24.-28.07.
Sachsen-Tour (Ger) 2.3
Grosser
Oesi-Triumpf nach Herzschlagfinale
Der
Gesamtsieger der 18. Sachsen-Rundfahrt heisst nach einem regelrechten
Herzschlagfinale Oscar Camenzind. Der Weltmeister von 1998 und tatendurstige
Phonak-Captain kam in einem Superfinale zu einem Triumph, der in
die Geschichte eingehen wird. Die Crew des weltweit dominanten Hörgeräteherstellers
trug mit einer sensationellen Mannschaftsleistung dazu bei, dass
Oesi einen Rückstand in der Gesamtwertung von drei Sekunden
dank dem Gewinn aller drei Bonifikationssprints in einen Vorsprung
von zwei Sekunden umwandeln konnte. Quasi als Dreingabe gab es auch
noch einen weiteren, zweiten Etappenplatz für Supersprinter
Sven Teutenberg.
Camenzind:
„Das war ein Superkrimi“
Oesi
Camenzind kann bereits auf eine reiche Rennerfahrung und Praxis
zurückblicken. Doch nach geschlagener Schlacht meinte der Innerschweizer:
„Das war ein Superkrimi, wie ich ihn noch nie erlebte. Mein
Team hat Sensationelles geleistet, das nicht mehr zu überbieten
war“. In seiner Bescheidenheit vergass jedoch Camenzind beizufügen,
dass er als Chef in allen Belangen bewundernswert agierte und nur
wenige Tage nach seinem Wiedereinstieg praktisch wieder der „Alte“
ist. An der „Phonak-Vorstellung“ mit einem regelrechten
Herzschlagfinale freuten sich natürlich auch Verwaltungsrats-Präsident
Andy Rihs und Teammanager Urs Freuler über alle Massen. Oscar
Camenzind ist nach seinem Etappen- und Gesamterfolg wieder voll
da.
Jörgen
Bo Petersen zum zweitenmal Zweiter
Der
reputierte Däne Jörgen Bo Petersen hat im Vorjahr die
Sachsen-Rundfahrt und die Luxemburg-Rundfahrt zu seinen Gunsten
entschieden. Auch diesmal zeigte er sich überzeugt davon, dass
im Finale nichts mehr schief laufen wird. Doch erstens kommt es
anders und zweitens, als man denkt. Petersen musste sich nach der
Normandie-Rundfahrt bereits zum zweitenmal in dieser Saison mit
dem zweiten Schlussrang in einer Rundfahrt mit bloss zwei Sekunden
Rückstand zufrieden geben. „Oscar entpuppte sich ganz
einfach als der bessere Sprinter. Das gab letztlich auch den Ausschlag“,
liess Petersen wissen. „Ich habe mein Emblem mit allen mir
zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigt. Doch die Phonak-Truppe
überragte die Dinge mit ihrem clever durchdachten Konzept auf
der ganzen Linie“.
Teutenberg
sammelt die zweiten Ränge im Abonnement
Sven
Teutenberg scheint eine Sammlung für zweite Ränge angelegt
zu haben. Wie schon am Samstag in Grossenhain war er auch diesmal
nach vorbildlicher Sprint-Vorbereitung von Alexandre Usov und Stefan
Kupfernagel in vorderster Front anzutreffen. Er gewann den Sprint
einer grösseren Gruppe um Platz zwei. Dabei hatte er lediglich
das Pech, dass der Oesterreicher Peter Wrolich vom Team Gerolsteiner
das Ziel bereits 25 Sekunden vor ihm überquerte. Teutenberg
wiederum hielt Enrico Poitschke, Eugen Wacker und den Franzosen
Julien Dean sicher in Schach. In der Gesamtwertung reüssierte
der bewundernswerte Oscar Camenzind zwei Sekunden vor dem reputierten
Dänen Jörgen Bo Petersen, 28 Sekunden vor Jürgen
Werner und 42 Sekunden vor Thomas Liese.
Das
grosse Kompliment von Rene Savary
Das
grosse Kompliment des Sportlichen Leiters Rene Savary kannte keine
Grenzen. „Die Worte sensationelle Teamleistung und ein unwahrscheinliches,
taktisches Gespür stellen keine Uebertreibung dar. Dazu kam
ein souverän agierender Oesi in allen Situationen. Beim ersten
Bonifikationssprint holte Camenzind drei Punkte. Beim zweiten und
dritten Anlauf ebenfalls. Hier gingen aber auch zwei auf das Konto
von Petersen“. Savary hält fest, dass die Mannschaft
Phonak die Leader-Führungsrolle eindrucksvoll übernahm
und so das Rennen bestimmen und kontrollieren konnte. Die Phonäkler
entschieden, welche Fluchtguppe man laufen lassen konnte oder eben
neutralisieren musste, um in den entscheidenden Bonifikationssprints
wieder omnipräsent zu sein. Oscar Camenzind feierte im Schatten
der grossen Tour de France ein sensationelles Comeback. Damit legte
er in allen Belangen den Grundstein zu weiteren Phonak-Triumphen
in der zweiten Saisonhälfte.
PM,
Phonak
Verlauf
Mittwoch,
24. Juli - 1. Etappe: Leipzig - Leipzig, 179,5 km
1
Bobbie Traksel (Ned) Rabobank 4.05.41
2 Robert Förster (Ger) Team Nürnberger Versicherung 0.01
3 Steffen Radochla (Ger) Team Coast
4 Werner Riebenbauer (Aut) Team Nürnberger Versicherung
5 Enrico Poitschke (Ger) Team Wiesenhof
6 Klaus Mutschler (Ger) Team Cologne
7 Raimondas Vilcinskas (Ltu) Mróz
8 Peter Wrolich (Aut) Gerolsteiner
9 Julian Dean (NZl) CSC-Tiscali
10 Geert Van Bondt (Bel) CSC-Tiscali
11 Christophe Stevens (Bel) Marlux-Ville de Charleroi
12 Christopher Jenner (Fra) Credit Agricole
13 Lubomir Kejval (Cze) Wüstenrot-ZVVZ
14 Bert Grabsch (Ger) Phonak Hearing Systems
15 Sebastian Denke (Ger) LTA-Quattro Logistics
16 Matthé Pronk (Ned) Rabobank
17 Mathew Hayman (Aus) Rabobank
18 Michal Hrazdira (Cze) Wüstenrot-ZVVZ
19 Oscar Camenzind (Swi) Phonak Hearing Systems
20 Petr Bencik (Cze) Wüstenrot-ZVVZ
Donnerstag,
25. Juli - 2. Etappe: Oschatz - Klingenthal, 188,1 km
Etappensieg
für Oscar Camenzind
Klingentahl (De) - Oscar (Ösi) Camenzind ist wieder
da! Nach einer rätselhaften Viruserkrankung, die den Gersauer
wochenlang zur Untätigkeit verdammt hatte, hat der Weltmeister
von 1998 zum Siegen zurück gefunden. Camenzind gewann an der
Sachsen-Rundfahrt die Königsetappe und übernahm die Führung
im Gesamtklassement der bis Sonntag dauernden Etappenfahrt.
Das zweite Teilstück mit drei Steigungen und der Ankunft nach
188 km in Klingenthal wurde als Königsetappe eingestuft. Nachdem
er schon am Vortag mit seiner aktiven Fahrweise aufgefallen war,
wartete Camenzind erneut mit einer starken Leistung auf. Am Schluss
schlug der Strassenweltmeister von 1998 seine fünf Begleiter
im Spurt, womit er seinen ersten Sieg seit 13 Monaten feierte.
Nach
einem viel versprechenden Saisonbeginn musste Camenzind wegen einer
langwierigen Viruserkrankung wochenlang dem Rennbetrieb fernbleiben.
Am 9. Juni feierte der Phonak-Fahrer bei der Schynberg-Rundfahrt
in Sulz sein Comeback. Den Verzicht auf die Tour de Suisse nutzte
Camenzind zu intensivem Training mit vielen Passfahrten, was sich
offensichtlich schon bezahlt macht.
ba
(Quelle: sda)
Resultate
2. Etappe
1
Oscar Camenzind (Swi) Phonak Hearing Systems 4.58.08
2 Enrico Poitschke (Ger) Team Wiesenhof
3 Pierrick Fedrigo (Fra) Credit Agricole
4 Jorgen Bo Petersen (Den) EDS-fakta
5 Lubomir Kejval (Cze) Wüstenrot-ZVVZ
6 Torsten Hieckmann (Ger) Telekom
7 Christopher Jenner (Fra) Credit Agricole 0.55
8 Björn Glasner (Ger) Team Cologne
9 Peter Wrolich (Aut) Gerolsteiner
10 Geert Van Bondt (Bel) CSC-Tiscali
11 Eugen Wacker (Kgz) Mróz
12 Sebastian Denke (Ger) LTA-Quattro Logistics
13 Nick Gates (Aus) Team Wiesenhof
14 Nicolas Jalabert (Fra) CSC-Tiscali
15 Timo Scholz (Ger) Team Wiesenhof
16 Matthé Pronk (Ned) Rabobank
17 Lars Wackernagel (Ger) LTA-Quattro Logistics
18 Rolf Huser (Swi) Team Coast
19 Morten Sonne (Den) EDS-fakta
20 Lennie Kristensen (Den) EDS-fakta
21 Petr Bencik (Cze) Wüstenrot-ZVVZ
22 Daniel Schnider (Swi) Phonak Hearing Systems
Freitag,
26. Juli - 3. Etappe: Auerbach - Meißen, 203,0 km
(dpa/rsn)
- Robert Förster aus Leipzig hat am Freitag die «Königsetappe»
der Sachsen-Tour über 203 km von Auerbach nach Meißen
gewonnen. Der Profi vom Team Nürnberger setzte sich nach 5:00:49
Stunden im Massenspurt vor seinem Freund Steffen Radochla (Leipzig/Coast)
und dem Rheinländer Sven Teutenberg (Phonak) durch.
Im
Gelben Trikot des Spitzenreiters fährt weiterhin Oscar Camenzind.
Am Samstag muss das Feld zwei Halbetappen absolvieren. Nach einem
30 km-Einzelzeitfahren in Bautzen folgt am Nachmittag der 107 km
lange Abschnitt von Bautzen nach Großenhain.
Resultate
3. Etappe
1.
Robert Förster (Leipzig/Nürnberger) 5:00:49 Stunden
2. Steffen Radochla (Leipzig/Coast)
3. Sven Teutenberg (Mettmann/Phonak)
4. Enrico Poitschke (Gera(Wiesenhof)
5. Geert van Bondt (Niederlande)
6. André Korff (Berlin/Coast)
7. Oscar Camenzind (Phonak) alle gleiche Zeit.
Gesamtklassement
1.
Oscar Camenzind (Schweiz/Phonak) 14:04:27 Stunden
2. Poitschke + 06
3. Pierrick Fedrigo (Frankreich) 08
4. Lubomir Kejval (Tschechien) 12
5. Jorgen Bo Petersen (Dänemark) gleiche Zeit
6. Torsten Hiekmann (Berlin) 16.
Samstag,
27. Juli - 4a..Etappe: Bautzen - Bautzen, 30,5 km EZF
Oscar
Camenzind als Leader entthront
Nach
zwei Tagen ist Oscar Camenzind als Leader der Sachsen-Rundfahrt
entthront worden. Der Innerschweizer erreichte im Zeitfahren über
30,5 km den 8. Platz und musste damit den 1. Gesamtrang an Vorjahressieger
Jörgen Bo Petersen (Dä) abtreten.
Resultate
Zeitfahren
1. Jürgen Werner (Zwickau/Team Nürnberger) 37:10
Minuten
2. Thomas Liese (Leipzig/Team Nürnberger) + 14
3. Bert Grabsch (Hürth/Phonak) 21
4. Andreas Klöden (Cottbus/Telekom) 22
5. Uwe Peschel (Berlin/Gerolsteiner) 27
6. Jorgen Bo Petersen (Dänemark/Fakta) :32
8. Oscar Camenzind (Phonak) :39
Samstag,
27. Juli - 4b.Etappe: Bautzen - Großenhain, 108,1 km
In
der zweiten Halbetappe vom Samstag über 107 km von Bautzen
nach Grossenhain vermochte Camenzind seinen Rückstand von fünf
auf drei Sekunden zu reduzieren. Die Entscheidung um den Gesamtsieg
fällt am Sonntag in der Schlussetappe, die über 156 km
rund um Dresden führt.
Unterwegs versuchte Fakta, das Team des führenden Petersen,
eine Gruppe gehen zu lassen, damit Hauptkonkurrent Camenzind keine
Bonifikationen bekommt. Das klappte nur bedingt. Der Schweizer sicherte
sich zwei wichtige Sekunden bei einem Sprint, am Ende war er jedoch
trotz Führung in der Zielkurve nicht unter den ersten drei.
«Wir werden am Sonntag versuchen, erneut eine Gruppe zu schicken.
Aber selbst ein zweiter Platz hinter Camenzind wäre keine Schande»,
sagte Kim Andersen, Teamchef von Fakta. Im Falle von Petersens Sieg
wäre dies die erste Titelverteidigung in der Geschichte der
Tour.
1.
Steffen Radochla (Leipzig/Coast) 2:09:12 Stunden
2. Sven Teutenberg (Mettmann/Phonak)
3. René Haselbacher (Österreich(Gerolsteiner)
4. Julien Dean (Neuseeland)
5. Steven de Jongh (Niederlande)
6. Werner Riebenbauer (Österreich/Nürnberger)
17. Oscar Camenzind (Phonak) alle gleiche
Zeit.
Gesamteinzelwertung
nach der 4.Etappe:
1. Jorgen Bo Petersen (Dänemark/Fakta) 14:42:21 Stunden
2. Oscar Camenzind (Schweiz/Phonak) + 05
3. Jürgen Werner (Zwickau/Nürnberger) 23
4. Thomas Liese (Leipzig/Nürnberger) 37
5. Andreas Klöden Berlin/Telekom) 45
6. Eugen Wacker (Kirgisien) 57
Sonntag,
28. Juli - 5. Etappe: Dresden - Dresden, 156,3 km
Camenzind
gewann spannendste Sachsen-Tour
28.07.02 (dpa/rsn) - Oscar Camenzind (Schweiz) gewann am Sonntag
die 18. Sachsen-Rundfahrt. Der Weltmeister von 1998 vom Phonak-Team
sicherte sich den Erfolg in einem Wimpernschlagfinale mit nur zwei
Sekunden Vorsprung auf Vorjahressieger Jorgen Bo Petersen (Dänemark/Fakta).
Dritter und damit bester Deutscher wurde Nürnberger-Profi Jürgen
Werner (Zwickau).
Die
abschließende Etappe «Rund um Dresden» über
160 km gewann nach 4:08:53 Stunden Gerolsteiner-Profi Peter Wrolich
(Österreich) als Solist mit 25 Sekunden Vorsprung vor dem Feld,
dessen Sprint Sven Teutenberg (Mettmann/Phonak) gewann vor Wiesenhof-Kapitän
Enrico Poitschke (Gera).
Die
Rundfahrt war die spannendste in ihrer Geschichte. Mit drei Sekunden
Vorsprung auf Camenzind ging Petersen auf die Strecke, auf der der
Anstieg parallel zur Altenberger Bobbahn zu bewältigen war.
Camenzind gewann unterwegs alle drei Sprintwertungen und sicherte
sich somit die nötigen Zeitbonifikationen. Petersen wurde zwei
Mal Zweiter. «Das war ein echter Krimi, wie ich ihn noch nie
erlebt habe. Mein Team hat sensationell gearbeitet», sagte
Camenzind. Für Petersen war es das zweite Mal in diesem Jahr
nach der Normandie Rundfahrt, dass er mit zwei Sekunden Rückstand
auf den Sieger «nur» Zweiter wurde. «Ich habe
viel Respekt vor Oscar. Er ist der bessere Sprinter, das gab den
Ausschlag zu seinen Gunsten», sagte Petersen.
Resultate
5. Etappe
1.
Peter Wrolich (Österreich/Gerolsteiner) 4:08:53
2. Sven Teutenberg (Mettmann) + 25
3. Enrico Poitschke (Gera)
4. Eugen Wacker (Kirgisien)
5. Julien Dean (Frankreich)
6. Robert Bartko (Potsdam) alle gleiche Zeit
Gesamtwertung
(Endstand)
1. Oscar Camenzind (Schweiz/Phonak) 21:00:46
2. Jorgen Bo Petersen (Dänemark) + 02
3. Jürgen Werner (Zwickau) 28
4. Thomas Liese (Leipzig) 42
5. Andreas Klöden (Cottbus) 50
6. Eugen Wacker (Kirgisien) 1:02

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