In den vergangenen Jahren durfte Steinegger mit einer grösseren Kelle
anrichten und gegenüber den Sportgruppen sehr grosszügig sein. Dies ändert sich nun.
Maximal 16 Mannschaften sollen noch verpflichtet werden - zwei weniger als bis anhin. Bei
der Selektion will der Tour-Direktor einen strengeren Massstab anlegen. Zwei Startplätze
wird er für das Post Swiss Team und Ericsson-Villiger freihalten. Die Auswahl der
übrigen Sportgruppen erfolgt streng nach der Weltrangliste.
Die Gründe dafür, dass der Franken nicht mehr so locker rollt, sind leicht
auszumachen. Der Dopingskandal der Tour de France wirft in den Chefetagen der
Sponsorfirmen noch immer lange Schatten. Zudem hat in der Geschäftswelt die Begeisterung
für die Unterstützung von Sportanlässen generell nachgelassen. Vorderhand kann
Steinegger mit Genugtuung feststellen, dass der Fortbestand der Berner Rundfahrt gesichert
ist. Beim GP Tell jedoch werden nach dem Ausstieg zweier Sponsoren langwierige
Verhandlungen nötig, um das im Zeichen des Nachwuchses stehende Etappenrennen weiterhin
durchführen zu können.
Ungebrochen gross ist das Interesse der Sportgruppen an der Schweizer
Rundfahrt. So wird Steinegger nächstes Jahr mit grosser Wahrscheinlichkeit ein qualitativ
hochstehendes Feld präsentieren können. Die Teams werden sich allerdings vorsehen
müssen. Ins Reglement wird ein neuer Passus aufgenommen, wonach einer Mannschaft der
Start verweigert werden kann, wenn sie in einen Dopingfall verwickelt sein sollte.
Der "Streckenarchitekt" Bruno Hubschmid hat eine Rundfahrt entworfen,
die als mittelschwer zu betrachten ist und damit ein Stück weit dem Anliegen des
Weltverbandes UCI gerecht wird, den Schwierigkeitsgrad zu senken. Nach dem
Prolog-Zeitfahren in Solothurn und zwei eher leichten Teilstücken nach Lausanne und
Küssnacht am Rigi erfolgt ein Transfer ins Tessin, wo sich die Fahrer auf höhere
Anforderungen einstimmen können.
Über die Grosse Scheidegg
Im Verlaufe des fünften Tagespensums (Bellinzona -
Grindelwald) werden die
Passstrassen Gotthard und Susten befahren. Die Grosse Scheidegg bildet das Schlussstück.
Sie war vor zwei Jahren das Sprungbrett für Peter Luttenberger (Ö) zu dessen
TdS-Gesamtsieg. Anderntags steht das Einzelzeitfahren Meiringen - Meiringen über 28,1 km
auf dem Programm, dessen Schwierigkeitsgrad nicht zu unterschätzen ist. Nach einer
flachen Anfahrt werden die Fahrer beinahe die ganze Steigung des Brünigpasses zu
bezwingen haben.
Nach der Überführungsetappe nach Liechtenstein wird bei den beiden
Bergankünften der Rundfahrt die Entscheidung um den Gesamtsieg fallen. Nach der
Silvretta-Hochalpenstrasse mit der Bielerhöhe ist die Tour de Suisse zum dritten Mal in
ihrer Geschichte in Österreich zu Gast, diesmal in Nauders. Am vorletzten Tag bildet der
Julier-Pass die Ouvertüre zum selektiven Schlussteil mit der Steigung von Chur nach
Arosa. Die letzte Etappe beginnt in Chur und endet in Winterthur.
"Diese Tour kündet sich schwer und offen an", kommentierte
Strassenweltmeister Oscar Camenzind am Mittwoch die Streckenführung. "In
vermeintlich leichten Etappen ist man nie vor Überraschungen sicher. Über die Grosse
Scheidegg wird eine Vorentscheidung fallen, und in Arosa dürfte der Gesamtsieger
feststehen."
Stefano Garzelli, der Gesamtsieger der Tour de Suisse 1998, freut sich auf die
Rückkehr in die Schweiz. Mit welchen Ambitionen er nächstes Jahr starten wird, hängt
vom weiteren Programm des Varesiners ab, der zuvor den Giro d'Italia erneut in der Rolle
des Helfers für Marco Pantani bestreiten wird. Es ist nicht auszuschliessen, dass der
Giro- und Tour-de-France-Erste nächstes Jahr an der Schweizer Landesrundfahrt teilnehmen
wird.

DIE TEAMS
Lampre-Daikin DS: Pietro Algeri
1 Oscar Camenzind (Sz) 2 Massimo Codol (It)* 3 Marco Della
Vedova (It) 4 Ludo Dierckxens (Be) 5 Matteo Frutti (It) 6 Gabriele Missaglia (It) 7 Marco
Serpellini (It) 8 Zbigniew Spruch (Pol) 9 Johan Verstrepen (Be)
Mapei-Quick Step DS: Patrick Lefèvere
11 Pawel Tonkow (Rus) 12 Davide Bramati (It) 13 Bart Leysen (Be) 14 Manuel Fernandez
(Sp)
15 Axel Merckx (Be) 16 Johan Museeuw (Be) 17 Daniele Nardello (It) 18 Wilfried Peeters
(Be) 19 Tom Steels (Be)
Rabobank DS: Theo de Rooy
21 Beat Zberg (Sz) 22 Niki Aebersold (Sz) 23 Michael Boogerd (Ho) 24 Erik Dekker (Ho) 25
M. den Bakker (Ho) 26 Robbie McEwen (Au) 27 Rolf Sörensen (Dä) 28 Leon Van Bon (Ho) 29
Markus Zberg (Sz)
Once-Deutsche Bank DS: Manolo Saiz
31 Laurent Jalabert (Fr) 32 Marcelino Garcia (Sp) 33 Inigo Cuesta (Sp) 34 Martin Lejarreta
(Sp) 35 Peter Luttenberger (Ö) 36 M.A. Martin (Sp) 37 Isidor Nozal (Sp) 38 Roberto Sierra
(Sp) 39 Mikel Zarrabeitia (Sp)
Polti DS: Giovanni Fidanza
41 Davide Rebellin (It) 42 Daniel Atienza (Sp) 43 Rossano Brasi (It) 44 Stefano Cattai
(It) 45 Mirko Celestino (It) 46 Leonardo Guidi (It) 47 Silvio Martinello (It) 48 Fabio
Sacchi (It) 49 Gianluca Valoti (It)
Cofidis DS: Bernard Quilfen
51 Roland Meier (Sz) 52 Claude Lamour (Fr) 53 Massimiliano Lelli (It) 54 Thierry Loder
(Fr) 55 Arnaud Prétôt (Fr) 56 Jérôme Delbove (Fr) 57 Anthony Rokia (Fr) 58 G.
Gwiazdowski (Pol) 59 Samuel Plouhinec (Fr)
Saeco DS: Antonio Salutini
61 Laurent Dufaux (Sz) 62 Alessio Galletti (It) 63 Francesco Secchiari (It) 64 Witalin
Kokorin (Rus) 65 Armin Meier (Sz) 66 Harald Morscher (Ö) 67 Roberto Petito (It) 68 Igor
Pugaci (Mold) 69 Mario Traversoni (It)
Deutsche Telekom DS: Walter Godefroot
71 Jan Ullrich (D) 72 Kai Hundertmarck (D) 73 Alberto Elli (It) 74 Giuseppe Guerini
(It)
75 Jens Heppner (D) 76 Jörg Jaksche (D) 77 Andreas Klöden (D) 78 Bjarne Riis (Dä) 79
Jan Schaffrath (D)
La Française des Jeux DS: Alain Gallopin
81 Chris Horner (USA) 82 Franck Bouyer (Fr) 83 Frédéric Guesdon (Fr) 84 Franck Perque
(Fr) 85 Jean-Patrick Nazon (Fr) 86 Christophe Mengin (Fr) 87 Lars Michaelsen (Dä) 88 Max
Sciandri (Gb) 89 Jean-Michel Tessier (Fr)
Vini Caldirola DS: Roberto Amadio
91 F. Casagrande (It) 92 Gianluca Bortolami (It) 93 Sergej Gontschar (Ukr) 94 Mauro
Gianetti (Sz) 95 Massimo Donati (It) 96 Sandro Giacomelli (It) 97 Emanuele Lupi
(It) 98
Ruggero Borghi (It) 99 Mauro Zanetti (It)
Cantina Tollo DS: Vincenzino Santoni
101 Bo Hamburger (Dä) 102 Alessandro Baronti (It) 103 Cristian Gasperoni (It) 104
Gabriele Colombo (It) 105 Luca Mazzanti (It) 106 Moreno Di Biase (It) 107 Giusvan
Piovaccari (It) 108 R. Sgambelluri (It) 109 Gianpaolo Mondini (It)
Ballan-Alessio DS: Flavio Miozzo
111 A. Gontschenkow (Rus) 112 Fabio Baldato (It) 113 Andrea Ferrigato (It) 114 Carlo Finco
(It) 115 Martin Havstija (Sln) 116 Gilberto Simoni (It) 117 Maxim Smirnow (Rus) 118 Matteo
Tosatto (It) 119 Piotr Ugrumow (Rus)
Mobilvetta DS: Franco Chioccioli
121 Pascal Richard (Sz) 122 Sergej Lelekin (Rus) 123 Stefano Faustini (It) 124 Mirko
Gualdi (It) 125 Mario Manzoni (It) 126 Paolo Valoti (It) 127 Valerio Tebaldi (It) 128
Alessandro Bertolini (It)
Amica DS: Sandro Quintarelli
131 Felice Puttini (Sz) 132 Jewgeni Berzin (Rus) 133 Antonio Colom (Sp) 134 A. de las
Cuevas (Fr) 135 Daniele De Paoli (It) 136 Stefano Della Snta (It) 137 W. Jekimow
(Rus) 138
Amilcare Tronca (It) 139 Fabio Roscioli (It)
Post Swiss Team DS: Jacques Michaud
141 Rolf Järmann (Sz) 142 Roger Beuchat (Sz) 143 P. Bourquenoud (Sz) 144 Philipp Buschor
(Sz) 145 Ch. Charrière (Sz) 146 Yvan Haymoz (Sz) 147 Sven Montgomery (Sz) 148 Daniel
Schnider (Sz) 149 Patrick Vetsch (Sz)
Amore & Vita DS: Giuseppe Lanzoni
151 M. De Pasquale (It) 152 Massimo Gimondi (It) 153 Timothy Jones (Simb) 154 Simone
Leporatti (It) 155 Robert Lyne (Gb) 156 Filippo Meloni (It) 157 Andrea Patuelli
(It) 158
Mirko Puglioli (It) 159 Artur Krzeszowiec (Pol)
Ericsson-Villiger DS: Olivier Senn
161 Christoph Göhring (Sz) 162 Chris Barnsley (Neus) 163 Josef Christen (Sz) 164 Urs Graf
(Sz) 165 Christian Heule (Sz) 166 Christian Sidler (Sz) 167 Michael Themann (Sz) 168
Daniel von Flüe (Sz) 169 Lukas Zumsteg (Sz)
* Codol hat sich im Giro einen Schlüsselbeinbruch zugezogen. Seitens der Sportgruppe
ist noch kein Ersatz benannt worden.

1.
Etappe: Dienstag, 15. Juni
1999: Prolog-Zeitfahren in Solothurn (6 km)
Daniel Schnider überraschend Dritter
Wie im Vorjahr hat Laurent Jalabert den Prolog zur Tour de Suisse für sich
entschieden. Auf dem 6 km langen Parcours in Solothurn deklassierte der Franzose die
Konkurrenz und nahm dem zweitklassierten Russen Wjatscheslaw Jekimow neun Sekunden ab.
Überraschend Dritter wurde der Entlebucher Daniel Schnider, der elf Sekunden verlor.
Der 25 Jahre alte Schnider aus dem Post Swiss Team hatte sich minutiös auf die technisch
anspruchsvolle Strecke in der Solothurner Innenstadt vorbereitet. "Ich bin den
Parcours im Vorfeld des Prologs fünf- oder sechsmal abgefahren", sagte
Schnider.
"Mein Vorteil war es, dass ich ohne grosse Belastung starten konnte. Überdies kam
mir der Kurs mit den vielen Kurven entgegen", erklärte der in Habschwanden wohnende
Luzerner.
Schnider gilt als Allrounder mit Stärken in den Steigungen und Zeitfahren. Für
internationales Aufsehen hatte der gelernte Maschinenmechaniker im letzten Herbst gesorgt,
als er in der Tour de l'Avenir erst in der vorletzten Etappe als Leader entthront worden
war. Der Brillenträger ist seit 1996 Profi und beteiligt sich nach 1996 und 1997 zum
drittenmal an der Tour de Suisse. In diesem Jahr hat Schnider noch keine nennenswerten
Resultate erzielt. In der 1. Etappe der Österreich-Rundfahrt hatte er den 6. Platz
belegt.
Routinier Jekimow Zweiter
Schnider lag im Prologzeitfahren lange Zeit an der Spitze. Erst der russische 33jährige
Routinier Wjatscheslaw Jekimow, der als Zehntletzter gestartet war, übertraf den
Schweizer um zwei Sekunden. Dem Effort von Jalabert war aber auch der frühere
Verfolgungsweltmeister Jekimow nicht gewachsen. Zwar lag Jalabert bei halbem Pensum bloss
48 Hundertsel vor Jekimow und zwei Sekunden vor Schnider, aber auf der zweiten
Streckenhälfte kehrte der Franzose seine Klasse in den Prüfungen gegen die Uhr hervor.
"Zu Beginn des Prologs taten mir die Beine noch etwas weh, hinterher fühlte ich
mich aber wieder hervorragend", sagte Jalabert nach dem sechsten Sieg im achten von
ihm bestrittenen Zeitfahren in diesem Jahr.
Der 30jährige hat mittlerweile auch die letzten fünf bedeutenden Zeitfahren in der
Schweiz gewonnen. Im Vorjahr setzte er sich in der Tour de Suisse nach dem Prolog in Biel
auch in der Prüfung gegen die Uhr in Ittigen bei Bern durch. Diesen Frühling entschied
er in der Tour de Romandie ebenfalls beide Prüfungen gegen die Uhr für sich. Dank dem
Gesamtsieg in der Tour de Romandie und den drei Etappenerfolgen im Giro d'Italia hat der
seit rund zwei Jahren in Plan-les-Ouates im Kanton Genf wohnende Jalabert auch wieder die
Spitzenposition in der Weltrangliste übernommen.
Als zweitbester Schweizer klassierte sich Beat Zberg mit 14 Sekunden Rückstand im 8.
Rang. Roland Meier wurde Zwölfter, Oscar Camenzind 16. "Ich weiss
noch nicht, wie es um meine Form steht", sagte der Weltmeister. "Ein Prolog kann
meistens keine schlüssige Auskunft über die momentanen Verfassung geben. Wieviel ich zu
leisten vermag, werden wir in den nächsten zwei, drei Tagen sehen", erklärte
Camenzind, der 17 Sekunden auf Jalabert einbüsste. Noch fünf Sekunden mehr als der
Schwyzer verlor Jan Ullrich (De) als 32. "Bei Belastungen spüre ich immer noch
Schmerzen im rechten Knie", musste der Tour-de-France-Favorit feststellen. Ullrich
war in der Deutschland-Rundfahrt vor zwei Wochen schwer gestürzt und überdies am
vergangenen Wochenende mit Doping in Verbindung gebracht worden.
1. Etappe, Prologzeitfahren in Solothurn (6 km):
1. Laurent Jalabert FRA
7'12"
Durchschnitt: 49,942 km/h
2. Wjatscheslaw Ekimow RUS + 9"
3. Daniel Schnider SUI
11"
4. Roberto Petito ITA
11"
5. Eric Dekker NED
gl.Z.
6. Marc Wauters BEL
gl.Z.
7. Steffen Wesemann GER
gl.Z.
8. Beat Zberg SUI
14"
9. Martin Hvastija SLO
gl.Z.
10. Mikel Zarrabeita ESP
gl.Z.
11. Matthew White AUS
gl.Z.
12. Roland Meier SUI
gl.Z.
Ferner:
16. Oscar Camenzind
SUI 16"
19. Laurent Dufaux SUI
gl.Z.
24. Armin Meier SUI
19"
29. Niki Aebersold SUI
21"
30. Pierre Ackermann SUI
gl.Z.
32. Jan Ullrich GER
gl.Z.
37. Markus Zberg SUI
22"
45. Pascal Richard SUI
24"
48. Philipp Buschor SUI
25"
64. Christian Heule SUI
30"
66. Pawel Tonkow RUS
gl.Z.
71. Rolf Järmann SUI
31"
72. Michael Themann SUI
gl.Z.
76. Patrick Vetsch SUI
32"
80. Mauro Gianetti SUI
33"
95. Christian Sidler SUI
36"
105. Yvan Haymoz
Quelle: www.newswindow.ch

2.
Etappe: Mittwoch, 16. Juni,
Solothurn - Lausanne (195 km)
Pascal Richard gewinnt überraschend "Heimetappe"
Pascal Richard hat nach einer langen Durststrecke seinen grössten Erfolg seit dem
Olympiasieg errungen. In der 2. Etappe der 63. Tour de Suisse über 200 km von Solothurn
nach Lausanne gewann der 35jährige Waadtländer aus Aigle vor dem Olympiastadion mit
einer Sekunden Vorsprung vor Francesco Casagrande und Laurent Jalabert, der weiterhin
Gesamterster ist.
Seit dem Gewinn der Olympia-Goldmedaille 1996 in Atlanta war Richard reichlich Ungemach
widerfahren. Wegen Verletzungen und Unstimmigkeiten mit dem Directeur Sportif seiner
früheren Sportgruppe Casino reihte sich Misserfolg an Misserfolg. An seinem 33.
Geburtstag etwa wurde Richard während einer Trainingsfahrt von einem Automobilisten
angefahren. Im Trikot des Olympiasiegers gelang ihm bis zu seinem Triumph in Lausanne
bloss ein Sieg; in einer Etappe der Trentino-Rundfahrt 1998.
Umso grösser war nun die Genugtuung. "Dieser Sieg entschädigt für viel",
sagte Richard. "Es war auch ein Erfolg der Erfahrung. Bis zwei Kilometer vor dem Ziel
hielt ich mich an etwa 20. Position auf und beobachtete die Gegner. Als dann Armin Meier
und später Laurent Dufaux attackierten, konterte ich und vermochte den kleinen Vorsprung
zu retten", beschrieb Richard den Weg zum Sieg.
Letzter Schweizer Gesamtsieger
Dies sei jener Sieg, den er eigentlich im Giro gesucht habe, meinte Richard.
"Immerhin brachte ich aus Italien eine gute Form mit, und wenn es weiter so gut
rollt," meinte er mit einem Schmunzeln, "dann könnte auch das Gesamtklassement
ein Thema werden." Richard hatte 1994 als letzter Schweizer den Gesamtsieg in der
Tour de Suisse geholt. In Lausanne errang er seinen dritten Etappensieg nach 1993 in Arosa
und 1994 in Scoul. Er ist seit 1986 Berufsfahrer und wird am Ende dieser Saison
zurücktreten.
Richard ist im Gesamtklassement nun Dritter mit 19 Sekunden Rückstand auf Jalabert und
nur einer hinter dem zweitklassierten Roberto Petito (It). Hinter Richard folgen mit
Laurent Dufaux und Oscar Camenzind zwei weitere Schweizer. Auch im Etappenklassement mit
dem anforderungsreichen Finale mit mehr als 200 m Höhendifferenz schlugen sich die
Schweizer achtbar. Mit Dufaux (4.), Camenzind (6.), Markus Zberg (9.)
und Armin Meier (10.) kamen insgesamt fünf in die ersten zehn. Auch der junge Sven
Montgomery (23) trat in der Schlussphase offensiv in Erscheinung und wurde schliesslich
20.
Unbelohnter Held Lukas Zumsteg
Ein anderer Schweizer blieb der unbelohnte Held des 2. Teilstücks. Lukas Zumsteg wurde
nach einer knapp 185 km langen Flucht erst 12 km vor dem Ziel gestellt. Der
Maximalvorsprung des Aargauers aus dem Ericsson-Villiger-Team betrug eine Viertelstunde.
Der 27jährige aus Sulz trug die Einholung mit Fassung: "Ich freue mich über das,
was ich gewonnen habe. Im Finale war es sehr schwierig zu bestehen. Mit meinen müden
Beinen war ich den Steigungen und dem Wind nicht mehr gewachsen."
Überdies steigerten die Mannschaften der Gesamtklassementsersten und starken
Finisseure im Feld kontinuierlich das Tempo, wodurch Zumstegs Flucht schon ein rechtes
Stück vor dem Ziel zum Scheitern verurteilt war. Vorab Fahrer des Teams Once (Jalabert),
aber auch jene von Ballan und Richards Equipe Mobilvetta spannten sich im Finale vor das
Feld.
Aufgabe von Jan Ullrich
Schon beim ersten Verpflegungsposten nach 71 km war für Jan Ullrich die Tour de Suisse
beendet. Wegen starker Knieschmerzen, die Folge eines schweren Sturzes vor zwei Wochen in
der Deutschland- Rundfahrt, musste der Deutsche aufgeben. Bereits zuvor hatte der
Tour-de-France-Sieger von 1997 nach ärztlicher Hilfe verlangt. "Die Gesundheit ist
nun wichtiger als alles andere", sagte Ullrich. Er bezeichnete die Aufgabe als
Tiefschlag, denn er hätte die Schweizer Berge gebraucht, um im Hinblick auf die Tour in
Form zu kommen. Ullrich reiste gestern abend zurück nach Deutschland, liess sich
untersuchen und hofft nach zwei, drei Tagen der Ruhe wieder mit dem Training beginnen zu
können.
Solothurn - Lausanne über 200 km:
1. Pascal Richard SUI 4:46'04"
Schnitt: 42,262 km/h
2. Francesco Casagrande ITA + 01"
3. Laurent Jalabert FRA
4. Laurent Dufaux SUI
5. Gilberto Simoni ITA
6. Oscar Camenzind
SUI
7. Roberto Petito ITA
8. Daniele De Paoli ITA
9. Markus Zberg SUI
10. Armin Meier SUI alle
gleiche Zeit
11. Pavel Tonkow RUS +
04"
12. Beat Zberg SUI
06"
Klassement vom 16. Juni
1. Laurent Jalabert FRA 4:5313"
2. Roberto Petito ITA + 18"
3. Pascal Richard SUI 19"
4. Laurent Dufaux SUI 23"
5. Oscar Camenzind SUI gl.Z.
6. Beat Zberg SUI 24"
7. Matthew White AUS 27"
8. Armin Meier SUI gl.Z.
9. Daniel Schnider SUI 28"
10. Gilberto Simoni ITA 29"
11. Wjatscheslaw Ekimow RUS 31.
12. Markus Zberg SUI gl.Z.
13. Daniele De Paoli ITA gl.Z.
14. Francesco CasagrandeITA 32"
15. Roland Meier SUI gl.Z.
Quelle: www.newswindow.ch

3. Etappe:
Donnerstag, 17. Juni, Lausanne - Küssnacht am Rigi (214,6 km)
Silvio Martinello in Küssnacht 4 cm vor Markus Zberg
In der 3. Etappe der Tour de Suisse über 220 km von Lausanne nach Küssnacht am
Rigi hat Markus Zberg den Tagessieg knapp verpasst. Im Spurt musste sich der Urner denkbar
knapp von Sieger Silvio Martinello (It) und Mario Travesoni (It) geschlagen geben. Leader
blieb Laurent Jalabert mit 15 Sekunden Vorsprung vor dem Italiener Roberto
Petito.
Zberg kam im Kampf um den Sieg von zu weit hinten, um die beiden Italiener auf der leicht
ansteigenden Zielgeraden noch abfangen zu können. Schliesslich trennten bloss 4 Zentimter
die drei Erstklassierten. "Leider war ich auf dem letzten Meter etwas zu wenig
schnell", sagte Markus Zberg. Auch eine recht heftige Körpercharge der beiden
Italiener kurz vor dem Ziel gereichte dem Schweizer nicht mehr zum Vorteil. "Ich
denke, Martinello hat gewonnen", sagte Zberg bereits unmittelbar nach der
Zieldurchfahrt.
Auch Martinello war sich seines Erfolges sicher: "Ich sah zwar Zberg von links
heranbrausen, aber der Sieg gehörte mir." Martinello beteiligt sich als 36jähriger
zum erstenmal an der Tour de Suisse. Er ist schon seit 1986 Profi. Bis zum Ende der Saison
1997 war er auf der Zielgeraden der Chefhelfer von Sprintstar Mario Cipollini. Einen Namen
gemacht hat sich Martinello freilich auf der Bahn. Als Sechstagespezialist gewann er 1997
unter anderem in Zürich, und in Atlanta wurde er 1996 Olympiasieger im Punktefahren.
Leader Jalabert und sein Team Once mussten erneut einige Kraft aufbringen, um die
Führung im Gesamtklassement zu verteidigen. "Ich wollte in der unübersichtlichen
Hügellandschaft niemanden entscheidend ziehen lassen", sagte der Franzose. "Die
Mannschaft ist gut in Form, sodass sie sicher nicht zuviel Substanz verloren hat."
Camenzind auf Heimterrain
Allerdings bedurfte Once im Finale reichlich Schützenhilfe der Mannschaften der
starken Sprinter. Insbesondere die Attacke von Oscar Camenzind und Armin Meier 10 km vor
dem Ziel stellte eine Gefahr für Jalabert dar. Der aus der Region stammende Weltmeister
als Gesamtfünfter und Meier als Achter harmonierten recht gut, holten mehr als zehn
Sekunden Vorsprung heraus, wurden jedoch 4 km vor dem Ziel gestellt. "Ich hatte mir
schon am Morgen vorgenommen, im Finale etwas zu riskieren, falls ich gute Beine haben
sollte. Ich kannte die Streckenführung sehr gut. Leider kamen jedoch zu wenige Fahrer mit
mir, und zudem machte uns der Wind zu schaffen", sagte Camenzind.
Aber ebenso sehr den Teams Telekom und Mapei hatte es Jalabert schliesslich zu
verdanken, dass die beiden Schweizer eingeholt wurden. Im Gesamtklassement haben sich
hinter den führenden Jalabert und Petito gleich sieben Schweizer eingereiht. Mit wenigen
Sekunden Rückstand hinter dem Italiener folgen Pascal Richard, Oscar Camenzind, Armin
Meier, Laurent Dufaux, Beat Zberg, Daniel Schnider und Markus Zberg auf den Plätzen 3 bis
9. Im Etappenklassement lagen die Ericsson-Fahrer Daniel von Flüe (8.) und Josef Christen
(10.) erstaunlich weit vorne.
Roger Beuchats Effort nicht belohnt
Wie schon am Mittwoch (Lukas Zumsteg) pedalte auch in der 3. Etappe ein Schweizer
stundenlang voraus. Der Jurassier Roger Beuchat aus dem Post Swiss Team suchte nach gut 40
km das Weite und wurde nach einer 155 km langen Flucht erst 20 km vor dem Ziel gestellt.
"Unsere Equipe wollte an diesem Tag etwas zeigen. Nach einem Bonifikationssprint
nutzte ich das kurze Verharren im Feld und versuchte es. Mir war aber schon klar, dass ich
höchstwahrscheinlich wieder eingeholt werden würde", erklärte der Schweizer.
Beuchat wies einen Maximalvorsprung von 8:05 Minuten auf. Er steht in seinem zweiten
Profijahr. 1998 hat er die Vuelta als 100. beendet. Beuchat gilt auch als
Mountainbike-Spezialist. In dieser Disziplin hat er bereits ein Weltcuprennen bestritten.
3. Etappe, Lausanne - Küssnacht am Rigi (220,6 km):
1. Silvio Martinello (It) 5:43:58 (38,480 km/h), 10 Sekunden
Bonifikation
2. Mario Traversoni (It) 6 Sek. Bon.
3. Markus Zberg (Sz) 4 Sek. Bon.
4. Fabio Baldato (It)
5. Giovanni Lombardi (It)
6. Matteo Tosatto (It)
7. Gabriele Missaglia (It)
8. Daniel Von Flüe (Sz)
9. Mario Manzoni (It)
10. Josef Christen (Sz)
11. Laurent Jalabert (Fr)
12. Oscar Camenzind (Sz)
13. Roberto Petito (It)
14. Michael Boogerd (Ho)
15. Patrick Vetsch (Sz)
16. Laurent Dufaux (Sz)
17. Salvatore Commesso (It)
18. Maurizio De Pasquale (It)
19. Fabio Roscioli (It)
20. Maximilian Sciandri (Gb)
Ferner die weiteren Schweizer:
24. Mauro Gianetti (Sz)
26. Beat Zberg (Sz)
27. Christoph Göhring (Sz)
28. Armin Meier (Sz)
37. Rolf Järmann
39. Sven Montgomery
40. Philipp Buschor
45. Pascal Richard
47. Felice Puttini
48. Christian Heule
52. Roland Meier
56. Niki Aebersold
58. Daniel Schnider
68. Pierre Bourquenoud
69. Christian Charrièrealle gleiche Zeit wie Martinello
93. Yvan Haymoz 0:35
116. Pierre Ackermann 2:46
117. Michael Themann
120. Christian Sidler
123. Lukas Zumsteg, alle gleiche Zeit
135. Roger Beuchat 4:26
143 gestartet und klassiert
Wegen eines zu hohen Hämatokritwertes nicht zum Start zugelassen:
Harald Morscher (Ö), Sergej Gontschar (Ukr),
Massimo Gimondi (It), Timothy Jones (Simb)
Gesamtklassement:
1. Jalabert 10:37:11
2. Roberto Petito (It) 0:14
3. Richard 0:19
4. Camenzind 0:22
5. Dufaux 0:23
6. Beat Zberg gleiche Zeit
7. Markus Zberg 0:24
8. Armin Meier gleiche Zeit
9. Schnider 0:26
10. Gilberto Simoni (It) 0:28
11. Daniele De Paoli (It) 0:29
12. Wjatscheslaw Jekimow (Russ) 0:31
13. Francesco Casagrande (It) 0:32
14. Roland Meier gleiche Zeit
15. Montgomery 0:34
16. Merckx 0:35
17. Pawel Tonkow (Russ) 0:36
18. Mirko Celestino (It) 0:41
19. Alberto Elli (It) 0:44
20. Aebersold 0:45
Ferner die weiteren Schweizer:
22. Buschor 0:48
26. Gianetti 0:52
28. Puttini 0:58
47. Göhring 1:21
48. Vetsch 1:26
49. Bourquenoud 1:36
50. Charrière gleiche Zeit
52. Järmann 1:41
64. Haymoz 2:09
69. Christen 2:23
71. Heule 2:25
76. Von Flüe 2:41
111. Ackermann 6:11
116. Themann 7:54
117. Zumsteg 8:00
120. Beuchat 8:30
140. Sidler 24:42

4. Etappe: Freitag, 18. Juni: Bellinzona -
Chiasso (167,5 km)
Camenzinds Teamkollege Gabriele Missaglia siegt in Chiasso
Laurent Jalabert hat die Gesamtführung in der Tour de Suisse auch in den steilen
Rampen des Südtessins mit Erfolg verteidigt. Zu den Angreifern gehörte auch Armin Meier,
der bei seiner Aktion aber keine Unterstützung erhielt. Sieger der 4. Etappe über 176 km
von Bellinzona nach Chiasso wurde der Italiener Gabriele Missaglia aus dem Team von
Weltmeister Oscar Camenzind.
Der 29 Jahre alte Missaglia errang nach vielen Ehrenplätzen und reichlich Pech in
diesem Jahr seinen ersten Saisonsieg. Er erwies sich in der letzten Abfahrt vom Pedrinate
als bester Steuerkünstler einer dreiköpfigen Fluchtgruppe mit dem Spanier Mikael
Zarrabeitia und dem Italiener Amilcare Tronca. "Camenzind hat mir die Tücken der
Abfahrt erklärt. Und zudem, so glaube ich, bin ich hier auch schon im Training
durchgefahren. Jedenfalls bin ich in der Abfahrt ganz ans Limit gegangen", sagte der
aus der näheren Region, aus Inzago bei Mailand, stammende Etappensieger.
"Fluchthelfer" Meier
Auslöser der entscheidenden Flucht war Armin Meier. Der Luzerner griff in der ersten
von zwei je 20 km langen Schlussrunden (mit jeweils zwei Bergpreisen) am bis zu 15
Steigungsprozente aufweisenden Pedrinate an. Bald schlossen zwar Missaglia, Zarrabeitia
und Tronca auf. Aber den Grossteil der Führungsarbeit hatte der Schweizer zu leisten,
denn der Spanier hatte die Interessen von Leader Jalabert zu vertreten und Missaglia jene
von Camenzind. Bloss Tronca unterstützte Meier ab und zu.
Mit Meier als Lokomotive holte die Vierergruppe bis 8 km vor dem Ziel zwar 55 Sekunden
Vorsprung heraus. Als aber die Kräfte des Luzerners nachliessen, starteten bei der
zweiten Passage des Pedrinate Missaglia und Zarrabeitia zur Gegenattacke, und wenig
später schloss auch noch Tronca zum Führungsduo auf. "Wenn man während 30 km auf
sich alleine gestellt ist, ist es klar, dass man später abgehängt wird", sagte
Meier hinterher. "Ich habe alles versucht, aber die Fluchtkollegen kann man sich
natürlich nicht aussuchen. Aber nach einem missglückten Jahr mit vielen Tiefschlägen
tat es sehr gut, wieder einmal an der Spitze eines Rennens zu fahren. Deshalb bin ich
über Rang 4 gar nicht enttäuscht", sagte der bald 30jährige Innerschweizer.
Meier traf als Vierter und bester Schweizer 19 Sekunden nach Missaglia im Ziel ein.
Vier Sekunden später folgte eine hochkarätige Verfolgergruppe mit dem Giro-Gesamtdritten
Gilberto Simoni (It), Laurend Dufaux, Camenzind und Francesco Casagrande und nochmals zwei
Sekunden danach Jalabert. Pascal Richard büsste als Elfter 35 Sekunden ein.
Gut klassierte Schweizer
Armin Meier hatte das Leadertrikot der Tour de Suisse schon einmal getragen, und zwar
als Fahrer der Schweizer PMU-Equipe im Jahr 1996. Diesmal ging sein Coup knapp daneben. Er
liegt als Dritter nun 20 Sekunden hinter Jalabert sowie zwei Sekunden hinter dem neuen
Gesamtzweiten Missaglia. Mit Camenzind (Gesamt-4.), Dufaux (6.), Richard (9.) und Beat
Zberg (11.) sind vier weitere Schweizer vor der Königsetappe vom Samstag in
aussichtsreicher Position klassiert. Zberg allerdings vermochte in der Entscheidung nicht
mehr mit den Allerbesten mitzuhalten. Einen weitaus grösserern Rückschlag setzte es
freilich für Bruder und Bergpeisleader Markus Zberg ab, der im anforderungsreichen Finale
8:50 Minuten einbüsste und bloss noch im 45. Gesamtrang klassiert ist.
Nach den zahlreichen Bergpreisen der 3. und 4. Kategorie im Tessin haben die Profis am
Samstag weitaus höhere Hindernisse zu bewältigen. Über den Gotthard, Susten und die
Grosse Scheidegg müssen die Fahrer mehr als 4600 Steigungsmeter hinter sich bringen.
Team Telekom weiterhin im Pech
Die deutsche Radsportgruppe Telekom wird das Verletzungspech nicht los. Nach Jan
Ullrich, Rolf Aldag und Jens Heppner stürzte vor der 4. Etappe nun auch Routinier Bjarne
Riis. Auf dem Weg von San Antonino zum Start nach Bellinzona prallte der Däne gegen ein
Trottoir. Im Spital von Bellinzona wurden ein Bruch der rechten Hand sowie eine
Ellbogenfraktur festgestellt. Der Tour-de-France-Sieger von 1996 muss operiert werden und
fällt vier Wochen aus.
4. Etappe, Bellinzona - Chiasso (167,5 km):
1. Gabriele Missaglia (It) 4:08:32
(40,437 km/h)
2. Mikel Zarrabeitia (Sp) 0:03 zurück
3. Amilcare Tronca (It) 0:08
4. Armin Meier (Sz) 0:19
5. Gilberto Simoni (It) 0:23
6. Laurent Dufaux (Sz)
7. Oscar Camenzind (Sz)
8. Francesco Casagrande (It) alle gleiche Zeit
9. Laurent Jalabert (Fr) 0:25
10. Mirko Celestino (It) 0:31
11. Pascal Richard (Sz) 0:35
16. Beat Zberg (Sz)
17. Sven Montgomery (Sz) alle gleiche Zeit
Gesamtklassement:
1. Jalabert 14:46:06
2. Missaglia 0:18
3. Armin Meier 0:20
4. Camenzind 0:22
5. Zarrabeitia gleiche Zeit
6. Dufaux 0:23
7. Roberto Petito (It) 0:26
8. Simoni 0:28
9. Pascal Richard (Sz) 0:31
10. Casagrande 0:32
11. Beat Zberg 0:35 12. Montgomery 0:46 13. Celestino 0:49 14. Elli 0:56 15. Jekimow
0:58 16. Gasperoni gleiche Zeit 17. Roland Meier 0:59 18. Tronca 1:00 19. Axel Merckx (Be)
1:02 20. Tonkow 1:03 21. Burschor 1:15 22. Fernandez 1:21 23. Schnider gleiche Zeit 24.
Valoti 1:27 25. Piovaccari 1:29 26. Sgambelluri 1:33 27. Commesso 1:38 28. Daniele
Nardello (It) 1:39 29. Guerini 1:41 30. Boogerd 1:44 Die weiteren Schweizer: 32.
Göhring 1:47 34. Vetsch 1:53 37. Gianetti 2:42 45. Markus Zberg 8:51 46. Bourquenoud
10:03 50. Aebersold 12:42 54. Charrière 13:33 62. Heule 14:22 65. Von Flüe 14:38 75.
Järmann 16:21 83. Haymoz 16:49 86. Christen 17:03 109. Ackermann 20:51 113. Themann 22:34
114. Zumsteg 22:40 118. Beuchat 23:10 136. Sidler 39:22
Quelle: www.newswindow.ch

5. Etappe: Samstag,
19. Juni:, Bellinzona - Grindelwald (171,4 km)
Gilberto Simoni, der Dritte des Giro d'Italia, hat die Königsetappe der
Tour de Suisse mit den Pässen Gotthard, Susten und der Grossen Scheidegg für sich
entschieden und zugleich die Gesamtführung übernommen. Der entthronte Leader Laurent
Jalabert (Fr) hielt den Schaden vor dem Zeitfahren vom Sonntag im Rahmen. Die Schweizer
gerieten in der Entscheidung etwas in Rücklage.
Wie erwartet bewirkten die 171 km zwischen Bellinzona und Grindelwald noch keine
Entscheidung, das Gesamtklassement hat aber deutliche Konturen erhalten. Für den
Gesamtsieg kommen nach der fünften Etappe wohl bloss noch Simoni, Francesco Casagrande
(It), Jalabert und die beiden Schweizer Camenzind und Dufaux in Frage. Aus der
Entscheidung gefallen sind hingegen Beat Zberg, Pawel Tonkow, Pascal Richard und Roland
Meier.
Im steilen Aufstieg zur Grossen Scheidegg war Jalabert zusammen mit den Schweizern
Oscar Camenzind und Laurent Dufaux von den Italienern Simoni und Casagrande um eine Minute
distanziert worden. Das Trio traf nach der Abfahrt mit schliesslich 47 Sekunden Rückstand
auf das Spitzenduo gemeinsam im Ziel ein.
Vor der knapp 30 km langen, mehrheitlich flachen Prüfung gegen die Uhr zwischen
Meiringen und Brienz ist Jalabert nur 25 Sekunden hinter Simoni klassiert. Der Franzose
hat deshalb gute Aussichten, das im Prolog errungene Goldtrikot am Sonntag abend wieder in
seinen Besitz nehmen zu können. Camenzind belegt mit 51 Sekunden Rückstand den vierten
Gesamtrang, Dufaux ist eine weitere Sekunde zurück Fünfter.
Camenzind musste leiden
"Als Simoni im steilsten Abschnitt angriff, hatte ich für einen Moment
Mühe", sagte Camenzind hinterher. "Ich fuhr am Anschlag und musste zunächst
meinen Rhythmus wieder finden, weil ich wusste, dass es noch weit und weiterhin steil
ist." Das Zeitfahren eröffne ihm leider keine besonderen Perspektiven, "denn es
ist fast ausschliesslich flach, und dies kommt meinen Stärken nicht entgegen", sagte
der Prologsieger von 1997.
Etappensieger Simoni und Casagrande waren im anforderungsreichen Finale die eindeutig
stärksten Fahrer. Simoni profitierte von der im Giro erlangten Rennhärte. Und Casagrande
musste sich im Hinblick auf die Tour de France keine Schonung mehr auferlegen, weil sein
Team Vini Caldirola wegen des überhöhten Hämatokritwertes von Sergej Gontschar
(Ukr) am
Freitag von der Startliste gestrichen worden ist. Casagrande hat erst zu Beginn dieses
Monats nach einer neunmonatigen Dopingsperre an der Österreich-Rundfahrt erstmals wieder
ein Rennen bestreiten können. Und Simoni durfte 1998 an der Portugal-Rundfahrt wegen
eines zu hohen Hämatokritwerts "aus gesundheitlichen Gründen" nicht mehr
weiterfahren.
5. Etappe, Bellinzona - Grindelwald (171,4 km):
1. Gilberto Simoni ITA
5:23'59" Durchschnitt: 31,742 km/h
2. Francesco Casagrande ITA gl. Zt.
3. Laurent Jalabert FRA
+ 47"
4. Oscar Camenzind SUI
47"
5. Laurent Dufaux SUI
47"
6. Roberto Sgambelluri ITA 1'09"
7. Giuseppe Guerini ITA
1'52"
8. Sven Montgomery SUI
2'21"
9. Pavel Tonkov RUS
3'09"
10. Beat Zberg SUI
3'24"
11. Mikael Zarrabeitia ESP 3'45"
12. Daniel Atienza ESP
4'11"
13. Philipp Buschor SUI
4'11"
14. Mirko Celestino ITA
4'55"
15. Niki Aebersold SUI
5'41"
Ferner die Schweizer:
17. Roland
Meier
+ 6'17"
21. Armin
Meier
7'36"
24. Christian Charriere
9'59"
28. Markus Zberg
12'31"
31. Christophe Göhring
14'15"
33. Daniel Schnider
14'15"
34. Pascal
Richard
14'15
39. Felice Puttini
14'15.
40. Pierre Bourquenoud
14'15"
44. Patrick Vetsch
17'30"
45. Rolf Jaermann
17'30"
54. Mauro Gianetti
22'26"
69. Roger Beuchat
23'53"
73. Christian
Heule
24'26"
94. Lukas Zumsteg
35'40"
96. Yvan Haymoz
35'40"
Quelle: www.newswindow.ch

6. Etappe:
Sonntag, 20. Juni: Zeitfahren Meiringen - Meiringen (28,1 km)
Camenzind und Dufaux noch mit der Spitze in Tuchfühlung
Nach sechs Etappen kommen noch fünf Fahrer für den Gesamtsieg in der 63. Tour de
Suisse in Frage. Laurent Jalabert hat das verlorene Leadertrikot im Zeitfahren zwar wieder
zurückerobert, der Vorsprung des Franzosen auf Gilberto Simoni (It) beträgt aber bloss
zwei Sekunden.
Oscar Camenzind und Laurent Dufaux sind mit rund 40 Sekunden Rückstand in den
Gesamträngen 4 und 5 klassiert. Ebenfalls noch vor ihnen liegt auf Platz 3 Francesco
Casagrande (12 Sekunden zurück). Das knapp 30 km lange Einzelzeitfahren mit Start und
Ziel in Meiringen entschied der Russe Wjatscheslaw Jekimow vor dem Deutschen Steffen
Wesemann für sich.
In der Prüfung gegen die Uhr rückten die Gesamtklassementsersten nochmals näher
zusammen. Dufaux liegt als Fünfter bloss 43 Sekunden hinter Leader Jalabert. Die
Entscheidung über den Gesamtsieg dürfte nun in den Etappen vom Dienstag und Mittwoch mit
den Bergankünften in Nauders (Ö) und Arosa fallen. Zu favorisieren sind dabei eher die
beiden Italiener. Sie hinterliessen in den steilen Rampen zur Grossen Scheidegg den
besseren Eindruck als das Verfolgertrio mit Jalabert, Camenzind und Dufaux. "Wenn die
Kräfte reichen, dann starte ich noch eine Attacke in einer der folgenden Etappen.
Jedenfalls fühle ich mich besser als im Giro", sagte Camenzind nach dem Zeitfahren.
Jalabert konnte sich kein Polster schaffen
Im Zeitfahren hielten sich die keineswegs zu den Spezialisten zählenden Simoni und
Casagrande im Vergleich zu ihren Verfolgern erstaunlich wettbewerbsfähig. Nach der
anstrengenden Pässefahrt vom Vortag vermochte Jalabert keine grössere Differenz zwischen
sich und seine italienschen Verfolger zu legen. Der frühere Weltmeister erreichte bloss
Platz 7. "Ich hatte mich nach den Strapazen nur mittelmässig erholt", sagte der
Weltranglistenerste.
Auch die Schweizer wuchsen in der Prüfung gegen die Uhr nicht über sich hinaus.
Camenzind landete als bester Einheimischer schliesslich auf Platz 13, Dufaux wurde 17.
"Gegen vorne habe ich nicht viel gewonnen, gegen hinten aber auch nicht viel
verloren", tröstete sich Weltmeister Camenzind. "Ich hatte noch schwere Beine
vom Vortag", sagte Dufaux, "ich werde mich nun auf die kommenden Etappen
konzentrieren." Die Ambitionen auf den Gesamtsieg hat er aber offensichtlich
abgeschrieben: "Ich bin zufrieden, wenn ich am Schluss unter den ersten fünf
lande."Als Schweizer Entdeckung entpuppte sich wie schon in der Tour de Romandie der
junge Berner Oberländer Sven Montgomery (23). In den Bergen hielt der Espoir-EM-Zweite
von 1997 als Siebenter fast mit den besten mit. Und im Zeitfahren verlor der Fahrer des
Post Swiss Teams bloss einen Rang auf Camenzind. Der Lichtblick Montgomery täuscht aber
nicht darüber hinweg, dass die Schweizer Profis in diesem Jahr noch nicht überzeugten
und in internationalen Rennen erst vier Siege errangen (Boscardin, Camenzind, Richard,
Markus Zberg).
Beat Zberg muss Ambitionen streichen
Zu den Geschlagenen gehört auch Beat Zberg, der sich im Vorfeld der Tour de Suisse
grosse Hoffnungen gemacht hatte. Als Vorjahreszweiter hatte er eigentlich den Gesamtsieg
im Visier, nach dem Wochenende musste er als Gesamtzehnter mit mehr als vier Minuten
Rückstand jedoch alle Ambitionen streichen. "Leider habe ich nicht die Verfassung
des Vorjahrs. Vielleicht erreiche ich die Bestform erst in der Tour de France, was ja auch
gut wäre. Falls dies nicht der Fall ist, werde ich mich in Frankreich ganz in den Dienst
der Mannschaft stellen", erklärte der Urner.
Zeitfahren in Meiringen (29,5
km)
1. Wjatscheslaw Jekimow RUS
36'10" Durchschnitt:48,953 km/h
2. Steffen Wesemann
GER 34"
3. Matthew White
AUS 1'00"
4. Martin Hvastjia
SVK 1'03"
5. Roberto Petito ITA
1'06"
6. Daniele Nardello ITA
gl. Zt.
7. Ludo Dierkxens
BEL 1'13"
8. Laurent Jalabert FRA
1'22"
9. Raivis Belohvoscika LET
1'30"
10. Marco Serpellini ITA
1'32"
11. Pavel Tonkov RUS
1'33"
12. Jörg Jaksche
GER 1'34"
13. Oscar Camenzind
SUI 1'34"
14. Sven Montgomery SUI
1'36"
15. Fabio Roscioli ITA
1'38"
Ferner:
17.Laurent Dufaux SUI
+ 1'38""
21.Gilberto Simoni ITA
1'50""
23.Francesco Casagrande ITA 1'52""
24.Pierre Ackermann SUI
2'00""
28.Beat Zberg
SUI 2'13""
33.Armin Meier SUI
2'23""
40.Daniel Schnider SUI
2'42"
52.Christian Charriere SUI 3'07".
54.Philipp Buschor SUI
3'11""
56.Felice Puttini SUI
3'12""
58.Christian Heule SUI
3'15""
67.Christophe Goehring SUI
3'25""
72.Pierre Bourquenoud SUI
3'32""
74.Christian Sidler SUI
3'33""
84.Niki Aebersold SUI
3'52""
86.Pascal Richard SUI
3'55""
Quelle: www.newswindow.ch

7. Etappe:
Montag, 21. Juni: , Küssnacht am Rigi - Mauren FL (160 km)
"Aussie"-Aussenseiter Matthew White Sieger in Liechtenstein
In der ersten Regenetappe der 63. Tour de Suisse hat sich überraschend der
Australier Matthew White durchgesetzt. Der 25jährige Aussenseiter siegte in Mauren im
Fürstentum Liechenstein nach 162 km sechs Sekunden vor Roberto Petito (It). Das von
Patrick Vetsch gemeisterte Hauptfeld verlor 3:02 Minuten ein. Leader blieb Laurent
Jalabert (Fr) zwei Sekunden vor Gilberto Simoni (It).
Die in Küssnacht am Rigi gestartete Etappe verlief von Beginn weg sehr animiert. Erste
Ausreissversuche gediehen indes nicht weit. Aber schon im Aufstieg zum Sattel bildeten
sich verschiedene Spitzengrüppchen, die sich schliesslich in der Abfahrt von Schindellegi
zu einer 15 Mann starken Vorhut fanden. Einziger Schweizer war dabei der aus Schmerikon
stammende Christian Heule aus dem Ericsson-Villiger-Team, der mit 46 Sekunden Rückstand
schliesslich Etappenzehnter wurde.
Auch Oscar Camenzind befand sich in seiner engeren Heimat in einer Vorhut, mit dem
Weltmeister und Gesamtvierten wäre der Ausreissergruppe jedoch kein Erfolg beschieden
gewesen, zumal mit Missaglia (It), Dierckxens (Be) und Bertoletti (It) drei weitere
Lampre-Fahrer vorne vertreten waren. So liessen sich Missaglia und Camenzind
zurückfallen. Später orientierten sich mit Baldato und Sörensen zwei weitere prominente
Profis nach hinten, wodurch sich schliesslich lauter Aussenseiter an der Spitze befanden.
Aussenseitergruppe auf der Flucht
Dieses Konstellation erhöhte die Erfolgschancen der Fluchtgruppe beträchtlich. Nach
121 km in Appenzell betrug der Vorsprung 100 Sekunden, 25 km später war er bereits auf
2:52 Minuten angewachsen. Dazwischen hatte sich Heule vom 133. bis 139. Kilometer
abgesetzt. White suchte bereits am Schellenberg, dem letzten Bergpreis 10 km vor dem Ziel,
ein erstes Mal das Weite, wurde aber von Erik Dekker (Ho), Paolo Valoti (It) und Petito
wieder eingeholt.
"Das gab mir schon einen Knacks", sagte White hinterher. "Aber weil ich
wusste, dass das deutsche Team Telekom mit Elli und Lombardi, einem der besten Sprinter
der Welt, zu zweit in der Fluchtgruppe vertreten war, versuchte ich, das Tempo weiter
hochzuhalten." In der leichten Steigung vor der "Flamme rouge", dem letzten
Kilometer, griff White nochmals an. Er kam wegen der Uneinigkeit der Verfolger erneut weg
und vermochte den kleinen Vorsprung auf dem leicht abfallenden Schlusskilometer mit Erfolg
zu verwalten.
"Das Profil auf dem letzten Kilometer war mir nicht bekannt. Weil ich jedoch kein
guter Sprinter bin, musste ich es nochmals auf diese Weise probieren", erzählte
White nach dem weitaus bedeutendsten Sieg in seiner dreieinhalbjähriger Karriere als
Profi. Seit 1996 verbuchte er zwar schon sieben Siege, aber alle in zweitklassigen Rennen.
Dritter australischer Etappensieger
Der 25 Jahre alte White ist nach Phil Anderson und Michael Wilson der dritte
australische Etappensieger in der Tour de Suisse. Anderson hatte in der Schweizer
Rundfahrt insgesamt vier Tageserfolge errungen und 1985 überdies die Gesamtwertung
gewonnen. Anderson war denn auch das Vorbild des damaligen Teenagers Michael White. Wegen
Anderson fand der junge Michael White damals auch zum Radrennsport.
Am Dienstag muss White seine Ambitionen indes wieder hinter jene seines Teamcaptains
Francescon Casagrande, des Gesamtdritten mit 12 Sekunden Rückstand, stellen. Mit dem
Schlussaufstieg nach Nauders in Tirol haben die Fahrer insgesamt 2376 Steigungsmeter zu
bewältigen. "Casagrande ist in ausgezeichneter Verfassung und hat gute Chancen, den
Gesamtsieg zu erringen", sagte White. Weniger optimistisch zeigte sich Jalabert nach
der Fahrt durch den Regen: "Ich bin total durchgefroren. Die Kälte hat mir sehr
zugesetzt", sagte der Franzose, "ich hoffe nur, dass ich mich ausreichend
erhole." Oscar Camenzind, neben Laurent Dufaux die Schweizer Hoffnung in den Bergen
Österreichs sagte bloss: "Ich schaue von Tag zu Tag. Mit den neuen Aufgaben befasse
ich mich erst, wenn sie auch vor mir stehen."
7. Etappe, Küssnacht a.R. - Mauren/Lie (162
km):
1. Matthew White (Au) 3:46:55 (42,835 km/h), 12 Sekunden
Bonifikation
2. Roberto Petito (It) 0:06, 6 Sek. Bon.
3. Erik Dekker (Ho) gleiche Zeit 4 Sek. Bon.
4. Paolo Valoti (It) 0:07
5. Giovanni Lombardi (It) 0:14
6. Ludo Dierckxens (Be) gleiche Zeit
7. Simone Bertoletti (It) 0:22
8. Mikel Zarrabeitia (Sp) 0:24
9. Alberto Elli (It) 0:33
10. Christian Heule (Sz) 0:46
Ferner:
13. Patrick Vetsch (Sz) 3:02
17. Christoph Göhring (Sz)
18. Laurent Jalabert (Fr)
21. Daniel Schnider (Sz)
24. Laurent Dufaux (Sz)
26. Oscar Camenzind
27. Yvan Haymoz (Sz)
30. Armin Meier (Sz)
37. Sven Montgomery
38. Pascal Richard
41. Beat Zberg
47. Pierre Bourquenoud
48. Markus Zberg
50. Philipp Buschor
53. Felice Puttini
58. Niki Aebersold
60. Roger Beuchat alle gleiche Zeit
80. Mauro Gianetti 4:13
90. Lukas Zumsteg 4:24
104. Christian Sidler 14:46
105. Michael Themann
108. Josef Christen
111. Daniel von Flüe
115. Rolf Järmann
119. Christian Charrière alle gleiche Zeit
127. Pierre Ackermann 22:11
131 gestartet, 127 klassiert
Gesamtklassement:
1. Jalabert 24:38:17
2. Simoni 0:02
3. Casagrande 0:10
4. Camenzind 0:35
5. Dufaux 0:43
6. Zarrabeitia 1:51
7. Roberto Sgambelluri (It) 2:26
8. Montgomery 2:37
9. Giuseppe Guerini (It) 3:36
10. Pawel Tonkow (Russ) 3:40
Ferner
11. Beat Zberg 4:07
12. Buschor 6:29
18. Armin Meier 8:14
27. Schnider 16:12
29. Richard 16:35
30. Puttini 16:46
32. Göhring 17:22
35. Aebersold 20:10
36. Vetsch 21:38
39. Markus Zberg 23:35
40. Bourquenoud 25:44
45. Gianetti 29:10
51. Charrière 36:18
54. Heule 37:42
71. Järmann 48:40
74. Beuchat 51:22
82. Haymoz 54:51
99. Zumsteg 1:02:34
103. Von Flüe 1:06:21
106. Christen 1:07:58
112. Themann 1:12:59
117. Ackermann 1:16:32
122. Sidler 1:28:14
Quelle: www.newswindow.ch

8. Etappe:
Dienstag, 22. Juni: , Landeck - Nauders (Ö, 46 km)
Etappensieg durch Oscar Camenzind
Die wegen der widrigen äusseren Bedingungen auf 45,7 km
verkürzte, 8. Etappe der Tour de Suisse hat in Nauders mit dem Sieg von Oscar Camenzind
geendet. Der Weltmeister setzte sich mit einem Antritt 250 m vor dem Ziel gegen ein noch
38köpfiges Spitzenfeld durch. Er verringerte den Rückstand auf Leader Laurent Jalabert
(Fr) dank der Zeitgutschrift für den Tagessieg auf 25 Sekunden.
Der Abstecher nach Österreich stand einen Tag nach Sommerbeginn unter einem denkbar
ungünstigen Stern. Kälte, Regen und Schnee führten dazu, dass der Start von Mauren
(Lie) nach Landeck verlegt wurde. Der Startschuss in Mauren war zwar schon gefallen. Aber
die Fahrer protestierten angesichts der schweren Etappe, die auf über 2000 m ü. M.
führte, und plädierten unter der Führung von Mauro Gianetti für einen neuen Startort.
Auf Grund der sich wieder verschlechternden Wetterprognosen und einigen Diskussionen mit
dem Profis kam Tour-Direktor Hugo Steinegger schliesslich auf seinen Entscheid zu zurück.
Die Bieler Höhe (2032 m) wurde aus dem Programm genommen und die Etappe um knapp 120 km
verkürzt und zugleich wesentlich entschärft.
Die knapp einstündige Fahrt von Landeck (816 m) nach Nauders (1395 m) bewirkte dann
wie erwartet keine Zäsur unter den Gesamtklassementsersten, vielmehr rückten
Jalabert,
Gilberto Simoni (It), der Etappendritte Francesco Casagrande (It) und Camenzind bis auf 25
Sekunden zusammen. Diese Konstellation verheisst für die Etappe von heute (Mittwoch) mit
dem Flüelapass und der Ankunft in Arosa reichlich Spannung.
Dritter Sieg im Regenbogentrikot
Camenzind hat durch seinen insgesamt dritten Tagessieg in der Tour de Suisse auch
wieder etwas mehr Selbstvertrauen gefasst: "Mit sonderlich grosser Moral bin ich nach
dem missratenen Giro nicht zur Tour de Suisse gestartet. Aber nun fühle ich mich von Tag
zu Tag besser. Ich versuche, in der Etappe nach Arosa alles zu geben und werde, falls ich
gute Beine habe, sicherlich auch etwas riskieren. Ich denke, dass noch fünf Fahrer
gewinnen können. Simoni und Casagrande werden sicher etwas probieren."
Camenzind errang in Nauders seinen dritten Sieg im Weltmeistertrikot nach jenem im
vergangenen Herbst in der Lombardei-Fahrt und dem Etappenerfolg Ende April in der
Trentino-Rundfahrt. Im Kampf um den Tagessieg liess Camenzind Bergpreisleader Markus Zberg
deutlich das Nachsehen. "Auf dem letzten Kilometer konzentrierte ich mich auf das
Hinterrad von Markus. Als dieser nicht attackierte, bin eben ich gestartet", sagte
Camenzind, der für den fünften Schweizer Saisonerfolg in einem internationalen Rennen
sorgte. Hinter den beiden Schweizern reihten sich Casagrande, der noch vier
Bonifikationssekunden holte, und der Gesamtzweite Simoni. Leader Jalabert landete im 9.
Rang.
Startschuss - und nichts passiert
In der Tour de Suisse musste zum letztenmal 1997 wegen eines Schlechtwettereinbruchs
eine Etappe verkürzt werden. Damals wurde anstelle von Spiez in Biasca zur Etappe nach
Bosco Guerin gestartet. Einmalig ist freilich, dass nach dem Startschuss der alpinen
Skirennfahrerin Birgit Heeb im Feld keine Reaktion erfolgte. "Wir standen am Start
und diskutierten", erklärte Gianetti als Sprecher der Fahrer. "Das Team Once
hatte auf 1500 m übernachtet, und es lag noch Schnee auf den Mannschaftswagen, als die
Equipe im Startgelände eintraf. Im Wissen, dass die Etappe in die Höhe führte, suchten
wir das Gespräch mit den Organisatoren. Wir sagten, wir müssten vor allem wegen der 50
km langen Abfahrt aufpassen, und es gäbe überdies auch kein gutes Rennen für die
Zuschauer. Hugo Steinegger und Auguste Girard entschieden sich dann, den Start zu
verlegen."
Sieger Camenzind bezeichnete den Entschluss wie der Grossteil der Fahrer als richtig:
"Fast alle Fahrer waren sich einig. Schliesslich sind vom Internationalen Verband
Gesundheitskontrollen vorgeschrieben. Und ich habe meine Zweifel, ob dies noch gesund
gewesen wäre."
Rennleiter Girard erläuterte, weshalb die Organistoren ihren Entschluss rückgängig
machten: "Zunächst gaben wir das Ja zum Startschuss, weil die Wetterprognosen immer
besser wurden und wir den Bericht erhielten, die Strassen seien grössstenteils trocken.
Kurz vor dem Start begann es jedoch sehr stark zu regnen, und zudem wurde es wieder
kälter." Für die über den Gesamtsieg wohl entscheidende Etappe vom Mittwoch ist
etwas besseres Wetter angekündigt.
8. Etappe, Mauren/Landeck - Nauders am Reschenpass
(45,7 km):
1. Oscar Camenzind (Sz) 1:00:22 (45,422 km/h),
10 Sekunden Bonifikation
2. Markus Zberg (Sz) 6 Sek. Bon.
3. Francesco Casagrande (It) 4 Sek. Bon.
4. Gilberto Simoni (It)
5. Massimiliano Lelli (It)
6. Armin Meier (Sz)
7. Matteo Tosatto (It)
8. Laurent Dufaux (Sz)
9. Laurent Jalabert (Fr)
10. Cristian Gasperoni (It)
Ferner:
13. Patrick Vetsch (Sz)
14. Sven Montgomery (Sz)
17. Pascal Richard (Sz)
18. Beat Zberg (Sz)
19. Niki Aebersold (Sz)
21. Felice Puttini (Sz)
23. Philipp Buschor (Sz)
30. Christoph Göhring (Sz)
31. Daniel Schnider
41. Pierre Bourquenoud
50. Mauro Gianettialle gleiche Zeit
70. Lukas Zumsteg 1:14
76. Christian Heule 1:53
70. Michael Themanngleiche Zeit
86. Daniel von Flüe2:43
91. Christian Sidlergleiche Zeit
97. Yvan Haymoz3:19
99. Rolf Järmann
100. Roger Beuchat
115. Josef Christen
117. Pierre Ackermann gleiche Zeit
127 gestartet, 125 klassiert.
Gesamtklassement:
1. Jalabert 25:38:39
2. Simoni 0:02
3. Francesco Casagrande 0:06
4. Camenzind 0:25
5. Dufaux 0:43
6. Mikel Zarrabeitia (Sp) 1:51
7. Sgambelluri 2:26
8. Montgomery 2:37
9. Giuseppe Guerini (It) 3:36
10. Pawel Tonkow (Russ) 3:40
11. Beat Zberg 4:07
12. Buschor 6:29
17. Armin Meier 8:14
26. Schnider 16:12
28. Richard 16:35
29. Puttini 16:46
31. Göhring 17:22
34. Aebersold 20:10
35. Vetsch 21:38
37. Markus Zberg 23:29
39. Bourquenoud 25:56
43. Gianetti 29:22
51. Heule 39:35
70. Järmann 51:59
74. Beuchat 54:41
84. Haymoz 58:10
97. Zumsteg 1:03:48
102. Von Flüe 1:09:04
104. Christen 1:11:17
110. Themann 1:14:52
116. Ackermann 1:19:51
120. Sidler 1:30:57
Quelle: www.newswindow.ch

9. Etappe:
Mittwoch, 23. Juni: Nauders - Arosa (197,5 km)
Nach dem Gewinn der 9. Etappe in Arosa steht Francesco Casagrande vor dem Gesamtsieg in
der 63. Tour de Suisse. Der 29jährige Italiener führt das Gesamtklassement vor dem
letzten Teilstück mit mehr als einer Minute vor Laurent Jalabert (Fr) und Gilberto Simoni
(It) an. Dahinter folgen die Schweizer Laurent Dufaux, Oscar Camenzind und Sven
Montgomery.
Aufs Podest wird es in Winterthur also keiner der Schweizer schaffen. Dufaux drehte in
der Steigung nach Arosa zu spät auf, nachdem er in den steilen Passagen bei Litzirüti
nicht in der Lage gewesen war, die Attacken von Casagrande und Simoni zu kontern. Der
Waadtländer beendete die 168 km lange Etappe zwischen Nauders (Ö) und Arosa im 2. Rang
und verbesserte sich im Gesamten auf Kosten von Camenzind auf Platz 4. "Mit dem
Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Ausser dem sehr souveränen Casagrande habe ich alle
hinter mir gelassen", sagte Dufaux.
Camenzind mit Atemproblemen
Weltmeister Camenzind hatte sich am Morgen zwar vorgenommen zu attackieren, mit dem
Ziel, die Schweizer Rundfahrt zu gewinnen. Aber bereits im Aufstieg zum
Flüelapass, mit
2383 m ü.M. der höchste Punkt der diesjährigen Tour, bekundete Camenzind Probleme, und
zwar nicht in den Beinen, sondern mit der Atmung. "Und nachher war es schlicht
unmöglich, Casagrande zu überraschen. Denn dessen Mannschaft kontrollierte das Rennen
vollumfänglich", sagte der Schwyzer. Er erreichte das Ziel schliesslich als
Zwölfter, noch drei Ränge hinter dem jungen Montgomery.
Die Entscheidung fiel wie erwartet in der gut 25 km langen Steigung zwischen Chur und
Arosa. Bis nach Litzirüti 6 km vor dem Ziel blieben die Favoriten zusammen. Die generöse
Führungsarbeit von Mauro Gianetti (Sz) und Matthew White (Au), zweier Teamkollegen von
Casagrande, liess freilich darauf schliessen, dass sich der Italiener in einer
hervorragenden Verfassung befindet. In Litzirüti ergriff zunächst Armin Meier die
Initiative, und die fünf Gesamtklassementsersten konterten sofort. Diese
Tempoverschärfung führte zugleich dazu, dass das seit dem Beginn der Schlusssteigung
führende Trio Daniel Schnider (Sz), Marco Serpellini (It) und zuletzt auch Pawel Tonkow
(Russ) eingeholt wurde.
Casagrandes Revanche
Den entscheidenden Antritt lancierte Casagrande knapp 4 km vor dem Ziel. Auch der
Giro-Dritte Simoni vermochte seinem Landsmann nun nicht mehr zu folgen. Casagrande hielt
die auffällig grosse Übersetzung stets in Schwung und traf schliessich 35 Sekunden vor
Dufaux im Ziel ein. "Dieser Sieg bedeutet für mich eine persönliche Revanche",
sagte Casagrande hinterher.
Diese Aussage ist vor dem Hintergrund zu verstehen, dass Casagrande bis Ende Mai eine
neunmonatige Dopingsperre zu verbüssen hatte. Vor gut einem Jahr war Casagrande innerhalb
weniger Tage in der Trentino-Rundfahrt und in der Tour de Romandie ein überhöhtes
Testosteron-Epitestostern-Verhältnis nachgewiesen worden. Der italienische Verband hatte
den Profi zunächst für sechs Monate gesperrt, aber der Rad-Weltverband zog den Fall vor
das Internationale Sportschiedsgericht in Lausanne weiter. Dort verlängerten die Richter
die Dopingsperre auf neun Monate. "Sechs Monate hätte ich akzeptiert, aber hinterher
wurde an mir ein Exempel statuiert", sagte Casagrande.
Weil Casagrandes Teamkollege Sergej Gontschar vor der 3. Etappe der diesjährigen Tour
de Suisse in Lausanne einen zu hohen Hämatokritwert aufgewiesen hatte, wurde die Equipe
einen Tag später von der Startliste der Tour de France gestrichen. Casagrande musste
mithin nicht mehr mit den Kräften haushalten. Er avancierte schon mit dem 2. Platz in der
Königsetappe in Grindelwald zu einem der meistgenannten Tour-Favoriten. "Auch die
Equipe sah, dass meine Verfassung zum Gesamtsieg reichen könnte, und entsprechend stieg
das Engagement", berichtete Casagrande. Vor der Tour de Suisse hatte Casagrande bloss
die Österreich-Rundfahrt bestritten.
Jalabert ausgelaugt
Seine Form zusehends schwinden sah dagegen Laurent Jalabert. Der Franzose, der bis nach
Arosa mit Ausnahme eines Tages stets das Leadertrikot getragen hatte, fühlte sich
ausgelaugt. Bereits am Flüela wies er zwei Minuten Rückstand auf das Hauptfeld auf und
wollte eigenlich aufgeben. Mit der Hilfe seiner Teamkollegen schaffte der
Weltranglistenerste in der Ebene 40 km vor dem Ziel zwar nochmals den Anschluss. Als sich
jedoch die Entscheidung anbahnte, vermochte Jalabert bald nicht mehr zu kontern, hielt mit
einer Minute Rückstand den Schaden aber im Rahmen.
9. Etappe - Nauders-Arosa (168,6 km):
1. Francesco Casagrande ITA
4:32'20" Durchschnitt: 37,145 km/h
2. Laurent Dufaux SUI
+ 35"
3. Giuseppe Guerini ITA
51"
4. Pawel Tonkow RUS
54"
5. Laurent Jalabert FRA
1'00"
6. Gilberto Simoni ITA
1'05"
7. Cristian Gasperoni ITA
1'16"
8. Armin Meier
SUI gl.Z.
9. Philipp Buschor SUI
gl.Z.
10. Sven Montgomery SUI
gl.Z.
11. Daniel Atienza ESP
gl.Z.
12. Oscar Camenzind
SUI gl.Z.
13. Michael Boogerd NED
1'51"
14. Roberto Sgambelluri ITA gl.Z.
15. Giusvan Piovaccari ITA gl.Z.
Ferner:
22. Beat Zberg
SUI 3'17"
25. Daniel Schnider SUI
4'32"
26. Mauro Gianetti SUI
5'22"
29. Pascal Richard SUI
11'01"
30. Niki Aebersold SUI
gl.Z.
32. Patrick Vetsch SUI
gl.Z.
33. Pierre Bourquenoud SUI gl.Z.
34. Christophe Göhring SUI gl.Z.
35. Markus Zberg SUI
gl.Z.
47. Christian Heule SUI
gl.Z.
56. Yvan Haymoz SUI
17'09"
86. Lukas Zumsteg SUI
gl.Z.
72. Rolf Jaermann SUI
17'23"
78. Josef Christen SUI
20.42"
95. Daniel von Flüe SUI
21'05
98. Michael Themann SUI
22'34"
110. Christian Sidler SUI
gl.Z.
Gesamtklassement:
1. Francesco Casagrande ITA 30:10'55"
2. Laurent Jalabert FRA +
1'04"
3. Gilberto Simoni ITA
1'11"
4. Laurent Dufaux SUI
1'16"
5. Oscar Camenzind
SUI 1'45"
6. Sven Montgomery SUI
3'57"
7. Roberto Sgambelluri ITA
4'21"
8. Giuseppe Guerini ITA
4'21"
9. Mikel Zarrabeitia ESP
4'29"
10. Pawel Tonkow RUS
4'32"
11. Beat Zberg
SUI 7'28"
12. Philipp Buschor SUI
7'49"
13. Mirko Celestino ITA
9'01"
14. Cristian Gasperoni ITA
9'24"
15. Armin
Meier SUI
9'34"
Ferner:
21. Felice Puttini
+ 19'33"
22. Daniel Schnider
20'45"
28. Pascal
Richard
27'40"
31. Christoph Göhring
28'27"
32. Niki Aebersold
31'15"
34. Patrick Vetsch
32'43"
36. Markus Zberg
34'34"
38. Mauro Gianetti
34'48"
39. Pierre Bourquenoud
37'01"
49. Christian
Heule
50'40"
66. Rolf Järmann
1:09'26"
73. Yvan Haymoz
1:13'54"
85. Lukas Zumsteg
1:20'58"
95. Daniel Von Flue
1:30'13"
96. Josef
Christen
1:32'03"
103. Michael Themann
1:37'30"
111. Christian Sidler
1:53'35"
Quelle: www.newswindow.ch

10. Etappe:
Donnerstag, 24. Juni: Chur - Winterthur (222,8 km)
In der Schlussetappe der 63. Tour de Suisse über 225 km von Chur nach Winterthur
ist der Gesamterste Francesco Casagrande (It) wie erwartet ungefährdet geblieben. Der
Sieg im längsten Teilstück ging an den Italiener Maurizio De Pasquale, der im Spurt
einer dreiköpfigen Spitzengruppe Patrick Vetsch knapp auf Distanz hielt.
Dem 28jährigen Vetsch waren im Kampf um den Tagessieg die besten Chancen eingeräumt
worden. Aber wie schon oft in seiner Karriere stand dem Junioren-Doppelweltmeister
(Strasse/Verfolgung) von 1989 das Glück nicht zur Seite. Als der aus Grabs SG stammende
Vetsch De Pasquale überholen wollte, spielte ihm die elektronische Gangschaltung einen
Streich. Um zu spurten, hatte der Schweizer den 11er-Kranz eingelegt. Als er jedoch De
Pasquale zu kontern versuchte, wechselte die Kette unversehens auf den 12er-Kranz.
"So etwas kann bei diesem elektronischen System halt passieren", sagte der
enttäuschte Vetsch hinterher. "Aber verärgert bin ich schon, zumal man sich nicht
oft in einer solch guten Ausgangslage befindet." Vetsch war es auch gewesen, der die
entscheidende Flucht 25 km nach dem Start in Sargans ausgelöst hatte. Zunächst befanden
sich mit De Pasquale, Vetsch, Giampaolo Mondini (It) und Chris Barnsley vier Profis an der
Spitze. Der für das Ericsson-Villiger-Team fahrende Neuseeländer Barnsley verlor jedoch
70 km vor dem Ziel den Kontakt. Der Maximalvorsprung des Spitzenquartetts betrug nach der
Hälfte des Etappenpensums in Neukirch 8:45 Minuten.
Grösster Erfolg für die Nummer 730 der Welt
Als die noch dreiköpfige Vorhut die erste der beiden Zusatzrunden (je 24 km) im
Nordosten Winterthurs mit noch immer mehr als sechs Minuten Vorsprung in Angriff nahm,
resignierten die Verfolger im Hauptfeld. "Wir sind auf Anraten Rolf Järmanns nicht
voll gefahren, um allenfalls reagieren zu können, falls das Tempo im Feld verschärft
würde", berichtete Vetsch. Das Spitzentrio bestand aus lauter
Aussenseitern, was dem
Erfolg der Flucht sicherlich dienlich war. Der schon 30jährige Sieger De Pasquale, die
Nummer 730 der Weltrangliste, errang seinen weitaus bedeutendsten Erfolg in seiner nunmehr
fünfjährigen Profikarriere.
Das Feld mit allen Gesamtersten traf 1:44 Minuten nach De Pasquale in Winterthur ein.
"Meine Mannschaftskollegen haben das Rennen hervorragend kontrollliert, sodass ich
nicht mehr in Gefahr geriet, das Leadertrikot zu verlieren", sagte Gesamtsieger
Casagrande. Er sorgte für den insgesamt 19. italienischen Gesamtsieg in der Schweizer
Rundfahrt. "Es war ein schöner und neben dem Erfolg im Weltcuprennen von San
Sebastian mein wichtigster Sieg", sagte Casagrande. "Niemals würde ich ihn für
das Startrecht in der Tour de France eintauschen." Bereits im Vorjahr hatte mit
Stefano Garzelli ein Italiener die Tour de Suisse gewonnen.
Montgomery Schweizer Lichtblick
Erstmals seit 1996 schaffte es kein Schweizer, sich auf dem Podest der drei
Gesamtersten zu plazieren, nachdem Beat Zberg 1998 und Oscar Camenzind vor zwei Jahren
jeweils Zweite geworden waren. Laurent Dufaux als Vierter und Camenzind als Fünfter
sorgten für eine ansehnliche, aber keineswegs den Hoffnungen entsprechende Bilanz. Für
den Lichtblick aus Schweizer Sicht sorgte der 23jährige Sven Montgomery, der sich in der
zweitletzten Etappe noch auf den 6. Gesamtplatz verbesserte. "Mein Ziel war eine
Klassierung in den ersten 15", sagte der Berner Oberländer aus dem Post Swiss Team.
"Ich habe meine Stärken, die Ausdauer und die Fähigkeit zur raschen Erholung,
ausspielen können. Zunächst mache ich Ferien, und dann bereite ich mich auf die Tour de
l'Avenir vor."
Montgomery gewann die Wertung der besten Jungprofis (Jahrgang 1975 und jünger) fast 17
Minuten vor Salvatore Commesso (It). Erfolgreichster Punktesammler in den Bergpreisen war
mit Markus Zberg ebenfalls ein Schweizer.
Montgomery gewann die Wertung der besten Jungprofis (Jahrgang 1975 und jünger) fast 17
Minuten vor Salvatore Commesso (It). Erfolgreichster Punktesammler in den Bergpreisen war
mit Markus Zberg ebenfalls ein Schweizer.
10. Etappe - Chur-Winterthur über 225,2km
1. Maurizio De Pasquale ITA 5:18'37"
Durchschnitt: 43,584 km/h
2. Patrick Vetsch SUI +
gl.Z.
3. Gianpaolo Mondini ITA gl.Z.
4. Fabio Roscioli ITA + 1'42"
5. Sergej Lelekin RUS
gl.Z.
6. Mario Traversoni ITA 1'44"
7. Silvio Martinello ITA gl.Z.
8. Salvatore Commesso ITA gl.Z.
9. Nicola Loda ITA
gl.Z.
10. Stefano Casagrande ITA gl.Z.
11. Simone Zucchini ITA
gl.Z.
12. Markus Zberg SUI
gl.Z.
13. Christian Heule SUI
gl.Z.
Ferner:
18. Josef Christen SUI
gl.Z.
19. Christophe Göhring SUI gl.Z.
22. Oscar Camenzind SUI
gl.Z.
29. Mauro Gianetti SUI + 1'44"
33. Pierre Bourquenoud SUI gl.Z.
35. Pascal Richard SUI
gl.Z.
41. Beat Zberg SUI
gl.Z.
43. Laurent Dufaux SUI
gl.Z.
44. Philipp Buschor SUI gl.Z.
45. Armin Meier SUI
gl.Z.
48. Sven Montgomery SUI gl.Z.
50. Yvan Haymoz SUI
gl.Z.
52. Michael Themann SUI gl.Z.
55. Felice Puttini SUI
gl.Z.
59. Daniel Schnider SUI gl.Z.
68. Niki Aebersold SUI
gl.Z.
73. Rolf Jaermann SUI
gl.Z.
85. Daniel Von Flüe SUI + 2'56"
88. Lukas Zumsteg SUI
2'56"
96. Christian Sidler SUI 2'56"
Schlussklassement:
1. Francesco Casagrande ITA 35:22'40"
2. Laurent Jalabert FRA + 1'04"
3. Gilberto Simoni ITA
1'11"
4. Laurent Dufaux SUI
1'16"
5. Oscar Camenzind SUI
1'45"
6. Sven Montgomery SUI
3'57"
7. Roberto Sgambelluri ITA 4'21"
8. Giuseppe Guerini ITA 4'21"
9. Mikel Zarrabeitia ESP 4'29"
10. Pawel Tonkow RUS
4'32"
11. Beat Zberg SUI
7'28"
12. Philipp Buschor SUI
7'49"
13. Mirko Celestino ITA
9'01"
14. Cristian Gasperoni ITA 9'24"
15. Armin Meier SUI
9'34"
16. Daniel Atienza ESP
9'44"
17. Giusvan Piovaccari ITA 10'03"
Ferner:
21. Felice Puttini +
19'33"
22. Daniel Schnider
20'45"
27. Pascal Richard
27'40"
30. Christoph Göhring
28'27"
31. Patrick Vetsch
30'59"
32. Niki Aebersold
31'15"
35. Markus Zberg
34'34"
37. Mauro Gianetti
34'48"
38. Pierre Bourquenoud
37'01"
47. Christian Heule
50'40"
61. Rolf Jaermann
1: 09'26"
66. Yvan Haymoz
1:
13'54"
77. Lukas Zumsteg
1: 22'10"
84. Daniel Von Flüe 1:
31'25"
85. Josef Christen 1:
32'03"
91. Michael Themann 1:
37'30"
97. Christian Sidler 1: 54'47"
Quelle: www.newswindow.ch