10.08. 2002 - 22.Clasica San Sebastian (Esp) WC, 227km

Wie schon letztes Jahr heisst der Sieger des Weltcuprennens in San Sebastian Laurent Jalabert. Der Franzose schlug im Baskenland seine vier Fluchtgefährten im Spurt klar.

[Si] - Jalabert feierte damit einen weiteren bedeutenden Erfolg, nachdem er die Tour de France zum zweiten Mal als Bergkönig beendigt hatte. Insgesamt errang Jalabert seinen bereits vierten Weltcupsieg. Neben seinen zwei Triumphen in San Sabastian hatte Jalabert 1995 Mailand - Sanremo und 1997 die Lombardei-Rundfahrt für sich entscheiden.

Wie üblich bei der Fahrt im Baskenland fiel die Vorentscheidung in der einzigen Steigung von Bedeutung, hinauf zum Jaizkibel. Zuerst hatte sich der Kasache Andrej Kiwilew aus dem Feld abgesetzt. Der Italiener Gabriele Missaglia und der Spanier Igor Astarloa schlossen zu ihm auf. Im Alleingang gelang dies auch Jalabert. Schliesslich vervollständigte in der Abfahrt der Italiener Dario Frigo die Ausreissergruppe. Sie holte maximal eine Minute Vorsprung heraus und rettete davon 35 Sekunden ins Ziel.

Mit der Erfahrung aus 14 Profi-Jahren wartete Jalabert im Spurt bis auf die letzten 150 m, ehe er die Initiative ergriff. Dann machte der Franzose aber schnell alles klar. Der Erfolg in San Sebastian stellt für Jalabert einen weiteren schönen Triumph dar, nachdem der Franzose schon im Verlaufe der Tour bekanntgab, dass er Ende Saison seine Laufbahn beenden werde.

Im Aufstieg zum Jaizkibel versuchte Oscar Camenzind vergeblich, den zu diesem Zeitpunkt minimen Rückstand vom Feld zu den Ausreissern wettzumachen. Es handelte sich um die einzige Gelegenheit, bei der man einen der neun Schweizer in der Offensive sah. Der Innerschweizer belegte schliesslich im ersten Teil des Feldes den 14. Platz. Laurent Dufaux hatte sich in Zielnähe noch abgesetzt und wurde im 9. Rang klassiert. Wenig sah man auch von den in der Weltcup-Gesamtwertung an der Spitze klassierten Fahrer. Mit seinem 7. Platz gelang es dem Italiener Paolo Bettini immerhin, seinen Rückstand auf den die Zwischenwertung anführenden Belgier, Johan Museeuw, leicht zu reduzieren.

Resultate

1 Laurent Jalabert (Fra) CSC-Tiscali 5.47.29 (39.19 km/h)
2 Igor Astarloa (Spa) Saeco-Longoni Sport
3 Gabriele Missaglia (Ita) Lampre-Daikin
4 Andrei Kivilev (Kaz) Cofidis
5 Dario Frigo (Ita) Tacconi Sport-Emmegi
6 Danilo Di Luca (Ita) Saeco-Longoni Sport 0.35
7 Paolo Bettini (Ita) Mapei-Quick Step
8 Nico Mattan (Bel) Cofidis
9 Laurent Dufaux (Swi) Alessio
10 Guennadi Mikhailov (Rus) Lotto-Adecco 0.41
11 Oscar Freire Gomez (Spa) Mapei-Quick Step
12 Mirko Celestino (Ita) Saeco-Longoni Sport
13 Marco Serpellini (Ita) Lampre-Daikin
14 Oscar Camenzind (Swi) Phonak Hearing Systems
15 Davide Rebellin (Ita) Gerolsteiner
16 Michele Bartoli (Ita) Fassa Bortolo
17 Richard Virenque (Fra) Domo-Farm Frites
18 Udo Bolts (Ger) Telekom
19 Mario Aerts (Bel) Lotto-Adecco
20 Dmitri Fofonov (Kaz) Cofidis
21 David Cañada Gracia (Spa) Mapei-Quick Step
22 Benjamin Noval Gonzalez (Spa) Relax-Fuenlabrada
23 Andrea Peron (Ita) CSC-Tiscali
24 Alexandre Botcharov (Rus) Ag2r-Prevoyance
25 Antonio Colom (Spa) Relax Fuenlabrada
26 Beat Zberg (Swi) Rabobank
27 Oscar Pereiro Sio (Spa) Phonak Hearing Systems
28 Juan Carlos Dominguez (Spa) Phonak Hearing Systems


Oscar Camenzind zeigte wiederholt, vor allem in der Schlussphase, seine Krallen. Am Jaizkibel versuchte er, aus dem Feld zur Spitze vorzustossen. Dabei fiel er einer Tempoverschärfung von Lance Armstrong zum Opfer. Es war aber unschwer festzustellen, dass der Ex-Weltmeister erneut einen eindrücklichen Beweis seiner Form ablegte. Eine Form, der er sich schon während der Tour de Suisse mit einer Vielzahl von Passfahrten in einem harten Training geholt hatte. Eine starke Verfassung, die er nun am nächsten Sonntag im Schweizer Heimspiel, an der Meisterschaft von Zürich, unter Beweis stellen will.


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