12.10.2003
- ÖSI kurz vor dem Ziel in aussichtsreicher Position
gestürzt. Leider!
Igor
Astarloa feierte in Hamilton seinen grössten Triumph:
Der Spanier setzte sich an der Strassen-WM 4 Kilometer vor
dem Ziel vom Feld ab und rettete 5 Sekunden Vorsprung auf
Valverde und van Petegem ins Ziel. Oscar Camenzind wurde
in der letzten Kurve aus der Entscheidung geworfen. Martin
Elmiger wurde als bester Schweizer 13.
[Si] - Das ganze Jahr über fahren die Spanier in den
wichtigen Eintagesrennen sehr diskret, an den Weltmeisterschaften
aber ist stets mit ihnen zu rechnen. Igor Astarloa verbuchte
im kanadischen Hamilton schon den dritten WM-Titel für
Spanien seit dem Jahr 1999. Dank Alejandro Valverde holten
sie nun sogar einen Doppelerfolg. Bronze gewann der Belgier
Peter van Petegem, der neun Kilometer vor dem Ziel die entscheidende
Flucht ausgelöst hatte. Oscar Camenzind wurde in der
letzten Kurve aus der Entscheidung geworfen. So wurde Martin
Elmiger als 13. bester Schweizer.
Es waren so viele Höhenmeter zu bewältigen
wie in einer Bergetappe der Tour de France, aber fast 100
Fahrer hatten zehn Kilometer vor dem Ziel noch die Chance,
Weltmeister zu werden. Knapp zehn Kilometer vor dem Ziel
bildete sich jedoch eine hochkarätige Spitzengruppe
mit der Schweizer Hoffnung Oscar Camenzind, dem italienischen
Kronfavoriten Paolo Bettini, dem Spanier Astarloa, dem Dänen
Bo Hamburger, dem Belgier Peter van Petegem und dem Holländer
Michael Boogerd. Das Sextett lag fünf Kilometer vor
dem Ziel mit 25 Sekunden voran. Insbesondere Astarloa brach
aber die Harmonie in der Vorhut, griff jedoch vier Kilometer
vor dem Ziel an und kam durch.
Der 27-jährige Astarloa ist freilich
kein Zufalls-Weltmeister. In diesem Frühling gewann
er als erster Spanier seit langem ein klassisches Eintagesrennen,
die Flèche Walonne in Belgien. Auch in den Weltcup-Rennen
des vergangenen Jahres verbuchte Astarloa diverse Spitzenklassierungen.
Von den Schweizern wagten vor der Entscheidung
der Reihe nach Fabian Cancellara, Roger Beuchat, Beat Zberg,
und Martin Elmiger Vorstösse. Elmiger lag bei der zweitletzten
Zielpassage sogar an der Spitze zusammen mit dem Dänen
Franck Hoj. Wie alle anderen Ausreisser zuvor musste sich
aber auch Elmiger der Übermacht im Feld beugen.
Strassen-WM der Männer in Hamilton
(Ka) über 258,3 km: 1. Igor Astarloa (Sp) 6:30:19 2.
Alejandro Valverde (Sp) 0:05 zurück. 3. Peter van Petegem
(Be) 4. Paolo Bettini (It) 5. Michael Boogerd (Ho) 6. Bo
Hamburger (Dä), alle gleiche Zeit
Ferner:
11. Erik Zabel (De) 0:12 13. Martin Elmiger (Sz), gleiche
Zeit.
Oscar
Camenzind, der beim WM-Straßenrennen am Sonntag in
Hamilton in der letzten Kurve gestürzt ist, hat sich
nur leichte Schürfwunden und Prellungen zugezogen.
Der
Weltmeister von 1998 wollte sich in der kleinen Gruppe um
Paolo Bettini in Position bringen für den Sprint um
Platz 2. Camenzind, der sich vor allem an der Hand verletzte,
überquerte die Ziellinie am Ende als 70.
10.10.2003
- Oscar Camenzind zählt zu den Medaillenanwärtern
von
Toni Nötzli, Hamilton (Si)
An
der Strassen-WM in Hamilton (Ka) ist Paolo Bettini für
das Elite-Rennen vom Sonntag der grosse Favorit. Allgemein
wird in der über 258,3 km führenden Prüfung
ein Zweikampf Italien gegen Spanien erwartet.
Nach
seinem schlimmen, durch einen Gegner verursachten Sturz
in der Flandern-Rundfahrt fand Camenzind ausreichend Zeit,
um sich auf die zweite Saisonhälfte vorzubereiten.
Erst Ende Mai kehrte der Strassenweltmeister von 1998 in
den Rennbetrieb zurück.
Grosser
Respekt
Der
Sieg in der 3. Etappe der Sachsen-Rundfahrt ist Camenzinds
einziges valables Ergebnis. Aber die Vorstellungen des Innerschweizers
in den italienischen WM-Vorbreitungsrennen nötigten
den Konkurrenten Respekt ab. "Oscar wird im Titelkampf
ein harter Knochen", lautete der allgemeine Tenor im
italienischen Lager.
Der
Schweizer Nationalcoach Jean-Claude Leclercq hat eine Mannschaft
von Routiniers zusammengestellt, in der die von sich aus
verzichtenden Alex Zülle, Laurent Dufaux und Markus
Zberg fehlen. Das Problem des Teamleaders Camenzind wird
dabei das Gleiche sein wie in den Weltcuprennen: Es gibt
immer weniger Fahrer, die jenseits der 200-km-Marke noch
Leistung zu bringen vermögen.
Ohne
Cipollini und Petacchi
Die
ersten Sechs der Tour de France führen sich die WM
nur aus der Ferne zu Gemüte. Lance Armstrong, Jan Ullrich,
Alexander Winokurow, Iban Mayo und Haimar Zubeldia haben
ihre grossen Taten im Juli vollbracht, die Phonak-Neuerwerbung
Tyler Hamilton kuriert eine Sturzverletzung aus der Holland-Rundfahrt
aus. Zuletzt entschloss sich auch der Weltmeister des letzten
Jahres, Mario Cipollini, auf das Abenteuer in Übersee
zu verzichten. Nach seinem Sturz am Ende der 11. Giro-Etappe
übte der Super-Sprinter seine Arbeit nur noch zweimal
aus: im August an einem Einladungs-Omnium in Bozen und am
ersten Tag der Vuelta, um seinen Teamkollegen die Teilnahme
zu sichern.
Cipollinis
Forfait hinterliess keine Lücke. Italiens Coach Franco
Ballerini konnte sich sogar den Luxus leisten, den neuen
Sprintkönig Alessandro Petacchi oder Eintagsrennen-Spezialisten
wie Michele Bartoli oder Davide Rebellin zu Hause zu lassen.
Sie passten nicht in sein Konzept. Zu Petacchi hielt Ballerini
fest: "Von den 260 km sind 70 km Steigung. Wo will
Alessandro da noch zu einem Sprint ansetzen?"
Dreifaches
Glück?
Mit
dem "Geist von Zolder" will Ballerini Cipollinis
Nachfolger hervorbringen. Der kann voraussichtlich nur Paolo
Bettini heissen. Der frühere Bartoli-Helfer hat sich
zu einem äusserst starken Allrounder entwickelt. Ein
WM-Titel würde das Bettinis Glück vollkommen machen.
Seit dem vergangenen Sonntag steht er zum zweitenmal als
Weltcup-Gesamtsieger fest, und wenige Tage zuvor hatte seine
Frau Monica die Tochter Veronica geboren. Sollte Bettini
wider Erwarten ausfallen, könnten bei der Squadra azzurra
Francesco Casagrande oder Danilo Di Luca in die Bresche
springen.
Bettinis
grosser Gegenspieler ist Oscar Freire. Gelingt dem Spanier
der dritte Titelgewinn nach 1999 und 2001, wäre er
der vierte Fahrer nach Alfredo Binda (1927/30/32), Rik van
Steenbergen (1949/56/57) und Eddy Merckx (1967/71/74), der
zum dritten Mal das Regenbogentrikot erobert. Der in den
grossen Eintagesrennen erprobte Igor Astarloa sowie der
kometenhaft aufgestiegene, erst 23-jährige Aljeandro
Valverde (Vuelta-Dritter) sind weitere Trümpfe im Aufgebot
des spanischen Selektionärs Francisco Antequera.
Die
stärksten Fahrer der anderen Teams werden versuchen,
als lachende Dritte aus dem Duell zwischen den Italienern
und den Spaniern hervorzugehen. Die schwere Strecke mit
einer Gesamtsteigung von 4200 m -- wie in einer schweren
Bergetappe einer Rundfahrt -- lässt keinen Zufallssieger
erwarten. Als Anwärter auf einen Platz auf dem Podium
werden Michael Boogerd (Ho), Peter van Petegem (Be), George
Hincapie und Levy Leipheimer (beide USA) sowie Romans Vainsteins
(Lett, Weltmeister 2000 in Plouay) genannt
01.10.2003
- Camenzind Leader des Schweizer WM-Teams
Swiss
Cycling hat das Aufgebot für die Strassen-WM in Hamilton
(Ka/6. - 12. Oktober) erlassen. Bei den Männern ist
Oscar Camenzind Team-Leader. Die Frauen-Equipe wird von
Nicole Brändli angeführt.
[Si] - Die Schweizer haben zwei ehemalige Weltmeister in
ihren Reihen: Der heute 32-jährige Camenzind gewann
1998 in Valkenburg (Ho) den Titel auf der Strasse, und Fabian
Cancellara ist zweifacher Junioren-Weltmeister im Zeitfahren.
Unter den zwölf aufgebotenen Fahrern fehlen Alex Zülle,
Laurent Dufaux und Markus Zberg; der St. Galler ist ausser
Form, der Romand hat die Saison bereits beendet und der
Innerschweizer fühlt sich im Moment ebenfalls nicht
im Stande, seinen Ambitionen auf der schwierigen Strecke
gerecht zu werden.
Aufgebot
von Swiss Cycling für die Strassen-WM vom 6. bis 10.
Oktober in Hamilton (Ka). Elite. Männer. Strasse: Oscar
Camenzind, Niki Aebersold, Beat Zberg, Marcel Strauss,
Daniel Schnider, Martin Elmiger, Steve Zampieri, Alexandre
Moos, Fabian Jeker, Roger Beuchat, Sven Montgomery, Fabian
Cancellara. -- Zeitfahren: Cancellara, Jean Nuttli.
Frauen.
Strasse: Nicole Brändli, Priska Doppmann, Annette Beutler,
Bettina Kuhn, Diana Rast, Irene Hostettler. -- Zeitfahren:
Brändli und Karin Thürig.
15.09.2003
- Das Unternehmen WM hat für Oscar Camenzind schon
begonnen
Das
Phonak-Team ist momentan an der Spanien-Rundfahrt in Aktion.
Allerdings fehlt dabei Ösi Camenzind. Er bereitet sich
lieber intensiv auf die WM am 12. Oktober im kanadischen
Hamilton vor.
Ursprünglich hatte der Gersauer Radweltmeister von
1998 die diesjährige Vuelta auf dem Rennprogramm. Die
Erfahrungen in den vergangenen Jahren haben ihn aber dazu
bewogen, auf die letzte dreiwöchige Rundfahrt im Jahr
zu verzichten. Seine Begründung: "Die Spanier,
aber auch andere Fahrer, machen diese Rundfahrt unheimlich
schwer. Für viele ist die Vuelta äusserst wichtig,
weil es um gute Vertragsabschlüsse für die nächste
Saison geht. Früher war diese Rundfahrt fast ideal,
um sich für die darauffolgende WM einzufahren. Aber
schon letztes Jahr war das nicht mehr so. Ich konnte mich
kaum mehr richtig erholen und in der zweiten Vuelta-Woche
hatte ich zudem einen Sturz zu verzeichnen."
Rennen
in Italien
Während
der Vuelta fährt nun Camenzind vorwiegend Rennen in
Italien, gesamthaft sind es etwa zehn. Ösi dazu:"
Für mich sind diese Rennen im südlichen Nachbarland
die ideale Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft. Weil
die Azzuri aus über 250 Fahrern die zwölf stärksten
für die WM selektionieren müssen. Dementsprechend
wird bei diesen Eintagesrennen gefahren."
Diese Rennen, die vorwiegend in Norditalien stattfinden,
sind fast alle über 200 km lang. Die Tatsache, dass
sich natürlich kein Italiener die Chance entgehen lassen
will, einmal im Regenbogentrikot des Weltmeisters eingekleidet
zu fahren, gibt diesen Ausmarchungen einen ganz besonderen
Kick.
Ösi hat in diesen langen Rennen festgestellt, dass
viele Fahrer Mühe haben, Rennen die länger als
200 km sind, durchzustehen. "Bei vielen Fahrern gehen
nach dieser Distanz die Lichter aus!"
Hauptziel
WM
Kurz
vor dem Saisonabschluss findet am 12. Oktober die WM in
Kanada, in Hamilton, statt. Die ist für Ösi das
klar wichtigste Saisonziel. "Ich versuche mich auf
diesen Tag optimal vorzubereiten. Natürlich gehört
wie immer viel Rennglück dazu, einen Titel oder eine
Medaille zu gewinnen. Aber wenn ich nicht mit Ambitionen
gehen würde, könnte ich ja gleich zu Hause bleiben!"
Offizielle
Homepage der WM