In der 16. Etappe der Spanien-Rundfahrt setzte sich in Leon der Kolumbianer Santiago Botero als Sieger einer fünfköpfigen Vorhut vor vier Spaniern durch. Der am Sonntag schwer gestürzte Oscar Camenzind startete nicht mehr. Leader blieb Roberto Heras.

[Si] - Die Mannschaften der Sprinter vermochten das Rennen erneut nicht zu kontrollieren und musste eine fünfköpfige Vorhut entweichen lassen. Die Teams Kelme und Coast nutzten im Finale ihre numerische Überlegenheit. Botero und Luis Perez düpierten ihre drei Fluchtgefährten José Gutierrez (Kelme), David Plaza (Coast) und Aitor Osa knapp 2 Kilometer vor dem Ziel ohne grossen Widerstand.

Im Kampf um den Sieg rang Botero Perez auf den letzten Metern nieder. Botero hatte schon in der Tour de France zwei Etappen für sich entschieden. Perez verpasste den ersten Sieg für das Team Coast, nachdem er schon je einmal Zweiter und Dritter geworden war.

Am einzigen ernsthaften Tageshindernis, dem Erstkategorie-Pass Pajares, der nach halber Distanz zu bewältigen war, hatten sich zunächst 25 Fahrer vom Hauptfeld abgesetzt. Aus dieser Vorhut bildete sich in den folgenden Kehren die entscheidende Fluchtgruppe. Leader Roberto Heras hatte im Feld keinen einzigen Helfer mehr zur Seite, überstand das Tempoforcing der Widersacher aber ohne Schaden. Der Spanier führt das Gesamtklassement weiterhin 35 Sekunden vor Landsmann Aitor Gonzalez an.

Das Feld büsste schliesslich 8 Minuten und 57 Sekunden ein. Den Spurt um Platz 6 gewann der Deutsche Erik Zabel. Auch Fabian Jeker gehörte dem Hauptharst an. Der Baselbieter ist Gesamtklassement als 14. mit knapp sieben Minuten Rückstand weiterhin der beste Schweizer. Die 17. Etappe führt ohne Bergpreis über 145 Kilometer von Benavente nach Salamanca.

Oscar Camenzind hatte das Handtuch schon vor dem Start geworfen. Der Exweltmeister leidet noch immer an den Folgen des Sturzes vom Sonntag und nahm die 16. Etappe nicht mehr in Angriff. Camenzind war in einer Abfahrt auf nasser Strasse zu Fall gekommen. Der Schwyzer verspürte auch nach dem rennfreien Montag starke Schmerzen im Oberschenkel. Auch die Blessuren am Ellbogen sind noch nicht ausgeheilt. Camenzind belegte den 20. Gesamtrang mit 18 Minuten Rückstand. Die Teilnahme des Schweizers an der Weltmeisterschaft am 13. Oktober im belgischen Zolder ist vorderhand nicht gefährdet. Vor Camenzind hatten schon 64 andere Fahrer die dieses Jahr sehr anspruchsvolle Spanien-Rundfahrt aufgeben müssen.

22.September: 15.Etappe: Gijon-Alto d'Angliru, 176 km

Sturz und Zeitverlust für Oscar Camenzind

Roberto Heras ist neuer Leader in der Spanien-Rundfahrt. Der Spanier gewann die 15. Etappe mit dem brutalen Finale am Angliru überlegen und führt das Gesamtklassement nun 35 Sekunden vor Landsmann Aitor Gonzalez an.

[Si] - Im strömenden Regen bewies Heras im teilweise mehr als 23 Prozent steilen Schlussanstieg, dass er der beste Bergfahrer an dieser Vuelta ist. Der zweitklassierten Landsmann Joseba Beloki, der Gesamtzweite der Tour de France, büsste mehr als anderthalb Minuten auf Heras ein. Weit schlimmer erwischte es den bisherigen Leader Oscar Sevilla, der fast drei Minuten verlor und auf den dritten Gesamtplatz zurück fiel. Sevilla erreichte das Ziel noch hinter Fabian Jeker. Der Baselbieter wiederstand den Strapazen ausgezeichnet und wurde mit gut zweieinhalb Minuten Rückstand Neunter der Königsetappe. Im Gesamtklassement verbesserte sich Jeker auf den 14. Platz.

Grosses Pech hatte Oscar Camenzind. Der frühere Weltmeister hielt über die drei ersten Pässe gut mit, stürzte aber in der letzten Abfahrt auf der nassen Strasse. Mit angeschlagener Moral biss sich der Schweizer die finale Steigung hinauf und büsste als 41. mehr als zehn Minuten ein.

Nach halbem Pensum des 13 Kilometer langen Schlussaufstiegs hatte ausgerechnet Sevillas Teamkollege Aitor Gonzalez das Tempo verschärft. Der Kadenz des Gesamtzweiten vermochte nur noch Heras, in der Tour de France der stärkste Helfer von Lance Armstrong, zu folgen, aber nicht mehr Sevilla. Bald liess Heras seinen letzten Begleiter stehen. Dritter der Etappe wurde Francesco Casagrande gefolgt von den beiden Spaniern Iban Mayo und Aitor Gonzalez und den beiden Italienern Danilo Di Luca und Gilberto Simoni. Vorjahressieger Angel Casero wurde Siebenter.

Heras führt das Gesamtklassement nach dem Solosieg aber nur 35 Sekunden vor Aitor Gonzalez an. Der ausgezeichnete Zeitfahrer Gonzalez hat so gute Chancen, die Vuelta zu gewinnen. Denn die 57. Spanien-Rundfahrt wird erst am nächsten Sonntag in einer Prüfung gegen die Uhr definitiv entschieden.

Nach dem Ruhetag vom Montag folgt in der 57. Spanien-Rundfahrt am Dienstag die Etappe nach Leon. 65 Kilometer vor dem Ziel ist ein Bergpreis der ersten Kategorie zu bewältigen.

1 Roberto Heras (Spa) US Postal Service 5.01.02 (35.2 km/h)
2 Joseba Beloki (Spa) ONCE-Eroski 1.35
3 Francesco Casagrande (Ita) Fassa Bortolo 1.41
4 Iban Mayo (Spa) Euskaltel-Euskadi 1.54
5 Aitor Gonzalez (Spa) Kelme-Costa Blanca 2.16
6 Danilo Di Luca (Ita) Saeco-Longoni Sport
7 Gilberto Simoni (Ita) Saeco-Longoni Sport
8 Angel Casero (Spa) Team Coast 2.22
9 Fabian Jeker (Swi) Milaneza-MSS 2.34
10 Félix Garcia Casas (Spa) Bigmat.Auber 93 2.42
11 Oscar Sevilla (Spa) Kelme-Costa Blanca 2.50
12 Manuel Beltran (Spa) Team Coast
13 Jörg Jaksche (Ger) ONCE-Eroski 3.18
14 Carlos Garcia (Spa) Kelme-Costa Blanca 3.30
15 Rui Miguel Sousa (Por) Milaneza-MSS 3.48
42 Oscar Camenzind (Swi) Phonak Hearing Systems 11.47


Gesamtklassement nach 15 Etappen

1 Roberto Heras (Spa) US Postal Service 55.14.08
2 Aitor Gonzalez (Spa) Kelme-Costa Blanca 0.35
3 Oscar Sevilla (Spa) Kelme-Costa Blanca 1.08
4 Joseba Beloki (Spa) ONCE-Eroski 1.57
5 Iban Mayo (Spa) Euskaltel-Euskadi 2.16
6 Francesco Casagrande (Ita) Fassa Bortolo 3.56
7 Félix Garcia Casas (Spa) Bigmat.Auber 93 4.05
8 Gilberto Simoni (Ita) Saeco-Longoni Sport 4.55
9 Manuel Beltran (Spa) Team Coast 5.20
10 Haimar Zubeldia (Spa) Euskaltel-Euskadi 5.26
11 Jörg Jaksche (Ger) ONCE-Eroski 5.27
12 Angel Casero (Spa) Team Coast 5.31
13 Klaus Möller (Den) Milaneza-MSS 6.18
14 Fabian Jeker (Swi) Milaneza-MSS 6.43
15 Rui Miguel Sousa (Por) Milaneza-MSS 9.29
16 Guido Tentin (Ita) Cofidis 9.55
17 Pablo Lastras (Spa) iBanesto.com 12.57
18 Carlos Garcia (Spa) Kelme-Costa Blanca 15.20
19 Tadej Valjavec (Slo) Fassa Bortolo 15.33
20 Oscar Camenzind (Swi) Phonak Hearing Systems 18.00


Pereiro und Camenzind kämpften an der Vuelta wie Löwen

Oscar Pereiro und Oscar Camenzind kämpften in der Königsetappe der Vuelta für die Erstdivisions-Mannschaft Phonak wie Löwen. Pereiro gehörte lange Zeit dem Spitzenduo an, das einen Maximalvorsprung von sieben Minuten herausfuhr. Camenzind hielt über die ersten drei Pässe mit den Besten mit. Dann stürzte er in der letzten Abfahrt auf nasser Strasse und zog sich verschiedene Verletzungen zu.

Die beiden Oscars liessen sich aber keinen Moment unterkriegen. Camenzind erreichte das Ziel auf Alto d’Angliru nach 176,7 Rennkilometern mit 11:47 Minuten Rückstand im 41. Rang. Pereiro verspürte zusehends seinen grossen Effort und kam an 55. Stelle mit 13:35 Minuten Zeiteinbusse auf den berüchtigten Berg. Im Gesamtklassement liegt nun Camenzind auf dem 20., Pereiro auf dem 31. Platz.

Oscar Camenzind mit schweren Schürfungen und Prellungen

Ex-Weltmeister Oscar Camenzind wurde wieder einmal von rabenschwarzem Pech heimgesucht. Ueber die ersten drei Pässe kam er in überzeugender Manier mit den Besten mit und gab sich keinen Moment eine Blösse. In der letzten Abfahrt stürzte er aber dann auf regennasser Strasse und zog sich schwere Schürfungen und Prellungen am ganzen Körper zu. Das Velo musste gemäss Aussage von Jacques Michaud gewechselt werden. „Dass dieser neuerliche Schlag auch Oesis Moral anknackste, war nach so viel Ueberzeugungsarbeit absolut verständlich“, blickte Jacques Michaud auf die turbulenten Ereignisse zurück. „Gleichwohl ist Camenzind ein Superrennen gefahren und dabei in einer ausgezeichneten Verfassung einmal mehr unter seinem Wert geschlagen worden“, ist Michaud überzeugt. Michaud hat aber auch für Oscar Pereiro und Dani Schnider ein dickes Kompliment übrig.“Pereiro zeigte unsere Sportgruppe im allerbesten Licht. Dass Dani Schnider bis zum bitteren Ende durchbiss, kommt einer Sensation gleich“.

Schnider: „Das war einer der härtesten Tage in meinem Radsportleben“

Nachdem Dani Schnider gut geschlafen und neue Moral getankt hatte, sprach er auf dem Radsportberg von einem der härtesten Tage in seinem Radsportleben. „Rückenprobleme und Knieschmerzen brachten mich an den Rand der Verzweiflung. Im linken, stark blessierten Bein habe ich fast keine Kraft und fühle mich wie blockiert“. Am Montag geniessen die Gesunden und Blockierten ihren wohlverdienten, zweiten Ruhetag.

Interviews und Text: Peter Meier


7. September: 1. Etappe: Valencia, MZF 30 km
8. September: 2 .Etappe: Valencia-Alcoy, 138 km
9. September: 3. Etappe: San Vicente del Raspeig-Murcia, 140 km
10. September: 4. Etappe: Aguilas-Roquetas de Mar, 148 km
11. September: 5. Etappe: El Ejido-Sierra Nevada, 210 km
12. September: 6. Etappe: Granada-Sierra de La Pandera, 153 km
13. September: 7. Etappe: Jaen-Malaga, 198 km
14. September: 8. Etappe: Malaga-Ubrique, 172 km
15.September: 9.Etappe: Cordoba-Cordoba, 153 km
16.September: 10.Etappe: Cordoba, EZF 50 km
17.September: Ruhetag und Transfer nach Madrid
18.September: 11.Etappe: Alcobendas-Collado Villalba, 162 km
19.September: 12 étape Ségovia-Burgos, 187 km
20.September: 13.Etappe: Burgos-Santander, 178 km
21.September: 14.Etappe: Santander-Gijon, 180 km
22.September: 15.Etappe: Gijon-Alto d'Angliru, 176 km
23.September: Ruhetag
24.September: 16.Etappe: Avilés-Leon, 145 km
25.September: 17.Etappe: Benavente-Salamanca, 150 km
26.September: 18.Etappe: Salamanca-La Covatilla, 191 km
27.September: 19.Etappe: Bejar-Avila, 178 km
28.September: 20.Etappe: Avila-Parc Warner, 160 km
29.September: 21.Etappe: Parc Warner - Madrid, EZF 45 km


Gesamtdistanz: 3144 km


Offizelle Homepage: www.lavuelta.com
Vuelta-Resultate per SMS: http://www.468.ch/rad1.htm


02.07.2002 - Die Schweizer Profisportgruppe Phonak hat eine Einladung zu der vom 7. bis 29. September stattfindenden Vuelta erhalten. Die Mannschaft wird die Spanien-Rundfahrt mit ihren beiden Leadern Oscar Camenzind und Juan Carlos Dominguez (Sp) in Angriff nehmen.

[Si] - Für das Team Phonak handelt es sich schon um die zweite der drei bedeutendsten Landesrundfahrten der Saison, die es beschicken kann. Beim Giro d'Italia hatte der Prolog-Erfolg durch Dominguez sowie der Gesamtsieg in einer Sprint-Spezialwertung durch Massimo Strazzer (It) resultiert.Die Vuelta-Organisatoren mussten 13 Kandidaten eine Absage erteilen. Unter den gemäss Reglement zugelassenen 22 Sportgruppen sind acht italienischen Teams zu finden (u.a. Fassa Bortolo, Mapei, Lampre, Saeco, Alessio), sechs spanische Mannschaften (u.a. iBanesto.com, Once, Kelme), zwei deutsche Sportgruppen (Team Deutsche Telekom, Team Coast) sowie Cofidis, AG2R (beide Fr), US Postal, Domo-Farm Frites (Be) und Milaneza (Por).


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