 1. Bartoli (It) 6:14:49 (40,98 km/h). 2. Rebellin (It).
3. Camenzind (Sz).
4. Serpellini (It). 5. Francesco Casagrande (It). 6. Boogerd (Ho).
7. Lastras (Sp). 8. Beloki (Sp). 9. Frigo (It). 10. Mancebo (Sp).
11. Winokurow (Kas). 12. Beltran (Sp). 13. Piepoli (It). 14. Simoni
(It), alle gleiche Zeit. 15. Basso (It) 0:04. 16. Lopeboselli (It)
0:14. 17. Giordani (It), gl. Zeit. 18. Kessler (D) 0:27. 19. Beat
Zberg (Sz). 20. Vasseur (Fr). 21. Trampusch (Ö). 22. Miholievic
(Kro). 23. Astarloa (Sp). 24. Mazzanti (It). 25. Fontanelli (It).
26. Freire (Sp). 27. Duma (Ukr). 28. Rasmussen (Dä). 29. Simeoni
(It). 30. Bettini (It), alle gl. Zeit. - 34. Moos 0:36. 43. Schnider
6:02. 47. Zucconi 7:44. 65. Zampieri 10:18. 66. Huser. 68. Gianetti.
69. Calcagni, alle gl. Zeit. - 77 von 192 klassiert.

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