Schweizer-Meisterschaft 1998

 

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Comeback von Oscar Camenzind an der Schweizer Meisterschaft 1998 in Sulz

Nach einer Gesässoperation und dem Forfait für die Tour de Suisse startet Oscar Camenzind morgen Sonntag (12 Uhr) in Sulz AG erstmals wieder zu einem Rennen. Nach dieser Pause zählt der Titelverteidiger aber nicht zu den Favoriten im Kampf um das Meistertrikot. Diese heissen aus Innerschweizer Sicht Beat und Markus Zberg sowie Daniel Schnider.
Morgen sollte dem Post-Swiss-Team das gelingen, was der Crew vor Jahresfrist nach einer guten Ausgangslage mit Roland Meier und Niki Aebersold «bachab» ging, weil Oscar Camenzind damals am Schluss einfach besser war: Die Erringung des Schweizer-Meister-Titels. In dieser Saison, vor allem aber in der Tour de Suisse, zeigte sich das gelbe Schweizer Team taktisch viel besser eingestellt als noch vor einem Jahr.

Starkes Post-Team

Eine Woche vor dem Start zur Tour de France wird erwartet, dass sämtliche Schweizer Spitzenfahrer am Start erscheinen werden. Zumindest haben sie alle die Zusage erteilt. Fest steht, dass es einer Überraschung gleichkommen würde, wenn das rote Trikot mit weissem Kreuz am Ende des 200 km langen Rennens ein anderer Fahrer als einer aus dem Post-Team oder der Festina-Crew überziehen könnte. Leistungsmässig sind die Fahrer dieser beiden Equipen der Konkurrenz überlegen. Die Frage ist nur, ob das Festina-Team mit Zülle, Dufaux, Boscardin und Armin Meier überhaupt motiviert ist, das Rennen zu gewinnen. Motiviert ist das 16köpfige Post-Team. Es geht gleich mit drei Favoriten an den Start. Der zweifache Tour-de-Suisse-Etappensieger Niki Aebersold ist dabei klar die Nummer eins vor Markus Zberg (l TdS-Etappensieg) und Dani Schnider, Letzterer hat sich in Spanien mit einem zweiten Platz an einer kleineren Rundfahrt in Form gefahren. Und fallen alle diese drei Akteure vorzeitig aus der Entscheidung, hat die Mannschaft noch weitere starke Fahrer wie Rolf Huser oder den Zuger Franz Hotz, die «erben» könnten.

Beat Zberg «ohne» Team

Nimmt man die Tour de Suisse als Gradmesser, müsste Beat Zberg als Gesamtzweiter der grosse Favorit der Titelausmarchung sein. Doch die Konkurrenz ist heuer stärker als vor Jahresfrist auf der gleichen Strecke, was vor allem jene Fahrer mit einem starken Team im Rücken bevorteilen sollte. Der Urner ist, wie Camenzind, Roland Meier und der zweifache Meister Puttini, auf sich allein angewiesen, doch das war Camenzind im letzten Jahr auch.
Kaum Chancen haben die Fahrer des Ericsson-Villiger-Teams sowie die nationalen Elitefahrer. Seit 1995 die Open-Meisterschaft erstmals durchgeführt wurde, hat noch nie ein nationaler Akteur an der Meisterschaft ernsthafte Akzente setzen können.

Aus NSZ / Beat Blättler

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Tagesbericht

Niki_Aebersold_Sulz.jpg (32750 Byte)Das Post Swiss Team hat die Schweizer Rad- Elitemeisterschaft in Sulz dominiert und
stellte mit Niki Aebersold den logischen Sieger. Der Radprofi aus Steffisburg machte sich
zugleich das schönste Geburtstagsgeschenk. Der Titelgewinner wurde am Renntag 26 Jahre alt.

Aebersold verwies im Spurt um den Sieg nach 195 km (13 Runden) seine beiden Fluchtgefährten Armin Meier und Franz Hotz auf die Ehrenplätze. Der neue Meister blieb als bester Finisseur der Spitzengruppe auf der Zielgeraden ungefährdet. Zudem hatte er mit Hotz im Finale einen Teamgefährten an seiner Seite.

Wie erwartet entwickelte sich unter dem Tempodiktat des Post Swiss Teams und der Auslandprofis ein Ausscheidungsrennen. Zu den 2652 Höhenmetern kam die Hitze, die die weniger erfahrenen Fahrer rasch in Bedrängnis brachte. Die Entscheidung fiel bereits bei Rennhälfte. Aus dem Spitzenfeld formierte sich in der Steigung nach der Passage von Start und Ziel eine sechsköpfige Spitzengruppe mit den späteren Medaillengewinnern, Pierre Bourquenoud sowie den Amateuren Cédric Fragnière und Pierre Ackermann.

Dieses Trio fiel in der 10. Runde wieder zurück, nachdem Aebersold das Tempo erhöht hatte. "Meine Absicht war, an der Spitze mehr Übersicht zu haben. Zu dritt war dies eher möglich", berichtete Aebersold, der im Vorjahr hinter dem entthronten Titelverteidiger Oscar Camenzind und Roland Meier noch Dritter geworden war. Das Post Swiss Team brachte fünf Fahrer in die ersten zehn und sammelte damit weiter Weltranglistenpunkte. Dem erhofften Start an der Vuelta sollte so gut wie nichts
mehr im Wege stehen.

Nach dem Gewinn zweier Etappen in der Tour de Suisse errang Aebersold abermals einen Grosserfolg für das Team. "Ich bin voll motiviert ins Rennen gestiegen. Ich wusste, dass ich dank der Form aus der Tour de Suisse sehr gute Chancen haben
würde", sagte Aebersold. "Im Finale war ich mir fast sicher, dass mir der Titel nicht mehr zu nehmen sein würde. Wir waren zu zweit, und Armin Meier hatte seit vier Wochen kein Rennen mehr bestritten, weshalb ihm sichtlich die Spritzigkeit fehlte",
sagte Aebersold zur Entscheidung. "Als Schweizer Mannschaft mussten wir den Titel fast gewinnen. Das rote Trikot mit dem weissen Kreuz ist das wichtigste dieses Tages." Aebersold färbt sich nun auch die Haare rot, wie er es seinem Teamkollegen Markus Zberg im Falle eines Sieges versprochen hatte.

Weniger Grund zum Feiern hatte Alex Zülle an seinem 30. Geburtstag. Zu Beginn war er noch an der Spitze anzutreffen. Als indes die Entscheidung absehbar wurde, hielt es ihn nicht mehr lange in der Verfolgergruppe, und in der 9. Runde stieg er enttäuscht vom Rad. "Ich hatte sehr viel mehr erwartet. Die Form ist schlechter als ich angenommen hatte. Die Beine waren schlecht, was sich auch auf die Moral niederschlug."

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Resultate

Schweizer Elite-Meisterschaft (13 Runden à 15 km = 195 km): 1. Niki Aebersold (Steffisburg) 4:37:29 (42,164 km/h). 2. Armin Meier (Rickenbach LU). 3. Franz Hotz (Morgarten), beide gleiche Zeit. 4. Markus Zberg (Schattdorf) 3:58 zurück.
5. Pascal Richard (Aigle) 4:10. 6. Guido Wirz (Roggliswil), gleiche Zeit. 7. Laurent Dufaux (Ollon) 4:39. 8. Roland Meier (Windlach). 9. Rolf Huser (Hünibach). 10. Felice Puttini (Camignolo), alle gleiche Zeit.

11. Alexandre Moos (Miège) 4:56. 12. Pierre Bourquenoud (Vaulruz). 13. Cédric Fragnière (Riaz), beide gleiche Zeit. 14. Beat Zberg (Silenen) 5:03. 15. Pierre Ackermann (Courtetelle) 7:01. 16. Daniel Schnider (Habschwanden) 7:15. 17. Marcel Renggli (Schüpfheim) 7:21. 18. Stefan Rütimann (Sins). 19. Daniel Paradis (Vuadens). 20. Roger Beuchat (Court).

21. Christian Charrière (Le Mouret). 22. Philipp Buschor (Zuzwil), alle gleiche Zeit. 23. Christian Sidler (Moutier) 8:00. 24. Frédéric Vifian (Genf). 25. Lukas Zumsteg (Sulz). -- 103 Fahrer gestartet, 46 klassiert. -- Aufgegeben u.a.: Alex Zülle, Oscar Camenzind, Rolf Järmann, Fabian Jeker, Bruno Boscardin, Patrick Vetsch.

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