03. 12. 2000
Risi/Betschart zum 7. Mal Sieger des Zürcher
Sechstagerennens

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Bruno Risi und Kurt Betschart haben zum 3. Mal
in Folge und zum schon 7. Mal insgesamt das Zürcher Sechstagerennen
gewonnen. Aus schier aussichtsloser Lage zwangen die Schweizer im
Finale das Glück doch noch auf ihre Seite. 750 Meter vor Schluss
schafften sie den entscheidenden Rundengewinn und verwiesen Llaneras/Baffi
(Sp/It) und Madsen/Braikia (Dä) auf die Ehrenplätze.
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[si/un] -
In der abschliessenden Américaine über eine Stunde und 40 Runden
sahen Juan Llaneras und Adriano Baffi lange wie die sicherern Sieger
aus. Risi und Betschart hatten schon am Anfang der finalen Prüfung
eine Runde verloren. Dreimal schlug der Versuch der Urner deutlich
fehl, einen Konter anzubringen. Erst der vierte Anlauf glückte.
Knapp 30 Runden vor Schluss setzten die Schweizer zu jener Attacke
an, die schliesslich in extremis vom Erfolg gekrönt war.
Vier Teams hatten die letzte Prüfung rundengleich in Angriff
genommen. Punktefahren-Olympiasieger Llaneras und Strassensprinter
Baffi traten zusammen mit Jimmy Madsen und Tayeb Braikia schon in
den ersten fünf Minuten in die Offensive und nahmen der Konkurrenz
eine Runde ab. Diesem Rückstand sollten die Urner bis zum Ende
nachjagen. Zwar schafften auch Risi/Betschart in der ersten Stunde
insgesamt vier Rundengewinne, aber Llaneras und Baffi konterten
jeweils umgehend.
Nach dem Sturz von Silvio Martinello (It), der die Aktionen der
Schweizer immer wieder unterstützte, waren Risi und Betschart nach
gut einer halben Stunde auf sich allein gestellt. Dreimal versuchten
sie wegzukommen, über mehr als eine Drittel Runde gedieh der
Vorsprung freilich kaum. Vielmehr machte es den Anschein, als ob
Risi und Betschart in der Spitze "verhungern" und so
entscheidende Energien verpuffen würden. Ganz nach dem Gusto der
7500 Zuschauer machten die Schweizer aber nochmals Kräfte frei und
fuhren den Hattrick ein.
26. gemeinsamer Sixjours-Gesamtsieg
Risi und Betschart, beide 32-jährig, hatten das Zürcher
Sechstagerennen schon 1992, 1993, 1995, 1996, 1998 und 1999 für
sich entschieden; so oft wie kein Team zuvor. Auch Markus Zberg, der
Strassenfahrer im Urner Team, trug sein Scherflein zum Erfolg bei.
Er sammelte in den separaten Prüfungen unter den
“Nicht-Spezialisten” die meisten Punkte.
Im Steher-Sechstagerennen wiederholte der Berner Oberländer
Hanskurt Brand (34) den Sieg aus dem Vorjahr. Im Sixjours de
l'Avenir (Amateure) waren die Franzosen Benoît Genauzeau und Julien
Tejeda eine Klasse für sich und verwiesen das Schweizer Duo Patrick
Fäh und Patrick Kraus mit fünf Runden Vorsprung auf Platz 2. Es
war der sechste ausländische Sieg seit 1993.
Keine Zuschauerzuwachs
Mit rund 33'000 Zuschauern wurde der Vorjahres-Wert (34'322) knapp
verpasst. “Dass wir in etwa gleich viele Besucher verbuchten wie
1999 ist kein schlechtes Zeichen”, sagte Hallenstaion-Direktor
André Béchir. Die Direktion bekräftigte erneut, dass das Zürcher
Sechstagerennen auch 2002 - nach dem Umbau des Hallenstadions - sehr
wohl eine Zukunft habe. Freilich mehrten sich in den letzten Wochen
auch die Stimmen jener, die das Gegenteil vermuten. Im Jahr 2002 stünde
die 50. Austragung an. 1954 hatte das Zürcher Sechstagerennen
erstmals stattgefunden, 1959 wegen des grossen Interesses gleich
zweimal.
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Schlussklassemente
1. Bruno Risi/Kurt Betschart/Markus Zberg (Sz) 357
Punkte
2. Juan Llaneras/Adriano Baffi/Pascal Richard (Sp/It/Sz) 261
3. Jimmy Madsen/Tayeb Braikia/Beat Zberg (Dä/Dä/Sz) 187
4. eine Runde zurück: Silvio Martinello/Marco Villa/Jewgeni Berzin (It/It/Russ)
252
5. sieben Runden zurück: Erik Weisspfennig/Stefan Steinweg/Beat Wabel
(De/De/Sz) 234
6. acht Runden zurück: Lars Teutenberg/Andreas Beikirch/Lukas Zumsteg
(De/De/Sz) 157
7. zwölf Runden zurück: Mario Vonhof/Gerd Dörich/Rolf Huser (De/De/Sz)
150
8. dreizehn Runden zurück: Christian Weber/Jens Lehmann/Marcel Strauss (Sz/De/Sz)
183
9. zwanzig Runden zurück: Danny Stam/Robert Slippens/Thomas Frischknecht
(Ho/Ho/Sz) 138
10. 29 Runden zurück: Guido Fulst/Christian Sidler/Philipp Buschor (De/Sz/Sz)
113
11. 36 Runden zurück: Frank Kowatschitsch/Robert Sassone/Mariano Piccoli
(De/Fr/It) 158
12. 39 Runden zurück: Markus Kammermann/Lorenzo Lapage/Roland Meier (Sz/Be/Sz)
57
Aufgegeben: Brett Aitken (Au), Angina; Matthew Gilmore
(Be), Sturz;
Strassenfahrer (Punkte oben schon eingerechnet):
1. Markus Zberg 47
2. Beat Zberg 43
3. Oscar Camenzind 38
4. Berzin 38
5. Zumsteg 29
6. Massimo Strazzer (It) 27
7. Piccoli 22 8. Meier 18
9. Niki Aebersold 16
10. Richard 15
11. Buschor 14
12. Frischknecht 12
13. Sven Montgomery 12
14. Huser 11
15. Wabel 10
16. Strauss 6

TEILNEHMER
16 Dreier-Teams:
Risi/Betschart/Markus Zberg (Sz),
McGrory/Gilmore/Camenzind (Au/Be/Sz),
Martinello/Villa/Berzin (It/It/Russ),
Madsen/Braikia/Beat Zberg (Dä/Dä/Sz),
Llaneras/Baffi/Richard (Sp/It/Sz),
De Wilde/Aitken/Aebersold (Be/Au/Sz),
Weispfennig/Steinweg/Wabel (D/D/Sz),
Aeschbach/Corvers/Strazzer (Sz/Be/It),
Teutenberg/Beikirch/Zumsteg (D/D/Sz),
Stam/Slippens/Frischknecht (Ho/Ho/Sz),
Kammermann/Lapage/Roland Meier (Sz/Be/Sz),
Fulst/Sidler/Buschor (D/Sz/Sz),
Weber/Lehmann/Strauss (Sz/D/Sz),
Tessier/Sassone/Piccoli (Fr/Fr/It),
Jörg/Kowatschitsch/Montgomery (Sz/D/Sz), Vonhof/Dörich/Huser (D/D/Sz).
Steher: Podlesch (D)/Schrittmacher Walrave, Brand
(Sz)/Aebi, Felice Puttini (Sz)/Roberto Puttini, Cannone (It)/Durst, Göhring
(Sz)/Steiger, Keller (Sz)/Buchmann, Rol (Ho)/De Bakker, Mazel (Tsch)/Baur.
PROGRAMM
Montag: Showtime mit DJ Ötzi, Eröffnungs-Américaine
(Ehrenstarter Mario Cipollini).
Dienstag: 50-km-Américaine, Nacht der ehemaligen
Radsportgrössen.
Mittwoch. Jugendnachmittag mit Brigitte McMahon,
Pascal Camen, Américaine, Dernyrennen der Strassenfahrer,
Autogrammcorner. Eintritt frei. Am Abend 100-Minuten-Américaine,
Sportlerehrung Paralympics.
Donnerstag: Autosprint, 100-km-Américaine.
Freitag: Handicap-Américaine (75 km).
Samstag: Finals. Jeden Abend zusätzlich Sixjours
de l'Avenir, Steherrennen und Dernyrennen der Strassenfahrer.

SIEGER SEIT 1990
1990: Baffi/Bincoletto (It).
1991: Stutz/Joho (Sz).
1992: Risi/Betschart (Sz).
1993: Risi/Betschart (Sz).
1 994: Freuler/Wolf (Sz/D).
1995: Risi/Betschart (Sz).
1996: Risi/Betschart (Sz).
1997: Martinello/Villa (It).
1998: Risi/Betschart (Sz).
1999: Risi/Betschart (Sz).
