In
Zolder (Be) ist Mario Cipollini der Favoritenrolle gerecht geworden
und vor dem Australier Robbie McEwen und dem Deutschen Erik Zabel
Strassen-Weltmeister geworden. Als bester Schweizer landete Rubens
Bertogliati auf Platz 30.
[Si] - Seit Jahren stellen die Italiener die besten Eintagesfahrer,
aber ein ganzes Jahrzehnt mussten sie warten, bis sie an einer Strassen-Weltmeisterschaft
wieder zu Gold kamen. Cipollini krönte die Bemühungen
des ganzen Teams im Spurt. Im Finale der schnellsten Weltmeisterschaft
aller Zeiten hielten die Italiener das Tempo derart hoch, dass Vorstösse
auf dem weitgehend flachen Parcours ohne Aussicht auf Erfolg blieben.
Im
Sprint des 25-köpfigen Spitzenfeldes liess der 35-jährige
Cipollini nach 256 km seinen schärfsten Rivalen McEwen und
Zabel keine Chance. Vom Hinterrad von Giovanni Lombardi aus katapultierte
sich Cipollini zum grössten Triumph seiner an Siegen schon
reichen Karriere. Im Giro d'Italia hat er 40 Etappen für sich
entschieden, in der Tour de France deren 12, und in diesem Frühling
gewann er mit Mailand-Sanremo auch erstmals ein grosses Eintagesrennen.
Im
Sommer trat Cipollini vorübergehend zurück, trainierte
derweil aber umso härter auf sein letztes grosses Ziel hin.
Mit drei Etappensiegen in der Spanien-Rundfahrt zeigte er, dass
in Zolder mit ihm zu rechnen sein wird. Letzter italienischer Strassen-Weltmeister
von Cipollini war 1992 in Spanien Gianni Bugno.
Die
Schweizer zeigten ein gutes Rennen, das mit Platz 30 von Rubens
Bertogliati allerdings schlecht belohnt wurde. Bei einem Massensturz
in der allerletzten Steigung sahen sich ausser Bertogliati alle
Schweizer ihrer Chancen beraubt. Landesmeister Alexandre Moos musste
schon zu Beginn der zweitletzten Runde zu Boden.
Exweltmeister
Oscar Camenzind fuhr mit dem Schotten Robert Millar und dem Österreicher
Peter Wrolich während gut 50 km mit einem Maximalvorsprung
von knapp anderthalb Minuten an der Spitze, das Trio wurde aber
55 km vor dem Ziel wieder gestellt. Kurz danach versuchte Fabian
Cancellara, dem Feld zu entweichen, auch der Vorstoss des Zeitfahren-Spezialisten
blieb jedoch ohne Erfolg.
Über
100 Fahrer nahmen die letzte Runde noch gemeinsam in Angriff, der
Grossteil von ihnen wurde aber im Massensturz im letzten kleinen
Anstieg eliminiert, sodass nur noch rund 25 Fahrer um den Sieg spurteten.
1.
Mario Cipollini ITA 5:30'03" Schnitt: 46,538 km/h
2. Robbie McEwen AUS
3. Erik Zabel GER alle
4. Andrej Hauptmann SLO
5. Zoran Klemencic SLO
6. Jimmy Casper USA gleiche
7. Jaan Kirsipuu EST
8. Sven Teutenberg GER
9. Baden Cooke AUS Zeit
10. Julian Dean NZL
30. Rubens Bertogliati SUI + 22"
46. Oscar Camenzind SUI 50"
64. Roger Beuchat SUI 1'26"
67. Mauro Gianetti SUI gl.Zt.
75. Beat Zberg SUI 1'59"
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Programm
Mittwoch,
9.10.
12.00 Uhr: Zeitfahren Junioren
15.00 Uhr: Zeitfahren Elite F
Donnerstag, 10.10.
14.00 Uhr: Zeitfahren Elite M
Freitag, 11.10.
12.00 Uhr: Strassenrennen Juniorinnen
12.30 Uhr: Strassenrennen U23 |
Samstag,
12.10.
09.30 Uhr: Strassenrennen Junioren
13.30 Uhr: Strassenrennen Elite F
Sonntag, 13.10.
10.30 Uhr: Strassenrennen Elite M |
Vorbereitung
Momentan
strahlt Oscar Camenzind für die Rad-Strassen-Weltmeisterschaften
vom 13. Oktober in Zolder (Be) wieder Zuversicht aus. Nach einem
fünfstündigen Training am Donnerstag gab sich der Ex-Weltmeister
für das höchste Titelringen optimistisch.
Bis
Mitte Woche konnte Oscar Camenzind das rechte Bein wegen einer Knochenhautentzündung
als Folge seines spektakulären Sturzes in der Königsetappe
der Vuelta nicht voll belasten. Er steht deshalb nach wie vor bei
einem Giropraktiker und einem Masseur in Behandlung. Ein zusätzliches
Problem bestand darin, dass durch die stärkere Beanspruchung
des linken Beines auch dort bereits drei Sehnen schmerzen. Der Trend
verläuft jedoch aufwärts. Am Wochenende konnte man Oscar
hinter dem Motorrad seines Freundes Edwin Camenzind voll Speed dem
Vierwaldstättersee entlang preschen sehen.
Nachdem
Oscar zuerst gezwungenermassen nur auf flachen Strecken trainiert
hatte, stattete er jetzt der Ibergeregg und ähnlichen Steigungen
in der Region mehrere Besuche ab. Seit Mitte der Woche konnte er
sein Trainingspensum deutlich erhöhen. Allein am Donnerstag
legte er ein fünfstündiges Pensum zurück.
Vor
vier Jahren wurde Oscar Camenzind in Valkenburg (Ho) nach einer
denkwürdigen Leistung Weltmeister der Strassenprofis. Noch
heute erinnert sich der grosse Kämpfer an diesen grossen Tag.
„In Zolder ist alles vom Wetter und von meiner Tagesform abhängig.
Bei schlechtem Wetter und starkem Wind dürfte es ein ganz anderes
Rennen als bei normalen Verhältnissen geben. Die Tagesform
kann ebenfalls varieren. Nachdem es mit meiner Moral vorübergehend
nicht mehr so gut bestellt war, geht es mir jetzt bereits wieder
viel besser. Ich gehe jedenfalls mit Zuversicht ans Werk. Denn meine
Form, die stimmt“.

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