1998 - Weltmeisterschaft


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Interview

WM-Feier 1

WM-Feier 2

Pascal Meisser führte für den Schweizer Tages-Anzeiger dieses Interview:

"Es geht alles drunter und drüber"

Kloten_98_4.jpg (20516 Byte)Oscar Camenzind, am Sonntag hatten Sie nach dem Zieleinlauf noch immer den Kopf ungläubig geschüttelt. Haben Sie mittlerweilen realisiert, welch grossen Erfolg Sie erzielt haben?

Nein, ich habe es noch nicht richtig kapiert. Da werde ich noch einige Tage dazu benötigen.

Wie haben Sie die Zeit nach dem Titelgewinn erlebt?

Es war ein riesiger Rummel in Valkenburg gewesen. Ein Interview nach dem andern, Termine um Termine. Später hatte ich den Sieg mit den übrigen Schweizer gefeiert. Da blieb fast keine Zeit mehr übrig, um noch zu schlafen.

Und gestern der Empfang im Flughafen Zürich?

Das stellte natürlich alles in den Schatten. Seit der Ankunft in Zürich geht alles drunter und drüber. Es hatte mich natürlich riesig gefreut, dass soviele Mitglieder des Fanclubs zum Flughafen gekommen sind. Ich hoffe dennoch, dass sich diese Aufregung in der nächsten Zeit wieder ein bisschen legt. Auch mein Leben wird sich bald wieder normalisieren.

Was bleibt Ihnen von dieser Ankunft speziell in Erinnerung?

Die Gratulation von Ferdy Kübler auf der Rolllbahn. Später bat er mich um ein Autogramm und sagte mir, es sei das erste Mal, dass er einen Rennfahrer um ein Autogramm bitte! Das ist doch eine tolle Geste. Dazu warte ich immer noch auf mein Rennrad, mit dem ich am Sonntag gewonnen habe. Nach der Aufgabe in Brüssel scheint es wie verschollen zu sein.

Das Image des Schweizer Radsports war nach den Dopinggeständnissen von Alex Zülle, Laurent Dufaux und Armin Meier angeschlagen. Denken Sie, dass Sie mit dem Weltmeistertitel zur Image-Aufbesserung beitragen?

Gewiss. Ich hoffe, dass dieser Titel dem Schweizer Radsport wieder Auftrieb verleiht. In diesem Sommer wurden viele Unwahrheiten über unseren Beruf verbreitet. Schön wäre es, wenn man sich jetzt wieder auf sportliche Erfolge konzentrieren würde.

Die Weltmeister der vergangenen zehn Jahren hatten in ihrem Regentenjahr oft mit Pech zu kämpfen. Beunruhigt Sie diese Vergangenheit?

Nein, überhaupt nicht. Ich bin grundsätzlich ein positiv denkender Mensch. Da bringen mich auch solche Geschichten nicht aus meiner Ruhe. Warten wir doch mal das kommende Jahr ab.

Wie sieht Ihr Programm für die kommenden Wochen aus?

Morgen (das Interview fand am Montag nachmittag statt) bin ich bereits wieder nach Italien unterwegs. Es stehen ja noch zwei Rennen aus. Am Mittwoch bestreite ich Mailand-Turin, am Samstag die Lombardei-Rundfahrt, das letzte Weltcuprennen der laufenden Saison. Dann ist Schluss für dieses Jahr.

Ihre nächsten Ziele?

Zur Zeit mag ich noch überhaupt nicht Gedanken daran zu verschwenden. Im Winter werde ich mit den Verantwortlichen meiner neuen Sportgruppe Lampre zusammensitzen und die Ziele für 1999 besprechen. Aber bereits jetzt dazu etwas zu sagen wäre verfrüht.

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