Rennbericht
Schweizermeisterschaft 2002 in Elgg
Bereits
2 km nach dem Start bildete sich eine ca. 15-köpfige Spitzengruppe
unter dem Tempodiktat von Oscar Camenzind. Diese Gruppe wurde dann
von Runde zu Runde kleiner und der Vorsprung von Runde zu Runde
grösser, bis maximal 5 Min. 30 Sek. Nach gut halber Renndistanz
waren nur noch zwei Phonak-Fahrer von der Fluchtgruppe übrig
geblieben (Reto Bergmann und Oscar Camenzind). Eine Runde später
konnte auch Reto Bergmann dem Tempo von Ösi nicht mehr folgen.
Der Gersauer begann eine lange Soloflucht. Während sich hinten
im Feld eine 12er-Gruppe mit allen Favoriten löste, spulte
Ösi seinen hohen Rhytmus über fünf Runden oder 72
km weiter. Als der Vorsprung vor der zweitletzten Zieldurchfahrt
auf 20 Sek. zurückging, dachten wir alle, dass die Kraft nun
endgüldig aus sei. Doch bald darauf wuchs der Vorsprung plötzlich
wieder auf 50 Sek an und er konnte auch den letzten Bergpreis noch
erobern und damit den Bergpreissieg überlegen für sich
entscheiden. Dann jedoch war die Einholung nicht mehr zu verhindern.
Wer aber glaubte, er würde jetzt nach hinten durchgereicht,
der lag völlig falsch. Er attackierte noch einmal aus der nun
auf 5 Fahrer geschrumpften Spitzengruppe heraus und holte noch einmal
20 Sekunden Vorsprung heraus. Nach der Einholung hatte Alexandre
Moos dann ein leichtes Spiel. Denn bis zu diesem Zeitpunkt, rund
12 km vor dem Ziel, konnten sich alle Phonak-Fahrer (mit Ausnahme
von Ösi und Reto Bergmann) im Windschatten der Gegner schonen
und hatten natürlich noch
ausreichend Reserven, um jetzt voll zu attackieren. Ösi wurde
schliesslich noch Sechster. Man kann sicher sagen, dass er nach
seiner langen Krankheit wieder zu seiner alten Stärke gefunden
hat. Manchmal hatte man schon fast das Gefühl er fahre in einer
anderen Kategorie (aber eine höhere gibt es nicht). - Bericht:
Edwin Camenzind.
1. Alexandre Moos (Phonak) 5 h 03:58. (40,629 km/h)
2. Roger Beuchat + 36.
3. Pierre Bourquenoud 39.
4. Mauro Gianetti 42.
5. Lukas Zumsteg 50.
6. Oscar Camenzind 1:10.
7. Pietro Zucconi 1:28.
8. Rubens Bertogliati 1:34.
9. Vincent Bader 1:36.
10. Martin Elmiger 1:41.
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links:
Camenzind und Bergmann entwischten schon in der ersten Runde.
Oscar
Camenzind machte es dem PHONAK-Team mit seiner frühen
Flucht leicht, den Schweizermeister-Titel wieder in in ihre
Reihen zu holen.
rechts:
PHONAK-Solo im Aufstieg zum Bergpreis
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Bilder:
Keropress
30.
06. 2002 - Alexandre Moos ist Schweizer Meister
An
der Schweizer Elite-Strassenmeisterschaft in Elgg hat Alexandre
Moos sechs Tage nach seinem TdS-Etappensieg das Meistertrikot erobert.
Der Walliser siegte nach 205 km vor seinem Phonak-Teamkollegen Roger
Beuchat.
[TA/si] - Die Dominanz der einzigen Schweizer Erstdivisions-Mannschaft
war unübersehbar: neben Sieger Moos, der seinen Vorgänger
und Mannschaftskollegen Martin Elmiger ablöste klassierten
sich drei weitere Phonak-Fahrer unter den ersten sechs. Auf dem
Podium vermochte nur Pierre Bourquenoud (Saint Quentin/Oktos) die
Phalanx der Grün-Weissen zu durchbrechen.
Bereits in der ersten von 14 topographisch selektiven Umgängen
setzten sich mit Oscar Camenzind und Reto Bergmann zwei Fahrer von
Phonak zusammen mit zwei nationalen Elite-Fahrern vom Feld ab und
fuhren einen Maximalvorsprung von rund fünfeinhalb Minuten
heraus. Derweil splitterte sich das Feld in einem Ausscheidungsrennen
in zahlreiche kleine Grüppchen auf, was die Aufholjagd auf
die Spitzenfahrer schwierig machte.
Erst
nach einer 170 km langen Vorausfahrt wurde Camenzind als letzter
Spitzenfahrer eingangs der Schlussrunde von einer kleineren Gruppe
mit Moos, Beuchat, Bourquenoud, Gianetti und Zumsteg eingeholt.
Zwar versuchte Camenzind kurz darauf einen erneuten Angriff, blieb
aber erfolglos. Immerhin kann der Ex-Weltmeister von einem gelungenen
Test sprechen. Der Schwyzer war erst Anfang Juni nach einer längeren
Viruserkrankung wieder in den Rennzirkus zurückgekehrt.
Den
entscheidenden Vorstoss lancierte Alexandre Moos rund 10 km vor
dem Ziel, als der Fünfer-Spitzengruppe entwischte. Da an der
Spitze die Phonak-Mannschaft mit zwei weiteren Fahrern (Beuchat,
Zumsteg) vertreten waren, verteidigte Moos seinen kleinen Vorsprung
bis ins Ziel. Der Walliser durfte sich damit zum ersten Mal in seiner
Karriere ins rot-weisse Meistertrikot einkleiden lassen.
«Es
war meine Aufgabe gewesen, auf den letzten Kilometern einen Angriff
zu wagen», erläuterte Moos nach dem Rennen. «Ich
hatte zwar keinen speziell guten Tag, aber ich konnte bis zur Schlussphase
im Feld meine Kräfte sparen.» Für Moos war es der
zweite Saisonsieg, nachdem er am vergangenen Montag die 7. Etappe
der Tour de Suisse mit der Bergankunft in Verbier für sich
entschieden hatte.

Weitere
Infos auf der Homepage
des RMV Elgg

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