Oscar Camenzind
Tour de Suisse 99

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Karte: www.blick.ch

Tour de Suisse muss den Gürtel enger schnallen

si -Der Herzstücke der 63. Tour de Suisse vom 15. bis 24. Juni 1999 mit zehn Etappen über 1526 km liegen im Berner Oberland und in Graubünden. Ans Herz geht TdS-Direktor Hugo Steinegger auch, dass ihm in finanzieller Hinsicht ein kühler Wind entgegenbläst. Der Gürtel muss jedenfalls enger geschnallt werden.

   

Tour-Direktor Hugo Steinegger, flankiert von Stefano Garzelli (TdS-Sieger 1998) und Weltmeister Oscar Camenzind.

(Bild: keystone) 

In den vergangenen Jahren durfte Steinegger mit einer grösseren Kelle anrichten und gegenüber den Sportgruppen sehr grosszügig sein. Dies ändert sich nun. Maximal 16 Mannschaften sollen noch verpflichtet werden - zwei weniger als bis anhin. Bei der Selektion will der Tour-Direktor einen strengeren Massstab anlegen. Zwei Startplätze wird er für das Post Swiss Team und Ericsson-Villiger freihalten. Die Auswahl der übrigen Sportgruppen erfolgt streng nach der Weltrangliste.

Die Gründe dafür, dass der Franken nicht mehr so locker rollt, sind leicht auszumachen. Der Dopingskandal der Tour de France wirft in den Chefetagen der Sponsorfirmen noch immer lange Schatten. Zudem hat in der Geschäftswelt die Begeisterung für die Unterstützung von Sportanlässen generell nachgelassen. Vorderhand kann Steinegger mit Genugtuung feststellen, dass der Fortbestand der Berner Rundfahrt gesichert ist. Beim GP Tell jedoch werden nach dem Ausstieg zweier Sponsoren langwierige Verhandlungen nötig, um das im Zeichen des Nachwuchses stehende Etappenrennen weiterhin durchführen zu können.

Ungebrochen gross ist das Interesse der Sportgruppen an der Schweizer Rundfahrt. So wird Steinegger nächstes Jahr mit grosser Wahrscheinlichkeit ein qualitativ hochstehendes Feld präsentieren können. Die Teams werden sich allerdings vorsehen müssen. Ins Reglement wird ein neuer Passus aufgenommen, wonach einer Mannschaft der Start verweigert werden kann, wenn sie in einen Dopingfall verwickelt sein sollte.

Der "Streckenarchitekt" Bruno Hubschmid hat eine Rundfahrt entworfen, die als mittelschwer zu betrachten ist und damit ein Stück weit dem Anliegen des Weltverbandes UCI gerecht wird, den Schwierigkeitsgrad zu senken. Nach dem Prolog-Zeitfahren in Solothurn und zwei eher leichten Teilstücken nach Lausanne und Küssnacht am Rigi erfolgt ein Transfer ins Tessin, wo sich die Fahrer auf höhere Anforderungen einstimmen können.

Über die Grosse Scheidegg

Im Verlaufe des fünften Tagespensums (Bellinzona - Grindelwald) werden die Passstrassen Gotthard und Susten befahren. Die Grosse Scheidegg bildet das Schlussstück. Sie war vor zwei Jahren das Sprungbrett für Peter Luttenberger (Ö) zu dessen TdS-Gesamtsieg. Anderntags steht das Einzelzeitfahren Meiringen - Meiringen über 28,1 km auf dem Programm, dessen Schwierigkeitsgrad nicht zu unterschätzen ist. Nach einer flachen Anfahrt werden die Fahrer beinahe die ganze Steigung des Brünigpasses zu bezwingen haben.

Nach der Überführungsetappe nach Liechtenstein wird bei den beiden Bergankünften der Rundfahrt die Entscheidung um den Gesamtsieg fallen. Nach der Silvretta-Hochalpenstrasse mit der Bielerhöhe ist die Tour de Suisse zum dritten Mal in ihrer Geschichte in Österreich zu Gast, diesmal in Nauders. Am vorletzten Tag bildet der Julier-Pass die Ouvertüre zum selektiven Schlussteil mit der Steigung von Chur nach Arosa. Die letzte Etappe beginnt in Chur und endet in Winterthur.

"Diese Tour kündet sich schwer und offen an", kommentierte Strassenweltmeister Oscar Camenzind am Mittwoch die Streckenführung. "In vermeintlich leichten Etappen ist man nie vor Überraschungen sicher. Über die Grosse Scheidegg wird eine Vorentscheidung fallen, und in Arosa dürfte der Gesamtsieger feststehen."

Stefano Garzelli, der Gesamtsieger der Tour de Suisse 1998, freut sich auf die Rückkehr in die Schweiz. Mit welchen Ambitionen er nächstes Jahr starten wird, hängt vom weiteren Programm des Varesiners ab, der zuvor den Giro d'Italia erneut in der Rolle des Helfers für Marco Pantani bestreiten wird. Es ist nicht auszuschliessen, dass der Giro- und Tour-de-France-Erste nächstes Jahr an der Schweizer Landesrundfahrt teilnehmen wird.

DIE TEAMS

Lampre-Daikin DS: Pietro Algeri
1 Oscar Camenzind (Sz) 2 Massimo Codol (It)* 3 Marco Della Vedova (It) 4 Ludo Dierckxens (Be) 5 Matteo Frutti (It) 6 Gabriele Missaglia (It) 7 Marco Serpellini (It) 8 Zbigniew Spruch (Pol) 9 Johan Verstrepen (Be)

Mapei-Quick Step DS: Patrick Lefèvere
11 Pawel Tonkow (Rus) 12 Davide Bramati (It) 13 Bart Leysen (Be) 14 Manuel Fernandez (Sp) 15 Axel Merckx (Be) 16 Johan Museeuw (Be) 17 Daniele Nardello (It) 18 Wilfried Peeters (Be) 19 Tom Steels (Be)

Rabobank DS: Theo de Rooy
21 Beat Zberg (Sz) 22 Niki Aebersold (Sz) 23 Michael Boogerd (Ho) 24 Erik Dekker (Ho) 25 M. den Bakker (Ho) 26 Robbie McEwen (Au) 27 Rolf Sörensen (Dä) 28 Leon Van Bon (Ho) 29 Markus Zberg (Sz)

Once-Deutsche Bank DS: Manolo Saiz
31 Laurent Jalabert (Fr) 32 Marcelino Garcia (Sp) 33 Inigo Cuesta (Sp) 34 Martin Lejarreta (Sp) 35 Peter Luttenberger (Ö) 36 M.A. Martin (Sp) 37 Isidor Nozal (Sp) 38 Roberto Sierra (Sp) 39 Mikel Zarrabeitia (Sp)

Polti DS: Giovanni Fidanza
41 Davide Rebellin (It) 42 Daniel Atienza (Sp) 43 Rossano Brasi (It) 44 Stefano Cattai (It) 45 Mirko Celestino (It) 46 Leonardo Guidi (It) 47 Silvio Martinello (It) 48 Fabio Sacchi (It) 49 Gianluca Valoti (It)

Cofidis DS: Bernard Quilfen
51 Roland Meier (Sz) 52 Claude Lamour (Fr) 53 Massimiliano Lelli (It) 54 Thierry Loder (Fr) 55 Arnaud Prétôt (Fr) 56 Jérôme Delbove (Fr) 57 Anthony Rokia (Fr) 58 G. Gwiazdowski (Pol) 59 Samuel Plouhinec (Fr)

Saeco DS: Antonio Salutini
61 Laurent Dufaux (Sz) 62 Alessio Galletti (It) 63 Francesco Secchiari (It) 64 Witalin Kokorin (Rus) 65 Armin Meier (Sz) 66 Harald Morscher (Ö) 67 Roberto Petito (It) 68 Igor Pugaci (Mold) 69 Mario Traversoni (It)

Deutsche Telekom DS: Walter Godefroot
71 Jan Ullrich (D) 72 Kai Hundertmarck (D) 73 Alberto Elli (It) 74 Giuseppe Guerini (It) 75 Jens Heppner (D) 76 Jörg Jaksche (D) 77 Andreas Klöden (D) 78 Bjarne Riis (Dä) 79 Jan Schaffrath (D)

La Française des Jeux DS: Alain Gallopin
81 Chris Horner (USA) 82 Franck Bouyer (Fr) 83 Frédéric Guesdon (Fr) 84 Franck Perque (Fr) 85 Jean-Patrick Nazon (Fr) 86 Christophe Mengin (Fr) 87 Lars Michaelsen (Dä) 88 Max Sciandri (Gb) 89 Jean-Michel Tessier (Fr)

Vini Caldirola DS: Roberto Amadio
91 F. Casagrande (It) 92 Gianluca Bortolami (It) 93 Sergej Gontschar (Ukr) 94 Mauro Gianetti (Sz) 95 Massimo Donati (It) 96 Sandro Giacomelli (It) 97 Emanuele Lupi (It) 98 Ruggero Borghi (It) 99 Mauro Zanetti (It)

Cantina Tollo DS: Vincenzino Santoni
101 Bo Hamburger (Dä) 102 Alessandro Baronti (It) 103 Cristian Gasperoni (It) 104 Gabriele Colombo (It) 105 Luca Mazzanti (It) 106 Moreno Di Biase (It) 107 Giusvan Piovaccari (It) 108 R. Sgambelluri (It) 109 Gianpaolo Mondini (It)

Ballan-Alessio DS: Flavio Miozzo
111 A. Gontschenkow (Rus) 112 Fabio Baldato (It) 113 Andrea Ferrigato (It) 114 Carlo Finco (It) 115 Martin Havstija (Sln) 116 Gilberto Simoni (It) 117 Maxim Smirnow (Rus) 118 Matteo Tosatto (It) 119 Piotr Ugrumow (Rus)

Mobilvetta DS: Franco Chioccioli
121 Pascal Richard (Sz) 122 Sergej Lelekin (Rus) 123 Stefano Faustini (It) 124 Mirko Gualdi (It) 125 Mario Manzoni (It) 126 Paolo Valoti (It) 127 Valerio Tebaldi (It) 128 Alessandro Bertolini (It)

Amica DS: Sandro Quintarelli
131 Felice Puttini (Sz) 132 Jewgeni Berzin (Rus) 133 Antonio Colom (Sp) 134 A. de las Cuevas (Fr) 135 Daniele De Paoli (It) 136 Stefano Della Snta (It) 137 W. Jekimow (Rus) 138 Amilcare Tronca (It) 139 Fabio Roscioli (It)

Post Swiss Team DS: Jacques Michaud
141 Rolf Järmann (Sz) 142 Roger Beuchat (Sz) 143 P. Bourquenoud (Sz) 144 Philipp Buschor (Sz) 145 Ch. Charrière (Sz) 146 Yvan Haymoz (Sz) 147 Sven Montgomery (Sz) 148 Daniel Schnider (Sz) 149 Patrick Vetsch (Sz)

Amore & Vita DS: Giuseppe Lanzoni
151 M. De Pasquale (It) 152 Massimo Gimondi (It) 153 Timothy Jones (Simb) 154 Simone Leporatti (It) 155 Robert Lyne (Gb) 156 Filippo Meloni (It) 157 Andrea Patuelli (It) 158 Mirko Puglioli (It) 159 Artur Krzeszowiec (Pol)

Ericsson-Villiger DS: Olivier Senn
161 Christoph Göhring (Sz) 162 Chris Barnsley (Neus) 163 Josef Christen (Sz) 164 Urs Graf (Sz) 165 Christian Heule (Sz) 166 Christian Sidler (Sz) 167 Michael Themann (Sz) 168 Daniel von Flüe (Sz) 169 Lukas Zumsteg (Sz)

* Codol hat sich im Giro einen Schlüsselbeinbruch zugezogen. Seitens der Sportgruppe ist noch kein Ersatz benannt worden.

1. Etappe: Dienstag, 15. Juni 1999:  Prolog-Zeitfahren in Solothurn (6 km)

Daniel Schnider überraschend Dritter

Wie im Vorjahr hat Laurent Jalabert den Prolog zur Tour de Suisse für sich entschieden. Auf dem 6 km langen Parcours in Solothurn deklassierte der Franzose die Konkurrenz und nahm dem zweitklassierten Russen Wjatscheslaw Jekimow neun Sekunden ab. Überraschend Dritter wurde der Entlebucher Daniel Schnider, der elf Sekunden verlor.  

Der 25 Jahre alte Schnider aus dem Post Swiss Team hatte sich minutiös auf die technisch anspruchsvolle Strecke in der Solothurner Innenstadt vorbereitet. "Ich bin den Parcours im Vorfeld des Prologs fünf- oder sechsmal abgefahren", sagte Schnider. "Mein Vorteil war es, dass ich ohne grosse Belastung starten konnte. Überdies kam mir der Kurs mit den vielen Kurven entgegen", erklärte der in Habschwanden wohnende Luzerner.

Schnider gilt als Allrounder mit Stärken in den Steigungen und Zeitfahren. Für internationales Aufsehen hatte der gelernte Maschinenmechaniker im letzten Herbst gesorgt, als er in der Tour de l'Avenir erst in der vorletzten Etappe als Leader entthront worden war. Der Brillenträger ist seit 1996 Profi und beteiligt sich nach 1996 und 1997 zum drittenmal an der Tour de Suisse. In diesem Jahr hat Schnider noch keine nennenswerten Resultate erzielt. In der 1. Etappe der Österreich-Rundfahrt hatte er den 6. Platz belegt.

Routinier Jekimow Zweiter

Schnider lag im Prologzeitfahren lange Zeit an der Spitze. Erst der russische 33jährige Routinier Wjatscheslaw Jekimow, der als Zehntletzter gestartet war, übertraf den Schweizer um zwei Sekunden. Dem Effort von Jalabert war aber auch der frühere Verfolgungsweltmeister Jekimow nicht gewachsen. Zwar lag Jalabert bei halbem Pensum bloss 48 Hundertsel vor Jekimow und zwei Sekunden vor Schnider, aber auf der zweiten Streckenhälfte kehrte der Franzose seine Klasse in den Prüfungen gegen die Uhr hervor.

"Zu Beginn des Prologs taten mir die Beine noch etwas weh, hinterher fühlte ich mich aber wieder hervorragend", sagte Jalabert nach dem sechsten Sieg im achten von ihm bestrittenen Zeitfahren in diesem Jahr.

Der 30jährige hat mittlerweile auch die letzten fünf bedeutenden Zeitfahren in der Schweiz gewonnen. Im Vorjahr setzte er sich in der Tour de Suisse nach dem Prolog in Biel auch in der Prüfung gegen die Uhr in Ittigen bei Bern durch. Diesen Frühling entschied er in der Tour de Romandie ebenfalls beide Prüfungen gegen die Uhr für sich. Dank dem Gesamtsieg in der Tour de Romandie und den drei Etappenerfolgen im Giro d'Italia hat der seit rund zwei Jahren in Plan-les-Ouates im Kanton Genf wohnende Jalabert auch wieder die Spitzenposition in der Weltrangliste übernommen.

Als zweitbester Schweizer klassierte sich Beat Zberg mit 14 Sekunden Rückstand im 8. Rang. Roland Meier wurde Zwölfter, Oscar Camenzind 16. "Ich weiss noch nicht, wie es um meine Form steht", sagte der Weltmeister. "Ein Prolog kann meistens keine schlüssige Auskunft über die momentanen Verfassung geben. Wieviel ich zu leisten vermag, werden wir in den nächsten zwei, drei Tagen sehen", erklärte Camenzind, der 17 Sekunden auf Jalabert einbüsste. Noch fünf Sekunden mehr als der Schwyzer verlor Jan Ullrich (De) als 32. "Bei Belastungen spüre ich immer noch Schmerzen im rechten Knie", musste der Tour-de-France-Favorit feststellen. Ullrich war in der Deutschland-Rundfahrt vor zwei Wochen schwer gestürzt und überdies am vergangenen Wochenende mit Doping in Verbindung gebracht worden.

1. Etappe, Prologzeitfahren in Solothurn (6 km):


1. Laurent Jalabert    FRA       7'12"              Durchschnitt: 49,942 km/h
2. Wjatscheslaw Ekimow RUS   +      9"
3. Daniel Schnider     SUI          11"
4. Roberto Petito      ITA          11"
5. Eric Dekker         NED        gl.Z.
6. Marc Wauters        BEL        gl.Z.
7. Steffen Wesemann    GER       gl.Z.
8. Beat Zberg          SUI          14"
9. Martin Hvastija     SLO       gl.Z.
10. Mikel Zarrabeita    ESP       gl.Z.
11. Matthew White       AUS        gl.Z.
12. Roland Meier        SUI        gl.Z.

Ferner:

16. Oscar Camenzind      SUI         16"
19. Laurent Dufaux      SUI        gl.Z.
24. Armin Meier         SUI          19"
29. Niki Aebersold      SUI          21"
30. Pierre Ackermann    SUI       gl.Z.
32. Jan Ullrich         GER        gl.Z.
37. Markus Zberg        SUI          22"
45. Pascal Richard      SUI          24"
48. Philipp Buschor     SUI          25"
64. Christian Heule     SUI          30"
66. Pawel Tonkow        RUS        gl.Z.
71. Rolf Järmann        SUI          31"
72. Michael Themann     SUI       gl.Z.
76. Patrick Vetsch      SUI          32"
80. Mauro Gianetti      SUI          33"
95. Christian Sidler    SUI          36"
105. Yvan Haymoz           

Quelle: www.newswindow.ch 

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2. Etappe: Mittwoch, 16. Juni, Solothurn - Lausanne (195 km)

Pascal Richard gewinnt überraschend "Heimetappe"

Pascal Richard hat nach einer langen Durststrecke seinen grössten Erfolg seit dem Olympiasieg errungen. In der 2. Etappe der 63. Tour de Suisse über 200 km von Solothurn nach Lausanne gewann der 35jährige Waadtländer aus Aigle vor dem Olympiastadion mit einer Sekunden Vorsprung vor Francesco Casagrande und Laurent Jalabert, der weiterhin Gesamterster ist.

Seit dem Gewinn der Olympia-Goldmedaille 1996 in Atlanta war Richard reichlich Ungemach widerfahren. Wegen Verletzungen und Unstimmigkeiten mit dem Directeur Sportif seiner früheren Sportgruppe Casino reihte sich Misserfolg an Misserfolg. An seinem 33. Geburtstag etwa wurde Richard während einer Trainingsfahrt von einem Automobilisten angefahren. Im Trikot des Olympiasiegers gelang ihm bis zu seinem Triumph in Lausanne bloss ein Sieg; in einer Etappe der Trentino-Rundfahrt 1998.

Umso grösser war nun die Genugtuung. "Dieser Sieg entschädigt für viel", sagte Richard. "Es war auch ein Erfolg der Erfahrung. Bis zwei Kilometer vor dem Ziel hielt ich mich an etwa 20. Position auf und beobachtete die Gegner. Als dann Armin Meier und später Laurent Dufaux attackierten, konterte ich und vermochte den kleinen Vorsprung zu retten", beschrieb Richard den Weg zum Sieg.

Letzter Schweizer Gesamtsieger

Dies sei jener Sieg, den er eigentlich im Giro gesucht habe, meinte Richard. "Immerhin brachte ich aus Italien eine gute Form mit, und wenn es weiter so gut rollt," meinte er mit einem Schmunzeln, "dann könnte auch das Gesamtklassement ein Thema werden." Richard hatte 1994 als letzter Schweizer den Gesamtsieg in der Tour de Suisse geholt. In Lausanne errang er seinen dritten Etappensieg nach 1993 in Arosa und 1994 in Scoul. Er ist seit 1986 Berufsfahrer und wird am Ende dieser Saison zurücktreten.

Richard ist im Gesamtklassement nun Dritter mit 19 Sekunden Rückstand auf Jalabert und nur einer hinter dem zweitklassierten Roberto Petito (It). Hinter Richard folgen mit Laurent Dufaux und Oscar Camenzind zwei weitere Schweizer. Auch im Etappenklassement mit dem anforderungsreichen Finale mit mehr als 200 m Höhendifferenz schlugen sich die Schweizer achtbar. Mit Dufaux (4.), Camenzind (6.), Markus Zberg (9.) und Armin Meier (10.) kamen insgesamt fünf in die ersten zehn. Auch der junge Sven Montgomery (23) trat in der Schlussphase offensiv in Erscheinung und wurde schliesslich 20.

Unbelohnter Held Lukas Zumsteg

Ein anderer Schweizer blieb der unbelohnte Held des 2. Teilstücks. Lukas Zumsteg wurde nach einer knapp 185 km langen Flucht erst 12 km vor dem Ziel gestellt. Der Maximalvorsprung des Aargauers aus dem Ericsson-Villiger-Team betrug eine Viertelstunde. Der 27jährige aus Sulz trug die Einholung mit Fassung: "Ich freue mich über das, was ich gewonnen habe. Im Finale war es sehr schwierig zu bestehen. Mit meinen müden Beinen war ich den Steigungen und dem Wind nicht mehr gewachsen."

Überdies steigerten die Mannschaften der Gesamtklassementsersten und starken Finisseure im Feld kontinuierlich das Tempo, wodurch Zumstegs Flucht schon ein rechtes Stück vor dem Ziel zum Scheitern verurteilt war. Vorab Fahrer des Teams Once (Jalabert), aber auch jene von Ballan und Richards Equipe Mobilvetta spannten sich im Finale vor das Feld.

Aufgabe von Jan Ullrich

Schon beim ersten Verpflegungsposten nach 71 km war für Jan Ullrich die Tour de Suisse beendet. Wegen starker Knieschmerzen, die Folge eines schweren Sturzes vor zwei Wochen in der Deutschland- Rundfahrt, musste der Deutsche aufgeben. Bereits zuvor hatte der Tour-de-France-Sieger von 1997 nach ärztlicher Hilfe verlangt. "Die Gesundheit ist nun wichtiger als alles andere", sagte Ullrich. Er bezeichnete die Aufgabe als Tiefschlag, denn er hätte die Schweizer Berge gebraucht, um im Hinblick auf die Tour in Form zu kommen. Ullrich reiste gestern abend zurück nach Deutschland, liess sich untersuchen und hofft nach zwei, drei Tagen der Ruhe wieder mit dem Training beginnen zu können.

Solothurn - Lausanne über 200 km:
     
1. Pascal Richard       SUI   4:46'04"     Schnitt: 42,262 km/h
2. Francesco Casagrande ITA   +    01"
3. Laurent Jalabert     FRA           
4. Laurent Dufaux       SUI           
5. Gilberto Simoni      ITA      
6. Oscar Camenzind       SUI           
7. Roberto Petito       ITA   
8. Daniele De Paoli     ITA           
9. Markus Zberg         SUI       
10. Armin Meier          SUI   alle gleiche Zeit       
11. Pavel Tonkow         RUS   +     04"
12. Beat Zberg           SUI         06" 

Klassement vom 16. Juni
1. Laurent Jalabert FRA 4:5313"
2. Roberto Petito ITA + 18"
3. Pascal Richard SUI 19"
4. Laurent Dufaux SUI 23"
5. Oscar Camenzind SUI gl.Z.
6. Beat Zberg SUI 24"
7. Matthew White AUS 27"
8. Armin Meier SUI gl.Z.
9. Daniel Schnider SUI 28"
10. Gilberto Simoni ITA 29"
11. Wjatscheslaw Ekimow RUS 31.
12. Markus Zberg SUI gl.Z.
13. Daniele De Paoli ITA gl.Z.
14. Francesco CasagrandeITA 32"
15. Roland Meier SUI gl.Z.

Quelle: www.newswindow.ch 

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3. Etappe: Donnerstag, 17. Juni, Lausanne - Küssnacht am Rigi (214,6 km)

Silvio Martinello in Küssnacht 4 cm vor Markus Zberg

In der 3. Etappe der Tour de Suisse über 220 km von Lausanne nach Küssnacht am Rigi hat Markus Zberg den Tagessieg knapp verpasst. Im Spurt musste sich der Urner denkbar knapp von Sieger Silvio Martinello (It) und Mario Travesoni (It) geschlagen geben. Leader blieb Laurent Jalabert mit 15 Sekunden Vorsprung vor dem Italiener Roberto Petito.

Zberg kam im Kampf um den Sieg von zu weit hinten, um die beiden Italiener auf der leicht ansteigenden Zielgeraden noch abfangen zu können. Schliesslich trennten bloss 4 Zentimter die drei Erstklassierten. "Leider war ich auf dem letzten Meter etwas zu wenig schnell", sagte Markus Zberg. Auch eine recht heftige Körpercharge der beiden Italiener kurz vor dem Ziel gereichte dem Schweizer nicht mehr zum Vorteil. "Ich denke, Martinello hat gewonnen", sagte Zberg bereits unmittelbar nach der Zieldurchfahrt.

Auch Martinello war sich seines Erfolges sicher: "Ich sah zwar Zberg von links heranbrausen, aber der Sieg gehörte mir." Martinello beteiligt sich als 36jähriger zum erstenmal an der Tour de Suisse. Er ist schon seit 1986 Profi. Bis zum Ende der Saison 1997 war er auf der Zielgeraden der Chefhelfer von Sprintstar Mario Cipollini. Einen Namen gemacht hat sich Martinello freilich auf der Bahn. Als Sechstagespezialist gewann er 1997 unter anderem in Zürich, und in Atlanta wurde er 1996 Olympiasieger im Punktefahren.

Leader Jalabert und sein Team Once mussten erneut einige Kraft aufbringen, um die Führung im Gesamtklassement zu verteidigen. "Ich wollte in der unübersichtlichen Hügellandschaft niemanden entscheidend ziehen lassen", sagte der Franzose. "Die Mannschaft ist gut in Form, sodass sie sicher nicht zuviel Substanz verloren hat."

Camenzind auf Heimterrain

Allerdings bedurfte Once im Finale reichlich Schützenhilfe der Mannschaften der starken Sprinter. Insbesondere die Attacke von Oscar Camenzind und Armin Meier 10 km vor dem Ziel stellte eine Gefahr für Jalabert dar. Der aus der Region stammende Weltmeister als Gesamtfünfter und Meier als Achter harmonierten recht gut, holten mehr als zehn Sekunden Vorsprung heraus, wurden jedoch 4 km vor dem Ziel gestellt. "Ich hatte mir schon am Morgen vorgenommen, im Finale etwas zu riskieren, falls ich gute Beine haben sollte. Ich kannte die Streckenführung sehr gut. Leider kamen jedoch zu wenige Fahrer mit mir, und zudem machte uns der Wind zu schaffen", sagte Camenzind.

Aber ebenso sehr den Teams Telekom und Mapei hatte es Jalabert schliesslich zu verdanken, dass die beiden Schweizer eingeholt wurden. Im Gesamtklassement haben sich hinter den führenden Jalabert und Petito gleich sieben Schweizer eingereiht. Mit wenigen Sekunden Rückstand hinter dem Italiener folgen Pascal Richard, Oscar Camenzind, Armin Meier, Laurent Dufaux, Beat Zberg, Daniel Schnider und Markus Zberg auf den Plätzen 3 bis 9. Im Etappenklassement lagen die Ericsson-Fahrer Daniel von Flüe (8.) und Josef Christen (10.) erstaunlich weit vorne.

Roger Beuchats Effort nicht belohnt

Wie schon am Mittwoch (Lukas Zumsteg) pedalte auch in der 3. Etappe ein Schweizer stundenlang voraus. Der Jurassier Roger Beuchat aus dem Post Swiss Team suchte nach gut 40 km das Weite und wurde nach einer 155 km langen Flucht erst 20 km vor dem Ziel gestellt. "Unsere Equipe wollte an diesem Tag etwas zeigen. Nach einem Bonifikationssprint nutzte ich das kurze Verharren im Feld und versuchte es. Mir war aber schon klar, dass ich höchstwahrscheinlich wieder eingeholt werden würde", erklärte der Schweizer. Beuchat wies einen Maximalvorsprung von 8:05 Minuten auf. Er steht in seinem zweiten Profijahr. 1998 hat er die Vuelta als 100. beendet. Beuchat gilt auch als Mountainbike-Spezialist. In dieser Disziplin hat er bereits ein Weltcuprennen bestritten.


3. Etappe, Lausanne - Küssnacht am Rigi (220,6 km): 
1.  Silvio Martinello (It) 5:43:58 (38,480 km/h), 10 Sekunden Bonifikation
2.  Mario Traversoni (It) 6 Sek. Bon. 
3.  Markus Zberg (Sz) 4 Sek. Bon. 
4.  Fabio Baldato (It)
5.  Giovanni Lombardi (It) 
6.  Matteo Tosatto (It)
7.  Gabriele Missaglia (It)
8.  Daniel Von Flüe (Sz)
9.  Mario Manzoni (It)
10. Josef Christen (Sz) 
 
11. Laurent Jalabert (Fr)
12. Oscar Camenzind (Sz)
13. Roberto Petito (It)
14. Michael Boogerd (Ho)
15. Patrick Vetsch (Sz)
16. Laurent Dufaux (Sz)
17. Salvatore Commesso (It)
18. Maurizio De Pasquale (It)
19. Fabio Roscioli (It)
20. Maximilian Sciandri (Gb) 
 
Ferner die weiteren Schweizer:
24. Mauro Gianetti (Sz)
26. Beat Zberg (Sz)
27. Christoph Göhring (Sz)
28. Armin Meier (Sz)
37. Rolf Järmann
39. Sven Montgomery
40. Philipp Buschor
45. Pascal Richard
47. Felice Puttini
48. Christian Heule
52. Roland Meier
56. Niki Aebersold 
58. Daniel Schnider
68. Pierre Bourquenoud
69. Christian Charrièrealle gleiche Zeit wie Martinello
93. Yvan Haymoz 0:35 
116. Pierre Ackermann 2:46
117. Michael Themann
120. Christian Sidler
123. Lukas Zumsteg, alle gleiche Zeit
135. Roger Beuchat 4:26

143 gestartet und klassiert  

Wegen eines zu hohen Hämatokritwertes nicht zum Start zugelassen: 
Harald Morscher (Ö), Sergej Gontschar (Ukr), 
Massimo Gimondi (It), Timothy Jones (Simb)
 

Gesamtklassement: 
1.  Jalabert 10:37:11
2.  Roberto Petito (It)     0:14
3.  Richard     0:19
4.  Camenzind    0:22
5.  Dufaux    0:23
6.  Beat Zberg    gleiche Zeit
7.  Markus Zberg    0:24
8.  Armin Meier     gleiche Zeit
9.  Schnider    0:26
10. Gilberto Simoni (It)     0:28 

11. Daniele De Paoli (It)     0:29
12. Wjatscheslaw Jekimow (Russ)     0:31
13. Francesco Casagrande (It)     0:32
14. Roland Meier     gleiche Zeit
15. Montgomery     0:34
16. Merckx    0:35
17. Pawel Tonkow (Russ)     0:36
18. Mirko Celestino (It)     0:41
19. Alberto Elli (It)     0:44
20. Aebersold    0:45
 
Ferner die weiteren Schweizer:
22. Buschor     0:48
26. Gianetti    0:52
28. Puttini    0:58
47. Göhring    1:21
48. Vetsch    1:26
49. Bourquenoud    1:36
50. Charrière    gleiche Zeit
52. Järmann    1:41
64. Haymoz    2:09
69. Christen     2:23
71. Heule     2:25
76. Von Flüe    2:41
111. Ackermann     6:11
116. Themann    7:54
117. Zumsteg    8:00
120. Beuchat    8:30
140. Sidler   24:42  
           

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4. Etappe: Freitag, 18. Juni:  Bellinzona - Chiasso (167,5 km)

Camenzinds Teamkollege Gabriele Missaglia siegt in Chiasso

Laurent Jalabert hat die Gesamtführung in der Tour de Suisse auch in den steilen Rampen des Südtessins mit Erfolg verteidigt. Zu den Angreifern gehörte auch Armin Meier, der bei seiner Aktion aber keine Unterstützung erhielt. Sieger der 4. Etappe über 176 km von Bellinzona nach Chiasso wurde der Italiener Gabriele Missaglia aus dem Team von Weltmeister Oscar Camenzind.

Der 29 Jahre alte Missaglia errang nach vielen Ehrenplätzen und reichlich Pech in diesem Jahr seinen ersten Saisonsieg. Er erwies sich in der letzten Abfahrt vom Pedrinate als bester Steuerkünstler einer dreiköpfigen Fluchtgruppe mit dem Spanier Mikael Zarrabeitia und dem Italiener Amilcare Tronca. "Camenzind hat mir die Tücken der Abfahrt erklärt. Und zudem, so glaube ich, bin ich hier auch schon im Training durchgefahren. Jedenfalls bin ich in der Abfahrt ganz ans Limit gegangen", sagte der aus der näheren Region, aus Inzago bei Mailand, stammende Etappensieger.

"Fluchthelfer" Meier

Auslöser der entscheidenden Flucht war Armin Meier. Der Luzerner griff in der ersten von zwei je 20 km langen Schlussrunden (mit jeweils zwei Bergpreisen) am bis zu 15 Steigungsprozente aufweisenden Pedrinate an. Bald schlossen zwar Missaglia, Zarrabeitia und Tronca auf. Aber den Grossteil der Führungsarbeit hatte der Schweizer zu leisten, denn der Spanier hatte die Interessen von Leader Jalabert zu vertreten und Missaglia jene von Camenzind. Bloss Tronca unterstützte Meier ab und zu.

Mit Meier als Lokomotive holte die Vierergruppe bis 8 km vor dem Ziel zwar 55 Sekunden Vorsprung heraus. Als aber die Kräfte des Luzerners nachliessen, starteten bei der zweiten Passage des Pedrinate Missaglia und Zarrabeitia zur Gegenattacke, und wenig später schloss auch noch Tronca zum Führungsduo auf. "Wenn man während 30 km auf sich alleine gestellt ist, ist es klar, dass man später abgehängt wird", sagte Meier hinterher. "Ich habe alles versucht, aber die Fluchtkollegen kann man sich natürlich nicht aussuchen. Aber nach einem missglückten Jahr mit vielen Tiefschlägen tat es sehr gut, wieder einmal an der Spitze eines Rennens zu fahren. Deshalb bin ich über Rang 4 gar nicht enttäuscht", sagte der bald 30jährige Innerschweizer.

Meier traf als Vierter und bester Schweizer 19 Sekunden nach Missaglia im Ziel ein. Vier Sekunden später folgte eine hochkarätige Verfolgergruppe mit dem Giro-Gesamtdritten Gilberto Simoni (It), Laurend Dufaux, Camenzind und Francesco Casagrande und nochmals zwei Sekunden danach Jalabert. Pascal Richard büsste als Elfter 35 Sekunden ein.

Gut klassierte Schweizer

Armin Meier hatte das Leadertrikot der Tour de Suisse schon einmal getragen, und zwar als Fahrer der Schweizer PMU-Equipe im Jahr 1996. Diesmal ging sein Coup knapp daneben. Er liegt als Dritter nun 20 Sekunden hinter Jalabert sowie zwei Sekunden hinter dem neuen Gesamtzweiten Missaglia. Mit Camenzind (Gesamt-4.), Dufaux (6.), Richard (9.) und Beat Zberg (11.) sind vier weitere Schweizer vor der Königsetappe vom Samstag in aussichtsreicher Position klassiert. Zberg allerdings vermochte in der Entscheidung nicht mehr mit den Allerbesten mitzuhalten. Einen weitaus grösserern Rückschlag setzte es freilich für Bruder und Bergpeisleader Markus Zberg ab, der im anforderungsreichen Finale 8:50 Minuten einbüsste und bloss noch im 45. Gesamtrang klassiert ist.

Nach den zahlreichen Bergpreisen der 3. und 4. Kategorie im Tessin haben die Profis am Samstag weitaus höhere Hindernisse zu bewältigen. Über den Gotthard, Susten und die Grosse Scheidegg müssen die Fahrer mehr als 4600 Steigungsmeter hinter sich bringen.

Team Telekom weiterhin im Pech

Die deutsche Radsportgruppe Telekom wird das Verletzungspech nicht los. Nach Jan Ullrich, Rolf Aldag und Jens Heppner stürzte vor der 4. Etappe nun auch Routinier Bjarne Riis. Auf dem Weg von San Antonino zum Start nach Bellinzona prallte der Däne gegen ein Trottoir. Im Spital von Bellinzona wurden ein Bruch der rechten Hand sowie eine Ellbogenfraktur festgestellt. Der Tour-de-France-Sieger von 1996 muss operiert werden und fällt vier Wochen aus.

4. Etappe, Bellinzona - Chiasso (167,5 km):

  1. Gabriele Missaglia (It)         4:08:32 (40,437 km/h)
  2. Mikel Zarrabeitia (Sp) 0:03 zurück
  3. Amilcare Tronca (It) 0:08
  4. Armin Meier (Sz) 0:19
  5. Gilberto Simoni (It) 0:23
  6. Laurent Dufaux (Sz)
7. Oscar Camenzind (Sz)
  8. Francesco Casagrande (It) alle gleiche Zeit
  9. Laurent Jalabert (Fr) 0:25
10. Mirko Celestino (It) 0:31
11. Pascal Richard (Sz) 0:35
16. Beat Zberg (Sz)
17. Sven Montgomery (Sz) alle gleiche Zeit

Gesamtklassement:
1. Jalabert 14:46:06
2. Missaglia 0:18
3. Armin Meier 0:20
4. Camenzind 0:22
5. Zarrabeitia gleiche Zeit
6. Dufaux 0:23
7. Roberto Petito (It) 0:26
8. Simoni 0:28
9. Pascal Richard (Sz) 0:31
10. Casagrande 0:32

11. Beat Zberg 0:35 12. Montgomery 0:46 13. Celestino 0:49 14. Elli 0:56 15. Jekimow 0:58 16. Gasperoni gleiche Zeit 17. Roland Meier 0:59 18. Tronca 1:00 19. Axel Merckx (Be) 1:02 20. Tonkow 1:03 21. Burschor 1:15 22. Fernandez 1:21 23. Schnider gleiche Zeit 24. Valoti 1:27 25. Piovaccari 1:29 26. Sgambelluri 1:33 27. Commesso 1:38 28. Daniele Nardello (It) 1:39 29. Guerini 1:41 30. Boogerd 1:44 Die weiteren Schweizer: 32. Göhring 1:47 34. Vetsch 1:53 37. Gianetti 2:42 45. Markus Zberg 8:51 46. Bourquenoud 10:03 50. Aebersold 12:42 54. Charrière 13:33 62. Heule 14:22 65. Von Flüe 14:38 75. Järmann 16:21 83. Haymoz 16:49 86. Christen 17:03 109. Ackermann 20:51 113. Themann 22:34 114. Zumsteg 22:40 118. Beuchat 23:10 136. Sidler 39:22

Quelle: www.newswindow.ch 

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5. Etappe: Samstag, 19. Juni:, Bellinzona - Grindelwald (171,4 km)

Gilberto Simoni, der Dritte des Giro d'Italia, hat die Königsetappe der Tour de Suisse mit den Pässen Gotthard, Susten und der Grossen Scheidegg für sich entschieden und zugleich die Gesamtführung übernommen. Der entthronte Leader Laurent Jalabert (Fr) hielt den Schaden vor dem Zeitfahren vom Sonntag im Rahmen. Die Schweizer gerieten in der Entscheidung etwas in Rücklage.


Wie erwartet bewirkten die 171 km zwischen Bellinzona und Grindelwald noch keine Entscheidung, das Gesamtklassement hat aber deutliche Konturen erhalten. Für den Gesamtsieg kommen nach der fünften Etappe wohl bloss noch Simoni, Francesco Casagrande (It), Jalabert und die beiden Schweizer Camenzind und Dufaux in Frage. Aus der Entscheidung gefallen sind hingegen Beat Zberg, Pawel Tonkow, Pascal Richard und Roland Meier.

Im steilen Aufstieg zur Grossen Scheidegg war Jalabert zusammen mit den Schweizern Oscar Camenzind und Laurent Dufaux von den Italienern Simoni und Casagrande um eine Minute distanziert worden. Das Trio traf nach der Abfahrt mit schliesslich 47 Sekunden Rückstand auf das Spitzenduo gemeinsam im Ziel ein.

Vor der knapp 30 km langen, mehrheitlich flachen Prüfung gegen die Uhr zwischen Meiringen und Brienz ist Jalabert nur 25 Sekunden hinter Simoni klassiert. Der Franzose hat deshalb gute Aussichten, das im Prolog errungene Goldtrikot am Sonntag abend wieder in seinen Besitz nehmen zu können. Camenzind belegt mit 51 Sekunden Rückstand den vierten Gesamtrang, Dufaux ist eine weitere Sekunde zurück Fünfter.

Camenzind musste leiden

"Als Simoni im steilsten Abschnitt angriff, hatte ich für einen Moment Mühe", sagte Camenzind hinterher. "Ich fuhr am Anschlag und musste zunächst meinen Rhythmus wieder finden, weil ich wusste, dass es noch weit und weiterhin steil ist." Das Zeitfahren eröffne ihm leider keine besonderen Perspektiven, "denn es ist fast ausschliesslich flach, und dies kommt meinen Stärken nicht entgegen", sagte der Prologsieger von 1997.

Etappensieger Simoni und Casagrande waren im anforderungsreichen Finale die eindeutig stärksten Fahrer. Simoni profitierte von der im Giro erlangten Rennhärte. Und Casagrande musste sich im Hinblick auf die Tour de France keine Schonung mehr auferlegen, weil sein Team Vini Caldirola wegen des überhöhten Hämatokritwertes von Sergej Gontschar (Ukr) am Freitag von der Startliste gestrichen worden ist. Casagrande hat erst zu Beginn dieses Monats nach einer neunmonatigen Dopingsperre an der Österreich-Rundfahrt erstmals wieder ein Rennen bestreiten können. Und Simoni durfte 1998 an der Portugal-Rundfahrt wegen eines zu hohen Hämatokritwerts "aus gesundheitlichen Gründen" nicht mehr weiterfahren.

   
5. Etappe, Bellinzona - Grindelwald (171,4 km):
 

 1. Gilberto Simoni      ITA   5:23'59"     Durchschnitt: 31,742 km/h
 2. Francesco Casagrande ITA    gl. Zt.
 3. Laurent Jalabert     FRA   +    47"
 4. Oscar Camenzind      SUI        47"
 5. Laurent Dufaux       SUI        47"
 6. Roberto Sgambelluri  ITA      1'09"
 7. Giuseppe Guerini     ITA      1'52"
 8. Sven Montgomery      SUI      2'21"
 9. Pavel Tonkov         RUS      3'09"
10. Beat Zberg           SUI      3'24"
11. Mikael Zarrabeitia   ESP      3'45"
12. Daniel Atienza       ESP      4'11"
13. Philipp Buschor      SUI      4'11"
14. Mirko Celestino      ITA      4'55"
15. Niki Aebersold       SUI      5'41"

Ferner die Schweizer:
17. Roland Meier             +    6'17"
21. Armin Meier                   7'36"
24. Christian Charriere           9'59"
28. Markus Zberg                 12'31"
31. Christophe Göhring           14'15"
33. Daniel Schnider              14'15"
34. Pascal Richard               14'15 
39. Felice Puttini               14'15.
40. Pierre Bourquenoud           14'15"
44. Patrick Vetsch               17'30"
45. Rolf Jaermann                17'30"
54. Mauro Gianetti               22'26"
69. Roger Beuchat                23'53"
73. Christian Heule              24'26"
94. Lukas Zumsteg                35'40"
96. Yvan Haymoz                  35'40"               

Quelle: www.newswindow.ch 

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6. Etappe: Sonntag, 20. Juni:  Zeitfahren Meiringen - Meiringen (28,1 km)

Camenzind und Dufaux noch mit der Spitze in Tuchfühlung

Nach sechs Etappen kommen noch fünf Fahrer für den Gesamtsieg in der 63. Tour de Suisse in Frage. Laurent Jalabert hat das verlorene Leadertrikot im Zeitfahren zwar wieder zurückerobert, der Vorsprung des Franzosen auf Gilberto Simoni (It) beträgt aber bloss zwei Sekunden. 

Oscar Camenzind und Laurent Dufaux sind mit rund 40 Sekunden Rückstand in den Gesamträngen 4 und 5 klassiert. Ebenfalls noch vor ihnen liegt auf Platz 3 Francesco Casagrande (12 Sekunden zurück). Das knapp 30 km lange Einzelzeitfahren mit Start und Ziel in Meiringen entschied der Russe Wjatscheslaw Jekimow vor dem Deutschen Steffen Wesemann für sich.

In der Prüfung gegen die Uhr rückten die Gesamtklassementsersten nochmals näher zusammen. Dufaux liegt als Fünfter bloss 43 Sekunden hinter Leader Jalabert. Die Entscheidung über den Gesamtsieg dürfte nun in den Etappen vom Dienstag und Mittwoch mit den Bergankünften in Nauders (Ö) und Arosa fallen. Zu favorisieren sind dabei eher die beiden Italiener. Sie hinterliessen in den steilen Rampen zur Grossen Scheidegg den besseren Eindruck als das Verfolgertrio mit Jalabert, Camenzind und Dufaux. "Wenn die Kräfte reichen, dann starte ich noch eine Attacke in einer der folgenden Etappen. Jedenfalls fühle ich mich besser als im Giro", sagte Camenzind nach dem Zeitfahren.

Jalabert konnte sich kein Polster schaffen

Im Zeitfahren hielten sich die keineswegs zu den Spezialisten zählenden Simoni und Casagrande im Vergleich zu ihren Verfolgern erstaunlich wettbewerbsfähig. Nach der anstrengenden Pässefahrt vom Vortag vermochte Jalabert keine grössere Differenz zwischen sich und seine italienschen Verfolger zu legen. Der frühere Weltmeister erreichte bloss Platz 7. "Ich hatte mich nach den Strapazen nur mittelmässig erholt", sagte der Weltranglistenerste.

Auch die Schweizer wuchsen in der Prüfung gegen die Uhr nicht über sich hinaus. Camenzind landete als bester Einheimischer schliesslich auf Platz 13, Dufaux wurde 17. "Gegen vorne habe ich nicht viel gewonnen, gegen hinten aber auch nicht viel verloren", tröstete sich Weltmeister Camenzind. "Ich hatte noch schwere Beine vom Vortag", sagte Dufaux, "ich werde mich nun auf die kommenden Etappen konzentrieren." Die Ambitionen auf den Gesamtsieg hat er aber offensichtlich abgeschrieben: "Ich bin zufrieden, wenn ich am Schluss unter den ersten fünf lande."Als Schweizer Entdeckung entpuppte sich wie schon in der Tour de Romandie der junge Berner Oberländer Sven Montgomery (23). In den Bergen hielt der Espoir-EM-Zweite von 1997 als Siebenter fast mit den besten mit. Und im Zeitfahren verlor der Fahrer des Post Swiss Teams bloss einen Rang auf Camenzind. Der Lichtblick Montgomery täuscht aber nicht darüber hinweg, dass die Schweizer Profis in diesem Jahr noch nicht überzeugten und in internationalen Rennen erst vier Siege errangen (Boscardin, Camenzind, Richard, Markus Zberg).

Beat Zberg muss Ambitionen streichen

Zu den Geschlagenen gehört auch Beat Zberg, der sich im Vorfeld der Tour de Suisse grosse Hoffnungen gemacht hatte. Als Vorjahreszweiter hatte er eigentlich den Gesamtsieg im Visier, nach dem Wochenende musste er als Gesamtzehnter mit mehr als vier Minuten Rückstand jedoch alle Ambitionen streichen. "Leider habe ich nicht die Verfassung des Vorjahrs. Vielleicht erreiche ich die Bestform erst in der Tour de France, was ja auch gut wäre. Falls dies nicht der Fall ist, werde ich mich in Frankreich ganz in den Dienst der Mannschaft stellen", erklärte der Urner.

Zeitfahren in Meiringen (29,5 km)      
                                       
 1. Wjatscheslaw Jekimow RUS     36'10"     Durchschnitt:48,953 km/h
 2. Steffen Wesemann     GER        34"
 3. Matthew White        AUS      1'00"
 4. Martin Hvastjia      SVK      1'03"
 5. Roberto Petito       ITA      1'06"
 6. Daniele Nardello     ITA    gl. Zt.
 7. Ludo Dierkxens       BEL      1'13"
 8. Laurent Jalabert     FRA      1'22"
 9. Raivis Belohvoscika  LET      1'30"
10. Marco Serpellini     ITA      1'32"
11. Pavel Tonkov         RUS      1'33"
12. Jörg Jaksche         GER      1'34"
13. Oscar Camenzind      SUI      1'34"
14. Sven Montgomery      SUI      1'36"
15. Fabio Roscioli       ITA      1'38"

Ferner:
17.Laurent Dufaux       SUI +    1'38""
21.Gilberto Simoni      ITA      1'50""
23.Francesco Casagrande ITA      1'52""
24.Pierre Ackermann     SUI      2'00""
28.Beat Zberg           SUI      2'13""
33.Armin Meier          SUI      2'23""
40.Daniel Schnider      SUI      2'42" 
52.Christian Charriere  SUI      3'07".
54.Philipp Buschor      SUI      3'11""
56.Felice Puttini       SUI      3'12""
58.Christian Heule      SUI      3'15""
67.Christophe Goehring  SUI      3'25""
72.Pierre Bourquenoud   SUI      3'32""
74.Christian Sidler     SUI      3'33""
84.Niki Aebersold       SUI      3'52""
86.Pascal Richard       SUI      3'55""
            

Quelle: www.newswindow.ch 

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7. Etappe: Montag, 21. Juni: , Küssnacht am Rigi - Mauren FL (160 km)

"Aussie"-Aussenseiter Matthew White Sieger in Liechtenstein

In der ersten Regenetappe der 63. Tour de Suisse hat sich überraschend der Australier Matthew White durchgesetzt. Der 25jährige Aussenseiter siegte in Mauren im Fürstentum Liechenstein nach 162 km sechs Sekunden vor Roberto Petito (It). Das von Patrick Vetsch gemeisterte Hauptfeld verlor 3:02 Minuten ein. Leader blieb Laurent Jalabert (Fr) zwei Sekunden vor Gilberto Simoni (It).

Die in Küssnacht am Rigi gestartete Etappe verlief von Beginn weg sehr animiert. Erste Ausreissversuche gediehen indes nicht weit. Aber schon im Aufstieg zum Sattel bildeten sich verschiedene Spitzengrüppchen, die sich schliesslich in der Abfahrt von Schindellegi zu einer 15 Mann starken Vorhut fanden. Einziger Schweizer war dabei der aus Schmerikon stammende Christian Heule aus dem Ericsson-Villiger-Team, der mit 46 Sekunden Rückstand schliesslich Etappenzehnter wurde.

Auch Oscar Camenzind befand sich in seiner engeren Heimat in einer Vorhut, mit dem Weltmeister und Gesamtvierten wäre der Ausreissergruppe jedoch kein Erfolg beschieden gewesen, zumal mit Missaglia (It), Dierckxens (Be) und Bertoletti (It) drei weitere Lampre-Fahrer vorne vertreten waren. So liessen sich Missaglia und Camenzind zurückfallen. Später orientierten sich mit Baldato und Sörensen zwei weitere prominente Profis nach hinten, wodurch sich schliesslich lauter Aussenseiter an der Spitze befanden.

Aussenseitergruppe auf der Flucht

Dieses Konstellation erhöhte die Erfolgschancen der Fluchtgruppe beträchtlich. Nach 121 km in Appenzell betrug der Vorsprung 100 Sekunden, 25 km später war er bereits auf 2:52 Minuten angewachsen. Dazwischen hatte sich Heule vom 133. bis 139. Kilometer abgesetzt. White suchte bereits am Schellenberg, dem letzten Bergpreis 10 km vor dem Ziel, ein erstes Mal das Weite, wurde aber von Erik Dekker (Ho), Paolo Valoti (It) und Petito wieder eingeholt.

"Das gab mir schon einen Knacks", sagte White hinterher. "Aber weil ich wusste, dass das deutsche Team Telekom mit Elli und Lombardi, einem der besten Sprinter der Welt, zu zweit in der Fluchtgruppe vertreten war, versuchte ich, das Tempo weiter hochzuhalten." In der leichten Steigung vor der "Flamme rouge", dem letzten Kilometer, griff White nochmals an. Er kam wegen der Uneinigkeit der Verfolger erneut weg und vermochte den kleinen Vorsprung auf dem leicht abfallenden Schlusskilometer mit Erfolg zu verwalten.

"Das Profil auf dem letzten Kilometer war mir nicht bekannt. Weil ich jedoch kein guter Sprinter bin, musste ich es nochmals auf diese Weise probieren", erzählte White nach dem weitaus bedeutendsten Sieg in seiner dreieinhalbjähriger Karriere als Profi. Seit 1996 verbuchte er zwar schon sieben Siege, aber alle in zweitklassigen Rennen.

Dritter australischer Etappensieger

Der 25 Jahre alte White ist nach Phil Anderson und Michael Wilson der dritte australische Etappensieger in der Tour de Suisse. Anderson hatte in der Schweizer Rundfahrt insgesamt vier Tageserfolge errungen und 1985 überdies die Gesamtwertung gewonnen. Anderson war denn auch das Vorbild des damaligen Teenagers Michael White. Wegen Anderson fand der junge Michael White damals auch zum Radrennsport.

Am Dienstag muss White seine Ambitionen indes wieder hinter jene seines Teamcaptains Francescon Casagrande, des Gesamtdritten mit 12 Sekunden Rückstand, stellen. Mit dem Schlussaufstieg nach Nauders in Tirol haben die Fahrer insgesamt 2376 Steigungsmeter zu bewältigen. "Casagrande ist in ausgezeichneter Verfassung und hat gute Chancen, den Gesamtsieg zu erringen", sagte White. Weniger optimistisch zeigte sich Jalabert nach der Fahrt durch den Regen: "Ich bin total durchgefroren. Die Kälte hat mir sehr zugesetzt", sagte der Franzose, "ich hoffe nur, dass ich mich ausreichend erhole." Oscar Camenzind, neben Laurent Dufaux die Schweizer Hoffnung in den Bergen Österreichs sagte bloss: "Ich schaue von Tag zu Tag. Mit den neuen Aufgaben befasse ich mich erst, wenn sie auch vor mir stehen."

7. Etappe, Küssnacht a.R. - Mauren/Lie (162 km): 
1.  Matthew White (Au) 3:46:55 (42,835 km/h), 12 Sekunden Bonifikation
2.  Roberto Petito (It)    0:06, 6 Sek. Bon.
3.  Erik Dekker (Ho)    gleiche Zeit 4 Sek. Bon.
4.  Paolo Valoti (It)    0:07 
5.  Giovanni Lombardi (It)    0:14
6.  Ludo Dierckxens (Be)    gleiche Zeit
7.  Simone Bertoletti (It)    0:22
8.  Mikel Zarrabeitia (Sp)    0:24
9.  Alberto Elli (It)    0:33
10. Christian Heule (Sz)    0:46
 
Ferner:
13. Patrick Vetsch (Sz)    3:02
17. Christoph Göhring (Sz)
18. Laurent Jalabert (Fr)
21. Daniel Schnider (Sz)
24. Laurent Dufaux (Sz)
26. Oscar Camenzind
27. Yvan Haymoz (Sz)
30. Armin Meier (Sz) 
37. Sven Montgomery
38. Pascal Richard
41. Beat Zberg
47. Pierre Bourquenoud
48. Markus Zberg
50. Philipp Buschor
53. Felice Puttini
58. Niki Aebersold
60. Roger Beuchat    alle gleiche Zeit
80. Mauro Gianetti   4:13
90. Lukas Zumsteg   4:24 
104. Christian Sidler  14:46
105. Michael Themann
108. Josef Christen
111. Daniel von Flüe
115. Rolf Järmann
119. Christian Charrière   alle gleiche Zeit
127. Pierre Ackermann   22:11

131 gestartet, 127 klassiert
 
Gesamtklassement: 
 1. Jalabert 24:38:17
 2. Simoni     0:02
 3. Casagrande    0:10
 4. Camenzind    0:35
 5. Dufaux    0:43
 6. Zarrabeitia    1:51
 7. Roberto Sgambelluri (It)     2:26
 8. Montgomery     2:37
 9. Giuseppe Guerini (It)     3:36
10. Pawel Tonkow (Russ)     3:40
 
Ferner
11. Beat Zberg    4:07
12. Buschor     6:29
18. Armin Meier     8:14
27. Schnider   16:12
29. Richard    16:35 
30. Puttini   16:46 
32. Göhring   17:22
35. Aebersold   20:10
36. Vetsch   21:38
39. Markus Zberg   23:35
40. Bourquenoud   25:44
45. Gianetti   29:10
51. Charrière   36:18
54. Heule    37:42
71. Järmann   48:40
74. Beuchat   51:22
82. Haymoz   54:51
99. Zumsteg 1:02:34
103. Von Flüe 1:06:21
106. Christen 1:07:58
112. Themann 1:12:59
117. Ackermann 1:16:32
122. Sidler 1:28:14
             

Quelle: www.newswindow.ch               

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8. Etappe: Dienstag, 22. Juni: , Landeck - Nauders (Ö, 46 km)

Etappensieg durch Oscar Camenzind

Die wegen der widrigen äusseren Bedingungen auf 45,7 km verkürzte, 8. Etappe der Tour de Suisse hat in Nauders mit dem Sieg von Oscar Camenzind geendet. Der Weltmeister setzte sich mit einem Antritt 250 m vor dem Ziel gegen ein noch 38köpfiges Spitzenfeld durch. Er verringerte den Rückstand auf Leader Laurent Jalabert (Fr) dank der Zeitgutschrift für den Tagessieg auf 25 Sekunden.

Der Abstecher nach Österreich stand einen Tag nach Sommerbeginn unter einem denkbar ungünstigen Stern. Kälte, Regen und Schnee führten dazu, dass der Start von Mauren (Lie) nach Landeck verlegt wurde. Der Startschuss in Mauren war zwar schon gefallen. Aber die Fahrer protestierten angesichts der schweren Etappe, die auf über 2000 m ü. M. führte, und plädierten unter der Führung von Mauro Gianetti für einen neuen Startort. Auf Grund der sich wieder verschlechternden Wetterprognosen und einigen Diskussionen mit dem Profis kam Tour-Direktor Hugo Steinegger schliesslich auf seinen Entscheid zu zurück. Die Bieler Höhe (2032 m) wurde aus dem Programm genommen und die Etappe um knapp 120 km verkürzt und zugleich wesentlich entschärft.

Die knapp einstündige Fahrt von Landeck (816 m) nach Nauders (1395 m) bewirkte dann wie erwartet keine Zäsur unter den Gesamtklassementsersten, vielmehr rückten Jalabert, Gilberto Simoni (It), der Etappendritte Francesco Casagrande (It) und Camenzind bis auf 25 Sekunden zusammen. Diese Konstellation verheisst für die Etappe von heute (Mittwoch) mit dem Flüelapass und der Ankunft in Arosa reichlich Spannung.

Dritter Sieg im Regenbogentrikot

Camenzind hat durch seinen insgesamt dritten Tagessieg in der Tour de Suisse auch wieder etwas mehr Selbstvertrauen gefasst: "Mit sonderlich grosser Moral bin ich nach dem missratenen Giro nicht zur Tour de Suisse gestartet. Aber nun fühle ich mich von Tag zu Tag besser. Ich versuche, in der Etappe nach Arosa alles zu geben und werde, falls ich gute Beine habe, sicherlich auch etwas riskieren. Ich denke, dass noch fünf Fahrer gewinnen können. Simoni und Casagrande werden sicher etwas probieren."

Camenzind errang in Nauders seinen dritten Sieg im Weltmeistertrikot nach jenem im vergangenen Herbst in der Lombardei-Fahrt und dem Etappenerfolg Ende April in der Trentino-Rundfahrt. Im Kampf um den Tagessieg liess Camenzind Bergpreisleader Markus Zberg deutlich das Nachsehen. "Auf dem letzten Kilometer konzentrierte ich mich auf das Hinterrad von Markus. Als dieser nicht attackierte, bin eben ich gestartet", sagte Camenzind, der für den fünften Schweizer Saisonerfolg in einem internationalen Rennen sorgte. Hinter den beiden Schweizern reihten sich Casagrande, der noch vier Bonifikationssekunden holte, und der Gesamtzweite Simoni. Leader Jalabert landete im 9. Rang.

Startschuss - und nichts passiert

In der Tour de Suisse musste zum letztenmal 1997 wegen eines Schlechtwettereinbruchs eine Etappe verkürzt werden. Damals wurde anstelle von Spiez in Biasca zur Etappe nach Bosco Guerin gestartet. Einmalig ist freilich, dass nach dem Startschuss der alpinen Skirennfahrerin Birgit Heeb im Feld keine Reaktion erfolgte. "Wir standen am Start und diskutierten", erklärte Gianetti als Sprecher der Fahrer. "Das Team Once hatte auf 1500 m übernachtet, und es lag noch Schnee auf den Mannschaftswagen, als die Equipe im Startgelände eintraf. Im Wissen, dass die Etappe in die Höhe führte, suchten wir das Gespräch mit den Organisatoren. Wir sagten, wir müssten vor allem wegen der 50 km langen Abfahrt aufpassen, und es gäbe überdies auch kein gutes Rennen für die Zuschauer. Hugo Steinegger und Auguste Girard entschieden sich dann, den Start zu verlegen."

Sieger Camenzind bezeichnete den Entschluss wie der Grossteil der Fahrer als richtig: "Fast alle Fahrer waren sich einig. Schliesslich sind vom Internationalen Verband Gesundheitskontrollen vorgeschrieben. Und ich habe meine Zweifel, ob dies noch gesund gewesen wäre."

Rennleiter Girard erläuterte, weshalb die Organistoren ihren Entschluss rückgängig machten: "Zunächst gaben wir das Ja zum Startschuss, weil die Wetterprognosen immer besser wurden und wir den Bericht erhielten, die Strassen seien grössstenteils trocken. Kurz vor dem Start begann es jedoch sehr stark zu regnen, und zudem wurde es wieder kälter." Für die über den Gesamtsieg wohl entscheidende Etappe vom Mittwoch ist etwas besseres Wetter angekündigt.

8. Etappe, Mauren/Landeck - Nauders am Reschenpass (45,7 km): 
  1. Oscar Camenzind (Sz) 1:00:22 (45,422 km/h), 10 Sekunden Bonifikation
 2. Markus Zberg (Sz) 6 Sek. Bon. 
 3. Francesco Casagrande (It) 4 Sek. Bon.
 4. Gilberto Simoni (It)
 5. Massimiliano Lelli (It)
 6. Armin Meier (Sz)
 7. Matteo Tosatto (It)
 8. Laurent Dufaux (Sz)
 9. Laurent Jalabert (Fr)
10. Cristian Gasperoni (It) 
 
Ferner:
13. Patrick Vetsch (Sz)
14. Sven Montgomery (Sz)
17. Pascal Richard (Sz)
18. Beat Zberg (Sz)
19. Niki Aebersold (Sz)  
21. Felice Puttini (Sz)
23. Philipp Buschor (Sz)
30. Christoph Göhring (Sz) 
31. Daniel Schnider
41. Pierre Bourquenoud
50. Mauro Gianettialle gleiche Zeit
70. Lukas Zumsteg 1:14
76. Christian Heule 1:53
70. Michael Themanngleiche Zeit
86. Daniel von Flüe2:43
91. Christian Sidlergleiche Zeit
97. Yvan Haymoz3:19
99. Rolf Järmann
100. Roger Beuchat
115. Josef Christen
117. Pierre Ackermann gleiche Zeit

127 gestartet, 125 klassiert. 

Gesamtklassement: 
1. Jalabert 25:38:39
2. Simoni    0:02
3. Francesco Casagrande    0:06
4. Camenzind 0:25
5. Dufaux    0:43
6. Mikel Zarrabeitia (Sp)     1:51
7. Sgambelluri    2:26
8. Montgomery     2:37
9. Giuseppe Guerini (It)     3:36
10. Pawel Tonkow (Russ)     3:40
11. Beat Zberg    4:07
12. Buschor     6:29
17. Armin Meier     8:14
26. Schnider   16:12
28. Richard    16:35 
29. Puttini   16:46
31. Göhring   17:22
34. Aebersold   20:10
35. Vetsch   21:38
37. Markus Zberg   23:29
39. Bourquenoud   25:56
43. Gianetti   29:22
51. Heule    39:35
70. Järmann   51:59
74. Beuchat   54:41
84. Haymoz   58:10
97. Zumsteg 1:03:48
102. Von Flüe 1:09:04
104. Christen 1:11:17
110. Themann 1:14:52
116. Ackermann 1:19:51
120. Sidler 1:30:57
 

Quelle: www.newswindow.ch 
           

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9. Etappe: Mittwoch, 23. Juni:  Nauders - Arosa (197,5 km)

Nach dem Gewinn der 9. Etappe in Arosa steht Francesco Casagrande vor dem Gesamtsieg in der 63. Tour de Suisse. Der 29jährige Italiener führt das Gesamtklassement vor dem letzten Teilstück mit mehr als einer Minute vor Laurent Jalabert (Fr) und Gilberto Simoni (It) an. Dahinter folgen die Schweizer Laurent Dufaux, Oscar Camenzind und Sven Montgomery. 

Aufs Podest wird es in Winterthur also keiner der Schweizer schaffen. Dufaux drehte in der Steigung nach Arosa zu spät auf, nachdem er in den steilen Passagen bei Litzirüti nicht in der Lage gewesen war, die Attacken von Casagrande und Simoni zu kontern. Der Waadtländer beendete die 168 km lange Etappe zwischen Nauders (Ö) und Arosa im 2. Rang und verbesserte sich im Gesamten auf Kosten von Camenzind auf Platz 4. "Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Ausser dem sehr souveränen Casagrande habe ich alle hinter mir gelassen", sagte Dufaux.

Camenzind mit Atemproblemen

Weltmeister Camenzind hatte sich am Morgen zwar vorgenommen zu attackieren, mit dem Ziel, die Schweizer Rundfahrt zu gewinnen. Aber bereits im Aufstieg zum Flüelapass, mit 2383 m ü.M. der höchste Punkt der diesjährigen Tour, bekundete Camenzind Probleme, und zwar nicht in den Beinen, sondern mit der Atmung. "Und nachher war es schlicht unmöglich, Casagrande zu überraschen. Denn dessen Mannschaft kontrollierte das Rennen vollumfänglich", sagte der Schwyzer. Er erreichte das Ziel schliesslich als Zwölfter, noch drei Ränge hinter dem jungen Montgomery.

Die Entscheidung fiel wie erwartet in der gut 25 km langen Steigung zwischen Chur und Arosa. Bis nach Litzirüti 6 km vor dem Ziel blieben die Favoriten zusammen. Die generöse Führungsarbeit von Mauro Gianetti (Sz) und Matthew White (Au), zweier Teamkollegen von Casagrande, liess freilich darauf schliessen, dass sich der Italiener in einer hervorragenden Verfassung befindet. In Litzirüti ergriff zunächst Armin Meier die Initiative, und die fünf Gesamtklassementsersten konterten sofort. Diese Tempoverschärfung führte zugleich dazu, dass das seit dem Beginn der Schlusssteigung führende Trio Daniel Schnider (Sz), Marco Serpellini (It) und zuletzt auch Pawel Tonkow (Russ) eingeholt wurde.

Casagrandes Revanche

Den entscheidenden Antritt lancierte Casagrande knapp 4 km vor dem Ziel. Auch der Giro-Dritte Simoni vermochte seinem Landsmann nun nicht mehr zu folgen. Casagrande hielt die auffällig grosse Übersetzung stets in Schwung und traf schliessich 35 Sekunden vor Dufaux im Ziel ein. "Dieser Sieg bedeutet für mich eine persönliche Revanche", sagte Casagrande hinterher.

Diese Aussage ist vor dem Hintergrund zu verstehen, dass Casagrande bis Ende Mai eine neunmonatige Dopingsperre zu verbüssen hatte. Vor gut einem Jahr war Casagrande innerhalb weniger Tage in der Trentino-Rundfahrt und in der Tour de Romandie ein überhöhtes Testosteron-Epitestostern-Verhältnis nachgewiesen worden. Der italienische Verband hatte den Profi zunächst für sechs Monate gesperrt, aber der Rad-Weltverband zog den Fall vor das Internationale Sportschiedsgericht in Lausanne weiter. Dort verlängerten die Richter die Dopingsperre auf neun Monate. "Sechs Monate hätte ich akzeptiert, aber hinterher wurde an mir ein Exempel statuiert", sagte Casagrande.

Weil Casagrandes Teamkollege Sergej Gontschar vor der 3. Etappe der diesjährigen Tour de Suisse in Lausanne einen zu hohen Hämatokritwert aufgewiesen hatte, wurde die Equipe einen Tag später von der Startliste der Tour de France gestrichen. Casagrande musste mithin nicht mehr mit den Kräften haushalten. Er avancierte schon mit dem 2. Platz in der Königsetappe in Grindelwald zu einem der meistgenannten Tour-Favoriten. "Auch die Equipe sah, dass meine Verfassung zum Gesamtsieg reichen könnte, und entsprechend stieg das Engagement", berichtete Casagrande. Vor der Tour de Suisse hatte Casagrande bloss die Österreich-Rundfahrt bestritten.

Jalabert ausgelaugt

Seine Form zusehends schwinden sah dagegen Laurent Jalabert. Der Franzose, der bis nach Arosa mit Ausnahme eines Tages stets das Leadertrikot getragen hatte, fühlte sich ausgelaugt. Bereits am Flüela wies er zwei Minuten Rückstand auf das Hauptfeld auf und wollte eigenlich aufgeben. Mit der Hilfe seiner Teamkollegen schaffte der Weltranglistenerste in der Ebene 40 km vor dem Ziel zwar nochmals den Anschluss. Als sich jedoch die Entscheidung anbahnte, vermochte Jalabert bald nicht mehr zu kontern, hielt mit einer Minute Rückstand den Schaden aber im Rahmen.

9. Etappe - Nauders-Arosa (168,6 km):

 1. Francesco Casagrande ITA   4:32'20"     Durchschnitt: 37,145 km/h
 2. Laurent Dufaux       SUI  +     35"
 3. Giuseppe Guerini     ITA        51"
 4. Pawel Tonkow         RUS        54"
 5. Laurent Jalabert     FRA      1'00"
 6. Gilberto Simoni      ITA      1'05"
 7. Cristian Gasperoni   ITA      1'16"
 8. Armin Meier          SUI      gl.Z.
 9. Philipp Buschor      SUI      gl.Z.
10. Sven Montgomery      SUI      gl.Z.
11. Daniel Atienza       ESP      gl.Z.
12. Oscar Camenzind      SUI      gl.Z.
13. Michael Boogerd      NED      1'51"
14. Roberto Sgambelluri  ITA      gl.Z.
15. Giusvan Piovaccari   ITA      gl.Z.

Ferner:
22. Beat Zberg           SUI      3'17"
25. Daniel Schnider      SUI      4'32"
26. Mauro Gianetti       SUI      5'22"
29. Pascal Richard       SUI     11'01"
30. Niki Aebersold       SUI      gl.Z.
32. Patrick Vetsch       SUI      gl.Z.
33. Pierre Bourquenoud   SUI      gl.Z.
34. Christophe Göhring   SUI      gl.Z.
35. Markus Zberg         SUI      gl.Z.
47. Christian Heule      SUI      gl.Z.
56. Yvan Haymoz          SUI     17'09"
86. Lukas Zumsteg        SUI      gl.Z.
72. Rolf Jaermann        SUI     17'23"
78. Josef Christen       SUI     20.42"
95. Daniel von Flüe      SUI     21'05 
98. Michael Themann      SUI     22'34"
110. Christian Sidler    SUI      gl.Z.


Gesamtklassement:

 1. Francesco Casagrande  ITA 30:10'55"
 2. Laurent Jalabert      FRA   + 1'04"
 3. Gilberto Simoni       ITA     1'11"
 4. Laurent Dufaux        SUI     1'16"
 5. Oscar Camenzind       SUI     1'45"
 6. Sven Montgomery       SUI     3'57"
 7. Roberto Sgambelluri   ITA     4'21"
 8. Giuseppe Guerini      ITA     4'21"
 9. Mikel Zarrabeitia     ESP     4'29"
10. Pawel Tonkow          RUS     4'32"
11. Beat Zberg            SUI     7'28"
12. Philipp Buschor       SUI     7'49"
13. Mirko Celestino       ITA     9'01"
14. Cristian Gasperoni    ITA     9'24"
15. Armin Meier           SUI     9'34"

Ferner:
 21. Felice Puttini          +   19'33"
 22. Daniel Schnider             20'45"
 28. Pascal Richard              27'40"
 31. Christoph Göhring           28'27"
 32. Niki Aebersold              31'15"
 34. Patrick Vetsch              32'43"
 36. Markus Zberg                34'34"
 38. Mauro Gianetti              34'48"
 39. Pierre Bourquenoud          37'01"
 49. Christian Heule             50'40"
 66. Rolf Järmann              1:09'26"
 73. Yvan Haymoz               1:13'54"
 85. Lukas Zumsteg             1:20'58"
 95. Daniel Von Flue           1:30'13"
 96. Josef Christen            1:32'03"
103. Michael Themann           1:37'30"
111. Christian Sidler          1:53'35"      

Quelle: www.newswindow.ch             

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10. Etappe: Donnerstag, 24. Juni: Chur - Winterthur (222,8 km)

In der Schlussetappe der 63. Tour de Suisse über 225 km von Chur nach Winterthur ist der Gesamterste Francesco Casagrande (It) wie erwartet ungefährdet geblieben. Der Sieg im längsten Teilstück ging an den Italiener Maurizio De Pasquale, der im Spurt einer dreiköpfigen Spitzengruppe Patrick Vetsch knapp auf Distanz hielt.

Dem 28jährigen Vetsch waren im Kampf um den Tagessieg die besten Chancen eingeräumt worden. Aber wie schon oft in seiner Karriere stand dem Junioren-Doppelweltmeister (Strasse/Verfolgung) von 1989 das Glück nicht zur Seite. Als der aus Grabs SG stammende Vetsch De Pasquale überholen wollte, spielte ihm die elektronische Gangschaltung einen Streich. Um zu spurten, hatte der Schweizer den 11er-Kranz eingelegt. Als er jedoch De Pasquale zu kontern versuchte, wechselte die Kette unversehens auf den 12er-Kranz.

"So etwas kann bei diesem elektronischen System halt passieren", sagte der enttäuschte Vetsch hinterher. "Aber verärgert bin ich schon, zumal man sich nicht oft in einer solch guten Ausgangslage befindet." Vetsch war es auch gewesen, der die entscheidende Flucht 25 km nach dem Start in Sargans ausgelöst hatte. Zunächst befanden sich mit De Pasquale, Vetsch, Giampaolo Mondini (It) und Chris Barnsley vier Profis an der Spitze. Der für das Ericsson-Villiger-Team fahrende Neuseeländer Barnsley verlor jedoch 70 km vor dem Ziel den Kontakt. Der Maximalvorsprung des Spitzenquartetts betrug nach der Hälfte des Etappenpensums in Neukirch 8:45 Minuten.

Grösster Erfolg für die Nummer 730 der Welt

Als die noch dreiköpfige Vorhut die erste der beiden Zusatzrunden (je 24 km) im Nordosten Winterthurs mit noch immer mehr als sechs Minuten Vorsprung in Angriff nahm, resignierten die Verfolger im Hauptfeld. "Wir sind auf Anraten Rolf Järmanns nicht voll gefahren, um allenfalls reagieren zu können, falls das Tempo im Feld verschärft würde", berichtete Vetsch. Das Spitzentrio bestand aus lauter Aussenseitern, was dem Erfolg der Flucht sicherlich dienlich war. Der schon 30jährige Sieger De Pasquale, die Nummer 730 der Weltrangliste, errang seinen weitaus bedeutendsten Erfolg in seiner nunmehr fünfjährigen Profikarriere.

Das Feld mit allen Gesamtersten traf 1:44 Minuten nach De Pasquale in Winterthur ein. "Meine Mannschaftskollegen haben das Rennen hervorragend kontrollliert, sodass ich nicht mehr in Gefahr geriet, das Leadertrikot zu verlieren", sagte Gesamtsieger Casagrande. Er sorgte für den insgesamt 19. italienischen Gesamtsieg in der Schweizer Rundfahrt. "Es war ein schöner und neben dem Erfolg im Weltcuprennen von San Sebastian mein wichtigster Sieg", sagte Casagrande. "Niemals würde ich ihn für das Startrecht in der Tour de France eintauschen." Bereits im Vorjahr hatte mit Stefano Garzelli ein Italiener die Tour de Suisse gewonnen.

Montgomery Schweizer Lichtblick

Erstmals seit 1996 schaffte es kein Schweizer, sich auf dem Podest der drei Gesamtersten zu plazieren, nachdem Beat Zberg 1998 und Oscar Camenzind vor zwei Jahren jeweils Zweite geworden waren. Laurent Dufaux als Vierter und Camenzind als Fünfter sorgten für eine ansehnliche, aber keineswegs den Hoffnungen entsprechende Bilanz. Für den Lichtblick aus Schweizer Sicht sorgte der 23jährige Sven Montgomery, der sich in der zweitletzten Etappe noch auf den 6. Gesamtplatz verbesserte. "Mein Ziel war eine Klassierung in den ersten 15", sagte der Berner Oberländer aus dem Post Swiss Team. "Ich habe meine Stärken, die Ausdauer und die Fähigkeit zur raschen Erholung, ausspielen können. Zunächst mache ich Ferien, und dann bereite ich mich auf die Tour de l'Avenir vor."

Montgomery gewann die Wertung der besten Jungprofis (Jahrgang 1975 und jünger) fast 17 Minuten vor Salvatore Commesso (It). Erfolgreichster Punktesammler in den Bergpreisen war mit Markus Zberg ebenfalls ein Schweizer.

 

Montgomery gewann die Wertung der besten Jungprofis (Jahrgang 1975 und jünger) fast 17 Minuten vor Salvatore Commesso (It). Erfolgreichster Punktesammler in den Bergpreisen war mit Markus Zberg ebenfalls ein Schweizer.

10. Etappe - Chur-Winterthur über 225,2km
        
        
1. Maurizio De Pasquale ITA   5:18'37"       Durchschnitt: 43,584 km/h
2. Patrick Vetsch       SUI  +   gl.Z.
3. Gianpaolo Mondini    ITA      gl.Z.
4. Fabio Roscioli       ITA  +   1'42"
5. Sergej Lelekin       RUS       gl.Z.
6. Mario Traversoni     ITA      1'44"
7. Silvio Martinello    ITA      gl.Z.
8. Salvatore Commesso   ITA      gl.Z.
9. Nicola Loda          ITA       gl.Z.
10. Stefano Casagrande   ITA      gl.Z.
11. Simone Zucchini      ITA      gl.Z.
12. Markus Zberg         SUI       gl.Z.
13. Christian Heule      SUI      gl.Z.

Ferner:
18. Josef Christen       SUI       gl.Z.
19. Christophe Göhring   SUI      gl.Z.
22. Oscar Camenzind      SUI       gl.Z.
29. Mauro Gianetti      SUI    +  1'44"
33. Pierre Bourquenoud  SUI       gl.Z.
35. Pascal Richard      SUI        gl.Z.
41. Beat Zberg          SUI        gl.Z.
43. Laurent Dufaux      SUI        gl.Z.
44. Philipp Buschor     SUI       gl.Z.
45. Armin Meier         SUI        gl.Z.
48. Sven Montgomery     SUI       gl.Z.
50. Yvan Haymoz         SUI        gl.Z.
52. Michael Themann     SUI       gl.Z.
55. Felice Puttini      SUI        gl.Z.
59. Daniel Schnider     SUI       gl.Z.
68. Niki Aebersold      SUI        gl.Z.
73. Rolf Jaermann       SUI        gl.Z.
85. Daniel Von Flüe     SUI    +  2'56"
88. Lukas Zumsteg       SUI        2'56"
96. Christian Sidler    SUI       2'56"


Schlussklassement:                    

1. Francesco Casagrande  ITA 35:22'40"
2. Laurent Jalabert      FRA   + 1'04"
3. Gilberto Simoni       ITA      1'11"
4. Laurent Dufaux        SUI      1'16"
5. Oscar Camenzind       SUI      1'45"
6. Sven Montgomery       SUI      3'57"
7. Roberto Sgambelluri   ITA     4'21"
8. Giuseppe Guerini      ITA     4'21"
9. Mikel Zarrabeitia     ESP     4'29"
10. Pawel Tonkow          RUS      4'32"
11. Beat Zberg            SUI      7'28"
12. Philipp Buschor       SUI      7'49"
13. Mirko Celestino       ITA      9'01"
14. Cristian Gasperoni    ITA     9'24"
15. Armin Meier           SUI      9'34"
16. Daniel Atienza        ESP      9'44"
17. Giusvan Piovaccari    ITA    10'03"

Ferner:
21. Felice Puttini           +    19'33"
22. Daniel Schnider               20'45"
27. Pascal Richard                27'40"
30. Christoph Göhring             28'27"
31. Patrick Vetsch                30'59"
32. Niki Aebersold                31'15"
35. Markus Zberg                  34'34"
37. Mauro Gianetti                34'48"
38. Pierre Bourquenoud            37'01"
47. Christian Heule               50'40"
61. Rolf Jaermann              1: 09'26"
66. Yvan Haymoz                1: 13'54"
77. Lukas Zumsteg              1: 22'10"
84. Daniel Von Flüe           1: 31'25"
85. Josef Christen            1: 32'03"
91. Michael Themann           1: 37'30"
97. Christian Sidler          1: 54'47"

Quelle: www.newswindow.ch              

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