Oscar Camenzind
Trentino-Rundfahrt

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26.-29.04. Giro di Trentino (Ita) 2.2

Am Start: u.a. Lampre (Camenzind),Telekom (Elli, Frattini, Guerini, Heppner, Jaksche, Lombardi, Totschnig, Ullrich, Zabel), Mercatone Uno (Pantani),  Mapei (Tafi), Rabobank (Boogerd)

26.04.99 - 1. Etappe: Linz (Aut) - Linz, 205km

In der 1. Etappe der Trentino-Rundfahrt über 205 km mit Start und Ziel in
Lienz (Österreich) gehörte Oscar Camenzind mit seinen Teamkollegen auf den letzten 40 km zu den aktivsten Fahrern. Am Schluss setzte sich Paolo Savoldelli durch. Camenzind wurde Sechster.

Auf den 205 km entwickelte sich angesichts dreier Pässe vorerst eine Bummelfahrt. Erst auf der Anfahrt zum Bannberg, der letzten Steigung, kam Leben ins Feld. Nach Absprache mit seinem sportlichen Leiter Maurizio Piovani veranlasste Camenzind seine Helfer, das Tempo zu erhöhen. Im Anstieg trat der Strassenweltmeister selbst in Aktion, was zur Bildung einer Spitzengruppe von 25 Fahrern führte. "Ich bin ein dummer Kerl. Meine Absicht lautete ursprünglich, ruhig mitzufahren. Ich hatte im Verlaufe der Etappe ein gutes Gefühl, deshalb liess ich mich mitreissen."

Für Dienstag hat Camenzind "Besserung" versprochen. Auf den 176,7 km von Lienz zum Mendel-Pass mit beinahe 1000 m Höhendifferenz auf den letzten 12 km will sich der Innerschweizer überhaupt nicht ums Renngeschehen kümmern: "Die Tour de Romandie stellt für mich den grossen Test im Hinblick auf den Giro d'Italia dar."

Nächtlicher Transfer nach Lienz

Ein Teil des Teams Deutsche Telekom hatte am Sonntag abend das Flugzeug von Zürich nach Klagenfurt genommen, um von der Berner Rundfahrt nach Lienz zu gelangen. Oscar Camenzind machte den Transfer im Mannschaftswagen und traf erst nach Mitternacht am Startort der Trentino-Rundfahrt ein. Nach der kurzen Nachtruhe und dem frühen Start hatte der Weltmeister ursprünglich sowieso keine grosse Angriffslust verspürt. Weil er sich nicht zurückhalten konnte, resultierte aber der 6. Etappenrang.

Auf dem der Bergpreiswertung auf dem Bannberg folgenden Flachstück holte Paolo Savoldelli einige wenige Sekunden Vorsprung heraus, die der Vorjahressieger der Trentino-Rundfahrt in der Abfahrt bis zum Ziel in Lienz verteidigte. Savoldelli erzielte seinen zweiten Saisonsieg. Er hatte am 16. Februar das italienische Saisoneröffnungsrennen Trofeo Laigueglia gewonnen.

Erst mit einer Nachzüger-Truppe traf Richard Virenque in Lienz ein. Der vierfache Bergkönig der Tour de France war zu Beginn der Bannberg-Steigung gestürzt und erlitt anscheinend bei diesem Zwischenfall einen heftigen Schlag. Virenque wurde vorsichtshalber zu einer Untersuchung ins Spital gebracht. Festgestellt wurde eine Platzwunde am Kopf sowie Prellungen an der Hüfte. Virenque wird am Dienstag morgen entscheiden, ob er die Rundfahrt fortsetzt. (Quelle: Newswindow)

1. Paolo Savoldelli (Ita) Saeco 6.05:36 (33,643 km/h)
2. Jens Heppner (Ger) Telekom +0:05
3. Cristian Gasperoni (Ita) Cantina Tollo
4. Nicola Miceli (Ita) Liquigas
5. Francesco Secchiari (Ita)
6. Oscar Camenzind (CH) Lampre
7. Daniel Clavero (Esp) Vitalicio
8. Andrei Zintchenko (Rus) Vitalicio
9. Serguei Honchar (Ukr) Vinavil
10. Roberto Sgambelluri (Ita) Cantina Tollo alle gl.Zeit

27.04.99 - 2. Etappe: Linz (Aut) - Passo Mendola, 176km

Oscar Camenzind hält sich zurück

In der 2. Etappe der Trentino-Rundfahrt über 176,7 km von Lienz (Ö) auf den Mendel-Pass hat sich Oscar Camenzind, wie am Vortag versprochen, zurückgehalten. Der Strassenweltmeister klinkte sich 6 km vor dem Ziel der Bergankunft aus der Spitzengruppe aus und wies am Schluss einen Rückstand von beinahe fünf Minuten auf. Der Etappensieg ging an Riccardo Forconi, Leader blieb Paolo Savoldelli (beide It).

Mit einer Schlusssteigung von 13 km Länge mit den schwierigsten Abschnitten von 10 bis 12 Steigungsprozenten auf den letzten 6 km war zu erwarten, dass sich das Kampfgeschehen auf die Bergankunft reduzieren würde. Im strömenden Regen und bei empfindlich tiefer Temperatur legten sich zu Beginn des Anstiegs Camenzinds Teamkollegen ins Zeug. "Ich hiess sie nicht, die Gangart zu bestimmen. Irgendwie hatten sie einfach den Eindruck, sie müssten sich derart in Szene setzen", erklärte Camenzind jene Rennphase, die selbst ihn etwas überraschte.

Dass die Arbeit seiner Teamkollegen vergeblich sein würde, zeichnete sich 6 km vor dem Kulminationspunkt ab, als Camenzind, um nicht zu forcieren, sein Tempo drosselte. Selbst Jan Ullrich (De), der schon vorher eliminiert worden war, erreichte das Ziel vor dem Innerschweizer. "Es ist ein schmerzhaftes Gefühl, die Besten ziehen zu lassen, wenn man über die Form verfügt, mit ihnen mitzufahren", zeigte der Strassenweltmeister sein Dilemma auf. Einen aussagekräftigen Test über seinen Formstand erhofft sich Camenzind in der Tour de Romandie, sein erstes grosses Saisonziel bildet der Mitte Mai beginnende Giro d'Italia. Bester Schweizer war Roland Meier, dessen Rippenverletzung aus dem Ardennen-Weekend vor zehn Tagen keine grösseren Beschwerden mehr verursachen.


2. Etappe, Lienz - Mendel-Pass (176,7 km): 
1. Riccardo Forconi (It) 	4:36:14 (38,229 km/h)
2. Gilberto Simoni (It)
3. Daniel Clavero (Sp)
4. Marco Pantani (It)
5. Paolo Savoldelli (It)
6. Hernan Buenahora (Kol)
7. Ivan Gotti (It) 		alle gleiche Zeit

Ferner: 
40. Roland Meier (Sz) 		   1:58
44. Jan Ullrich (De) 		   2:10
47. Jewgeni Berzin (Russ)	   gleiche Zeit
56. Pascal Richard (Sz) 	   3:42
57. Yvan Haymoz (Sz)
58. Richard Virenque (Fr)	   beide gleiche Zeit
66. Oscar Camenzind (Sz) 	   4:41 
70. Pawel Tonkow (Russ) 	   5:24
78. Marcel Renggli (Sz)		   7:19
96. Frédéric Vifian (Sz)	   gleiche Zeit
119. Guido Wirz (Sz) 		  11:08 
125. Roger Beuchat (Sz)		   gleiche Zeit

141 klassiert. 

Aufgegeben: Daniel Schnider (Sz)    

28.04.99 - 3. Etappe:  Fondo- Melcesine, 161km

Der erste Saisonsieg von Oscar Camenzind

Trentino_99.jpg (76015 Byte)

In der 3. Etappe der Trentino-Rundfahrt über 161 km von Fondo nach Malcesine hat Oscar Camenzind den ersten Saisonsieg erzielt. Der Strassenweltmeister schlug die rund 25 Fahrer zählende Hauptmacht im Spurt. Er verwies dabei den Kletterer Marco Pantani um eine knappe halbe Velolänge auf Platz 2. Paolo Savoldelli (It) erreichte das Ziel mit den Besten und blieb Leader.


"Jetzt kommt die Zeit, stark zu sein. Es ist ein sehr schönes Gefühl, auf der obersten Stufe des Podiums zu stehen", erklärte Oscar Camenzind nach seinem Erfolg. Der Innerschweizer hatte auf den letzten 30 km zu den aktivsten Fahrern gezählt, im Gegensatz zum Vortag, wo er bei der Bergankunft auf dem Mendel-Pass hatte abreissen lassen, um nicht zu stark zu forcieren. Seinen Sieg verdankte Camenzind aber auch der nahezu perfekten Unterstützung durch seine Teamkollegen Gabriele Missaglia und Massimo Codol (beide It).

Missaglia hatte zu Beginn der zweimal zu bezwingenden Steigung des Rundkurses in Malcesine angegriffen. Dank des Einverständnisses der Helfer des Gesamtersten Paolo Savoldelli holte der Italiener bis zu 40 Sekunden Vorsprung heraus. Als sich in der Schlussrunde Missaglias Einholung abzeichnete, wurde der Weg für Camenzind frei. Der Innerschweizer schritt selbst zum Angriff, hatte aber in Nicola Miceli einen unwillkommenen Begleiter: "Er ist ein guter Schauspieler. Er drückte sich um die Führung, trat aber ein paar Mal heftig an."

"Nun ist der Druck weg"

Am Ende der Abfahrt wurde das Duo eingeholt. Dennoch liess sich Camenzind nicht entmutigen. Als Marco Pantani auf dem letzten Kilometer angriff, schickte er Missaglia hinterher, der die Lücke schloss. Auf der leicht ansteigenden Zielstrecke mit einer heiklen Rechtskurve vollendete Camenzind das Teamwork gegen den zu gross übersetzt fahrenden Pantani. "Jetzt ist sowohl für mich wie auch für die Mannschaft der Druck weg", freute sich Camenzind, der seiner Sportgruppe Lampre den sechsten Saisonerfolg bescherte. Vier gingen bisher auf das Konto des Sprinters Jan Svroada (Tsch), einen errang der Belgier Johan Verstrepen.


Trentino-Rundfahrt. 3. Etappe, Fondo - Malcesine (161 km): 
1. Oscar Camenzind (Sz) 	3:45:27 (41,783 km/h)
2. Marco Pantani (It)
3. Gabriele Missaglia (It)
4. Niklas Axelsson (Sd)
5. Paolo Savoldelli (It)
6. Massimo Codol (It)

Ferner: 
12. Ivan Gotti (It)
41. Roland Meier (Sz) 		   2:53
47. Jewgeni Berzin (Russ) 	   4:30
55. Richard Virenque (Fr) 	   5:42
84. Pascal Richard (Sz) 	  10:19
89. Jan Ullrich (De)
100. Yvan Haymoz (Sz)
103. Pawel Tonkow (Russ) 
107. Frédéric Vifian (Sz)          alle gleiche Zeit

125 klassiert. 

Nach Kontrollschluss u.a. Guido Wirz und Marcel Renggli (beide Sz)  

29.04.99 - 4. Etappe: Riva-Arco, 155km

Wieder Spitzenplatz für Oscar Camenzind

Wie schon letztes Jahr heisst der Gesamtsieger der Trentino-Rundfahrt Paolo Savoldelli. Im Verlaufe des vierten und letzten Teilstück Riva del Garda - Arco (155 km) nicht mehr bedrängt, rettete der Italiener sieben Sekunden Vorsprung auf seine Landsleute Gilberto Simoni und Marco Pantani ans Endziel. Der Massenspurt wurde vom Russen Alexander Gontschenkow gewonnen.

Im Massenspurt versuchte Oscar Camenzind, sich bei Gabriele Missaglia für dessen Hilfe beim Etappensieg des Vortages erkenntlich zu zeigen. Die Rechnung ging diesmal nicht ganz auf. Missaglia erreichte den 5., Camenzind den 7. Etappenrang. Jan Svorada (Tsch), der Sprinter im Lampre-Team, handelte sich 7:26 Minuten Rückstand ein.

Im ersten Teil des Tagespensums hatte Frédréric Vifian mit einem Vorstoss aufgezeigt, dass das Post Swiss Team in der Trentino-Rundfahrt präsent war. Die Bilanz der Rundfahrt fiel für die Schweizer Sportgruppe trotzdem ernüchternd aus. Schon mit einem Unterbestand an Fahrern an den Start gegangen, lichteten sich die Reihen wegen Krankheiten und Verpassen des Kontrollschlusses. Lediglich Vifian und Yvan Haymoz standen die 598 km durch. Jean- Jacques Loup, Manager und Sportlicher Leiter der Mannschaft, erinnerte sich mit etwas Wehmut der Erfolge seiner Fahrer in der letzten Saison.

Bei der 23. Austragung der Trentino-Rundfahrt ist Paolo Savoldelli der erste Fahrer, der die Rundfahrt zweimal für sich zu entscheiden vermochte. Der Bergamaske ist innerhalb seines Saeco-Teams derjenige Fahrer, der im Giro d'Italia das Gesamtklassement im Visier haben wird.


4. Etappe, Riva del Garda - Arco (155 km): 
1. Alexander Gontschenkow (Russ) 	3:51:37 (40,153 km/h)
2. Danilo Hondo (De)
3. Gerrit Glomser (Ö)
4. Mario Manzoni (It)
5. Gabriele Missaglia (It)
6. Massimiliano Gentili (It)
7. Oscar Camenzind (Sz)

Ferner: 
29. Jan Ullrich (De)
34. Ivan Gotti (It)
37. Marco Pantani (It)
51. Richard Virenque (Fr)
69. Yvan Haymoz (Sz)
74. Roland Meier (Sz)
80. Frédéric Vifian (Sz)
81. Pascal Richard (Sz)
82. Jewgeni Berzin (Russ)
86. Pawel Tonkow (Russ)			alle gleiche Zeit

116 klassiert 
 

Schlussklassement: 
1. Paolo Savoldelli (It) 		18:18:49
2. Gilberto Simoni (it) 		    0:07
3. Pantani, gleiche Zeit
4. Daniel Clavero (Sp) 			    0:09
5. Roberto Sgambelluri (It)		    0:10
6. Gotti, gleiche Zeit

Ferner: 
32. Camenzind 				    4:46
39. Berzin				    8:45
51. Ullrich				   13:14
53. Meier				   13:19
59. Haymoz				   16:06
61. Virenque				   17:52
74. Richard				   22:29
77. Tonkow				   24:11
89. Vifian				   26:06    
(Quelle:Newswindow)   

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