Bei der Team-Präsentation von PHONAK in Stäfa standen vor allem die Neuzuzüge Tyler Hamilton und Oscar Sevilla im Mittelpunkt. Aber auch Oscar Camenzind meldete in einem Interview seine Ambitionen in der neuen Saison an.

Die beiden letzten Strassensaisons standen für Ex-Weltmeister Oscar Camenzind unter keinem guten Stern. Deshalb will sich der Innerschweizer diesmal gründlich revanchieren.
Welches sind Ihre persönlichen Erwartungen in die neue Saison?
Ich hoffe in erster Linie auf eine gute Gesundheit. Ich möchte diesmal ohne Sturz- und Krankheitspech über die Runden kommen. Für die Frühjahrsclassiques und generell für die Weltcuprennen setzte ich mir hohe Ziele. Das Datum der Weltmeisterschaften in Verona habe ich mir dick angestrichen. Auf dieser sehr schweren Strecke klassierte ich mich 1999 als Sechster. Nun soll der Kurs auf Kosten der Flachstücke noch anspruchsvoller werden. Ich versuche, diesen Saisonhöhepunkt in Topform in Angriff nehmen zu können. Eine Revanche für 2003 in Hamilton ist fällig. Ohne mein Sturzpech in Kanada wäre im Gegenwind auf dieser Zielgeraden alles möglich gewesen. Im schlechtesten Fall hätte ein fünfter oder sechster Rang resultiert. Nach 260 Rennkilometern gelten für in einem solchen Kraftsprint ganz andere als die üblichen Kriterien.
Welche Rennen bilden Ihre Schwerpunkte?
Alle Weltcupprüfungen und die Weltmeisterschaften. Nach den Classiques gehört sicher auch die Tour de Romandie dazu. Nicht zuletzt werde ich abermals ein Auge auf die Tour de Suisse werfen. Ich plane immer in zwei Abschnitten. Bis jetzt liegt erst die Strategie bis im Monat Juli vor.
Wie schätzen Sie das Leistungspotenzial der verstärkten Erstdivisions-Mannschaft Phonak ein?
Die Ausgangslage für 2004 ist eine ganz andere als die im Vorjahr. Diesmal verfügen wir über wirkliche Kaliber. Das kommt auch mir vor allem in den Rundfahrten entgegen. Bisher lastete fast alles auf meinen Schultern. Bei der vorliegenden Topbesetzung ist jedoch eine vermehrte Entlastung und Spezialisierung möglich, wie dies den Gepflogenheiten des modernen Profiradsports entspricht. Halbheiten konnten mich noch nie befriedigen. Doch nun steigt eine Mannschaft mit viel Substanz in den Kampf. Diese Feststellung trifft vor allem auch in der Breite zu. Bis jetzt zeigten wir uns nicht in der Lage, Ausfälle zu kompensieren.
Wie bereiten Sie sich individuell auf das wettkampfmässige Mammutprogramm vor?
Für mich ist das Strassentraining enorm wichtig. Bei mir zählen vor allem die Stunden und die Trainingsqualität. Dazu gesellen sich Skitouren als wertvolle, konditionelle Grundlage. Das Rennvelo kam erst ab Januar zum Einsatz. Auch für den Kopf ist es wichtig, dass täglich ein zielgerichtetes Programm absolviert wird.
Quelle: PHONAK