Oscar Camenzind toller Zweiter bei Mailand-Turin

Beim Herbstklassiker Mailand-Turin, der über 199 Kilometer führte, zeigte sich Oscar Camenzind wie schon drei Tage zuvor an den Strassen-Weltmeisterschaften in Zolder (Be) in bester Verfassung. Im Gegensatz zu seiner WM-Resultatausbeute trug sein Einsatz in Italien aber diesmal Früchte. Oesi verpasste den Sieg in der topbesetzten Konkurrenz der Kategorie 1.1 als toller Zweiter nur gerade um wenige Zentimeter. Der Erfolg ging an Michele Bartoli, der sich damit für seine Nichtberücksichtigung an den höchsten Titelkämpfen revanchierte. Phonak stand aber durch das Spitzenergebnis des Schwyzers als weltweit führender Hörgerätehersteller einmal mehr im Mittelpunkt des Geschehens..

„Ich hatte den Sprint auf der Gegengeraden lanciert“

Oscar Camenzind freute sich am Ziel über das gelungene Resultat. Er ärgerte sich aber gleichzeitig, dass es nicht ganz gereicht hat. „Ich lancierte den Sprint auf dem Velodrom von Turin auf der Gegengeraden drei Viertel Runden vor Schluss. Dabei führte ich bis knapp vor dem Ziel und wurde von Bartoli buchstäblich im letzten Moment noch knapp bezungen. Mein Rückstand betrug maximal zehn Zentimeter“, erzählte Ex-Weltmeister Oscar Camenzind.

Bartoli hatte schon das Amstel Gold Race gewonnen

Der 32jährige Michele Bartoli hat bereits das Amstel Gold Race gewonnen. Hinter Camenzind kamen Gabriele Missaglia und Davide Rebellin ins Ziel.

Die Prüfung war durch eine 160 Kilometer dauernde Flucht das Holländers Bram De Groot gekennzeichnet. Sein maximaler Vorsprung wurde einmal mit elf Minuten gemessen. Als das Feld im Finale Tempo machte, erfolgte dessen Einholung 15 Kilometer vor Schluss im Aufstieg zum 600 Meter hohen Superga. Am Berg folgten nun mehrere Attacken. Doch weder Casagrande noch Millar kamen entscheidend weg. In der Abfahrt nach Turin riss Fabiano Fontanelli aus. Wenige hundert Meter vor dem Ziel stürzte er, worauf das Rennen im Sprint der Spitzengruppe entschieden wurde. Unter den ersten Verfolgern kamen auch die weiteren Phonak-Akteure Marco
Fertonani (34.) und Dani Schnider (44.) ins Ziel.

Oscar Camenzind: „Meine Form stimmt“

Oscar Camenzind konnte sich bei seinem ersten Start nach den Weltmeisterschaften davon überzeugen, dass er sich nach wie vor einer ausgezeichneten Verfassung erfreut. „Ich werde nun alles daran setzten, um diese am Samstag auch an der Lombardei-Rundfahrt nutzen zu können, wo ich ja bereits im Goldenen Buch der Sieger figuriere. Damit ich das Weltcupfinale mit intakten Kräften in Angriff nehmen kann, beende ich am Donnerstag den Giro del Piemonte nicht“.

16.10. 87. - Milano-Torino (Ita) 1.1 - 199km

1. Michele Bartoli (Ita/Fassa Bortolo) 4 h 37:44. (42,991 km/h)
2. Oscar Camenzind (Sui)
3. Gabriele Missaglia (Ita)
4. Davide Rebellin (Ita)
5. Marco Serpellini (Ita)
6. Gerhard Trampusch (Aut)
7. Fabrizio Guidi (Ita)
8. Peter Luttenberger (Aut)
9. Alessandro Guerra (Ita)
10. David Millar (GBR) alle gleiche Zeit


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